Optimaler Lärmschutz hat Priorität

Berchtesgadener Land - Mit dem geplanten Ausbau der Autobahn A8 hat sich auf ihrer jüngsten Sitzung wieder einmal die SPD-Kreistagsfraktion beschäftigt.

Bedauerlicherweise habe die Mehrheit im Kreistag der Högltunnelvariante als eindeutig bester Lösung eine Absage erteilt. SPD-Sprecher Hans Metzenleitner bezeichnete diese Entscheidung als völlig falsches Signal und befürchtete weitere Standardabsenkungen bezüglich Lärmschutz und Landschaftsverträglichkeit.

Die SPD-Fraktion fordert daher Landrat Georg Grabner auf, sich für den bestmöglichen Lärmschutz auf der gesamten Länge der betroffenen Gemeinden Anger und Teisendorf einzusetzen. Diese Forderung gelte es mit allem Nachdruck im überregionalen Planungsdialog zu stellen.

Metzenleitner zeigte sich schwer enttäuscht, dass in der letzten Kreistagssitzung wieder nur ein relativ wachsweicher Beschluss gefasst wurde, der jegliche Konkretisierung vermied. Der von der SPD-Fraktion eingebrachte Zusatzantrag, diesen bestmöglichen Lärmschutz entsprechend der Gemeinderatsbeschlüsse in Anger und Teisendorf auch auf eine Länge von 6,3 Kilometer bzw. 600 Meter bei Neukirchen zu konkretisieren und den Landrat für seine schwierigen Verhandlungen damit zu wappnen, fand keine Mehrheit im Kreistag.

„Man braucht sich daher nicht zu wundern, wenn bei so wenig Entschlossenheit auch eine zweitbeste Lösung in weite Ferne rückt und es lediglich zu „Lärmschutzlösungen light“ kommen wird, die zwar dem Verkehrsminister Geld sparen helfen, den betroffenen Anwohnern aber zu keiner Verbesserung ihrer Lebensqualität“, meinte Kreisrätin Margitta Popp. Im Zentrum aller Überlegungen müssten die Bürgerinnen und Bürger entlang der Trasse stehen, forderte Kreisrätin Isabella Zuckschwerdt, die es bedauerte, dass die Tunnellösung wegen der angeblich zu hohen Kosten gestorben sei. Ein Tunnelbau, der sich auf vier Spuren plus Standstreifen beschränkte, würde die extrem hoch angesetzte Kostenschätzung sehr rasch halbieren und damit jeder Kosten-Nutzen-Analyse standhalten. Die vorliegenden Verkehrsanalysen und –prognosen wie auch die vierspurige Autobahntrasse nach der Landesgrenze in Österreich rechtfertigen nicht unter allen Umständen auf allen Streckenabschnitten einen Ausbau mit sechs Spuren plus Standstreifen.

Einig war man sich mit Helmut Fürle, der betonte, wie wichtig es sei, die Autobahn auf eine möglichst lange Strecke „unter Tage zu verlegen“. Wenn schon nicht durch den Högl, dann sei eine geschlossene Troglage auf einem möglichst großen Teil der Strecke durch das Berchtesgadener Land die einzige zielführende Lösung zum Schutz der Anwohner vor Lärm und Abgasen.

„Die Entscheidung des Pidinger Gemeinderats für einen Vollausbau auf der Trasse der Nordumfahrung entlang des Högls macht das ganze nicht leichter“, führte Hans Metzenleitner aus. Trotzdem müsse man im Sinne aller betroffenen Bürger auch hier unabhängig von der Trassenführung für den bestmöglichen Lärmschutz, also eine geschlossene Troglage kämpfen. „Vieles wäre möglich gewesen, wenn die betroffenen Gemeinden sich untereinander geeinigt und mit Unterstützung des Kreistags mit einer Stimme gesprochen hätten“, zeigten sich die Mitglieder der SPD-Fraktion überzeugt. Je weniger geschlossen man im Planungsdialog auftrete, desto leichter werde man mit Lösungen abgefunden, die dann niemanden zufrieden stellen. Die SPD werde jedenfalls mit allem politischen Nachdruck versuchen, eine nachhaltige Lösung zu finden, die sich nicht in erster Linie nach den finanziellen Sachzwängen im Verkehrsministerium richtet, sondern an den gesundheitlichen Bedürfnissen der Anwohner entlang der A8.

Pressemitteiung SPD BGL

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Landkreis BGL

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser