Kombi-Klassen auf gutem Weg

Kurze Beine - kurze Wege

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Landkreis - Die Stärkung der Sozialkompetenz und die Möglichkeit der Stoffwiederholung für Schwächere sind nur zwei Gründe für Kombi-Klassen. Und die sind auf einem guten Weg:

Zum Erhalt kleiner Schulstandorte gibt es in Bayern schon immer die sogenannten "Kombi-Klassen". Vor allem in Flächenlandkreisen mit vielen, teils kleinen und weit verstreuten Schulorten ist unter dem Motto "Kurze Beine- kurze Wege“ der Erhalt kleiner Schulen das Ziel. Stimmkreisabgeordnete Michaela Kaniber konnte sich in einem Gespräch mit Schulamtsdirektor Frank Thieser und dessen Stellvertreter Helmut Mayer von der positiven Wirkung der kombinierten Jahrgangsstufen überzeugen.

Als Reaktion auf die demographische Entwicklung, der für die Schulen einen Rückgang der Schülerzahlen mit sich bringt wurde in Bayern von 1998 – 2002 der Schulversuch "Jahrgangsübergreifende zweijährige Eingangsklassen" mit überzeugend positiven Ergebnissen durchgeführt. Die Stärkung der Sozialkompetenz, die Möglichkeit der Stoffwiederholung für Schwächere der höheren Jahrgangsstufe und das Mitlernen für Stärkere der niedrigeren Jahrgangsstufe bei den Älteren stärkt vor allem die begabungsgerechte Förderung der Einzelnen.

Als Grundlage dient die Gesetzesänderung BayEUG Art. 32 (Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen): "An Grundschulen können Jahrgangsklassen gebildet oder zwei Jahrgangsstufen in einer Klasse zusammengefasst werden."

"Die Kombi-Klassen stehen somit gleichwertig neben regulären Jahrgangsklassen" betont der Chef des Schulamtes, Frank Thieser. Schüler und Eltern nähmen die Kombi-Klassen weit überwiegend positiv auf, berichtet Mayer, selbst Rektor der Grundschule Anger, der derzeit an das staatliche Schulamt abgeordnet ist: "Wir haben mehr Bewerbungen für jahrgangskombinierte Klassen als für die herkömmlichen. Und vor Allem: Es gibt keinen Unterschied bei den Übertrittsbefähigungen zu weiterführenden Schulen."

Da die Klassenbildung jedes Jahr aufs Neue ein dynamischer Prozess ist, der im Mai beginnt, unterliegt er immer wieder Veränderungen, bis die tatsächlichen Schülerzahlen exakt vorliegen. "Natürlich ist es das grundsätzliche Bestreben des Staatlichen Schulamtes und der Regierung von Oberbayern, die Klassenbildungen so früh wie möglich mitzuteilen. Aber wir können erst kommunizieren, wenn konkrete Zahlen und daraus folgende Personalplanungen vorliegen", bittet Thieser die Eltern um Verständnis, die möglichst frühzeitig informiert sein wollen.

Das Modell der flexiblen Grundschule, das in Bayern immer mehr praktiziert wird, sieht für die Kinder die Möglichkeit vor, die Eingangsphase der 1. und 2. Jahrgangsstufe begabungsgerecht in 1, 2 oder 3 Jahren zu absolvieren. An die Stelle eines Zwischenzeugnisses tritt das Lernentwicklungsgespräch, wie es seit Februar 2015 auch an vielen Grundschulen im Landkreis BGL mit positivsten Rückmeldungen bereits geführt wird. Die Lehrkräfte besitzen dabei selbstverständlich Erfahrung in der Führung von Kombi-Klassen, vor allem im Bereich von Maßnahmen zur intensiven und individuellen Förderung.

Diese sieht eine Teilung in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und HSU vor - womit sich die Schülerzahl pro Jahrgangsstufe in den Kernfächern automatisch reduziert. "So kommt neben dem Aspekt des sozialen Lernens auch die begabungsgerechte Förderung in Kombiklassen zum Tragen und für die Schüler entstehen somit keinerlei Nachteile" erklärt Thieser.

"Ich bin froh, dass wir mit diesem System zum einen unseren Kindern beste Grundlagen bieten und damit auch die kleineren Schulstandorte erhalten können", fasst Kaniber zusammen. "So ersparen wir den Jüngsten nicht nur weite Wege, sondern stützen auch die gemeindliche Identität. In Anger, Berchtesgaden-Au, Neukirchen, Ramsau und Markt Schellenberg sind wir damit auf einem guten Weg, wie uns die fast einhellig positiven Rückmeldungen beweisen."

Pressemeldung Michaela Kaniber, MdL

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