Allgemeinverfügung für das Berchtesgadener Land

Nach massiven Corona-Neuinfektionen - nur noch 25 Personen bei Veranstaltungen erlaubt

Landrat Bernhard Kern, Berchtesgadener Land, Coronavirus
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Der Coronavirus breitet sich im Berchtesgadener Land aus. Landrat Bernhard Kern äußert sich heute um 13 Uhr.

Berchtesgadener Land - Über das vergangene Wochenende sind die Corona-Fallzahlen im Landkreis massiv angestiegen. Die Entwicklung hat sich bereits am Freitag abgezeichnet. Erste konkrete Informationen gibt es jetzt.

Die Pressekonferenz im Live-Ticker:


14.27 Uhr: „Wir haben eine schwere Last zu tragen“, schließt Bernhard Kern die Pressekonferenz. „Das ganze ernst nehmen ist wichtig. Es wird uns nochmal mehr bewusst, jetzt da wir über 50 gestiegen sind. Wir wollen nicht in den Fokus geraten, aber auch keine Panikmache. Wir wollen gesicherte Informationen rausgeben.“ Er bedankt sich bei allen Mitarbeitern im Landratsamt und auch bei den Damen und Herren, die im Testzentrum in Bayerisch Gmain zum Einsatz kommen. „Jetzt brauchen wir eine Woche große Geduld, dass wir es letztlich in Griff kriegen. Es ist für mich schwierig, Reglementierungen aussprechen zu müssen, aber wir sind es der Situation geschuldet.“

14.18 Uhr: Schulamtsleiter Biersack bestätigt auf Nachfrage, dass der Fall Anger eine absolute Ausnahme gewesen sei. Bürgermeister Markus Winkler hätte sich für eine Schulschließung ausgesprochen, da die Situation nicht überschaubar gewesen sei. Deshalb sei der Beschluss, ein Tag zu schließen, spontan gefasst worden. „Es bleibt eine absolute Ausnahme, aber eine schnelle Reaktion war in diesem Fall notwendig“, so Biersack.


Landrat Bernhard Kern erklärt, dass die betroffenen Mitarbeiter im Landratsamt am ganzen Wochenende in Kontakt gewesen seien. Dabei sie die Allgemeinverfügung entstanden und am Montag an die Regierung von Oberbayern und den Freistaat Bayern zur Genehmigung geschickt worden. „Wir müssen uns schon überlegen, was wir da machen, wie wir es formulieren“, so Kern. „Deshalb gibt es die Information erst heute um 13 Uhr und nicht eher. Die Arbeiten dauern ihre Zeit. Gestern früh waren wir noch in der Abstimmung. Ich glaube, dass es sinnig ist, dass wir es heute machen, um umfassend informieren zu können.“

14.05 Uhr: Biersack verspricht, mit den Schulleitern zu sprechen und Härtefällen eine Notbetreuung möglich zu machen, um Betreuungsmöglichkeiten für die Kernzeiten zu bekommen.
Der Landrat bestätigt, dass es ein wichtiges Thema sei, aber er hoffe, dass es sich innerhalb einer Woche erledigt haben könnte.

14.02 Uhr: Vereine sind insofern von der Allgemeinverfügung nicht betroffen, dass sie Trainings und Proben abhalten dürfen, aber bei Zuschauern dürfen maximal fünf Personen zusammenstehen. Aktuell hat es auch keine Auswirkungen auf den Betrieb von beispielsweise Fitnessstudios oder Schwimmbädern.

13.45 Uhr: Von allen Bürgern, von denen man einen positiven Covid-Test hätte, sei nur eine geringe Zahl erkrankt, betont der Leiter des Gesundheitsamtes.

13.40 Uhr: Ein Teil der Infizierten seien auf ein diffuses Geschehen zurückzuführen und nicht nachvollziehbar, wo der Index herkomme. Teil sei auf eine private Feier zurückzuführen, bestätigt Dr. Wolfgang Krämer. Die Verteilung sei bei 40 zu 60 Prozent.

13.38 Uhr: Biersack ist zuversichtlich, dass nach den Allerheiligenferien wieder normaler Präsenzunterricht stattfinden könne. Ihm sei bewusst, dass die Eltern vor einer großen Herausforderung stehen, vor allem Alleinerziehende treffe es, da eine Notfallbetreuung nicht vorgesehen sei. „Die Schulleiter vor Ort müssen da Kreativität beweisen.“ Es gelte, Infektionsketten zu durchbrechen.
Die Regierung von Oberbayern habe gestattet, dass Ganztagsschulen stattfinden können, wenn die Wahrung des Abstandes gegeben ist.

13.35 Uhr: Schulamtsleiter Klaus Biersack zeigt sich von dem deutlichen Anstieg überrascht. Die Schulen hätten aber einiges gelernt, auch im Organisieren von Schicht-Unterricht. Genau der müsse ab Mittwoch stattfinden. Ältere Schüler könnten zuhause leichter unterrichtet werden, darum hätten die Grundschüler Präferenz im Präsenzunterricht. Die Schulleiter vor Ort wüssten aber am Besten, wie sie die Situation meistern würden.

13.32 Uhr: Angelika Niedl betreut das Gesundheitsamt juristisch. Sie erklärt, dass die Allgemeinverfügung am Mittwoch, 14. Oktober 0 Uhr in Kraft treten werde. „Wir müssen handeln“, betont sie. „Die Maßnahmen sind so einschneidend wie nötig, aber wir versuchen, sie so gering eingreifend wie möglich zu gestalten. Wir versuchen die Angemessenheit einzuhalten. Die Maßnahmen sind vorerst auf eine Woche befristet.“ Es sei aber möglich, dass die Verfügung um eine Woche ausgeweitet werde.

13.28 Uhr: Um alte Leute vor einer Infektion zu schützen, dürften in Altenheime nur noch eine Person, nach Möglichkeit Familienangehörig, zu Besuch kommen. Krämer appelliert daran, generell Mund-und-Nasenschutz zu tragen und private Feiern nach Möglichkeit zu verschieben.

13.27 Uhr: Krämer verweist darauf, dass das Infektionsgeschehen in den angrenzenden Landkreisen von Salzburg bis Rosenheim zunehmen würden. Die genannten Maßnahmen könnten aber zu einer schnellen Senkung der 7-Tage-Inzidenz beitragen.
Die Corona-positiv-Getesteten seien überwiegend symptomlos, eine Handvoll würden milde Symptome zeigen. In Bad Reichenhall im Kreiskrankenhaus wird derzeit ein positiver Fall auf einer Normalstation behandelt, zwei Fälle würden noch abgeklärt. Intensiv müsse kein Patient betreut werden.

13.22 Uhr: Kinder mit bereits milden Krankheitszeichen dürfen die Einrichtungen nicht mehr besuchen, außer sie sind 48 Stunden symptomfrei oder legen ein ärztliches Attest vor, dass ihre Symptome nicht auf Corona zurückzuführen sind. All diese Maßnahmen würden zur Eindämmung des Corona-Virus beitragen.

13.20 Uhr: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum wird auf zwei Haushalte oder Gruppen bis fünf Personen beschränkt, ausgenommen sind Familienangehörige. Private Feiern werden auf maximal zwei Haushalte oder Gruppen bis fünf Personen beschränkt. Veranstaltungen wie Hochzeitsfeiern, Geburtstage und Beerdigung wird die Teilnehmerzahl auf 25 Personen beschränkt, im Freien auf 50 Personen.
Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 5 müssen auch im Unterricht wieder Mund- und Nasenschutz tragen. Um die 1,5 Meter Abstand in den Klassenzimmern einhalten zu können, werden die Klassen wieder geteilt und der Unterricht auf Präsenzunterricht und Homeschooling aufgeteilt.

13.18 Uhr: Während in Deutschland alle Kinder einer Schulklasse in Quarantäne müssen, wenn ein positiver Corona-Fall in einer Klasse auftritt, wird in Österreich noch einmal unterschieden, wer neben wem sitzt und in Kontaktperson eins und Kontaktperson zwei differenziert.

13.15 Uhr: Warum unterscheiden sich die Quarantänezeiten für Erkrankte und Kontaktpersonen? Erkrankte müssen mindestens zehn Tage in Quarantäne. Wenn sie am Ende 48 Stunden symptomfrei sind, kann die Quarantäne aufgehoben werden. Für Kontaktpersonen gilt eine häusliche Quarantäne von 14 Tagen, unabhängig von Testungen. An Tag fünf bis sieben muss ein Corona-Abstrich erfolgen, um zu ersehen, ob ein Virusnachweis auch ohne Symptome möglich ist. Aber auch dieser Abstrich verringert die Quarantäne nicht.

13.13 Uhr: Dr. Wolfgang Krämer, der Leiter des Gesundheitsamtes übernimmt das Wort. Die Maßnahmen würden sich nach den Vorgaben des Freistaates Bayern richten. Im Landkreis Berchtesgadener Land müsse die strengste Stufe in Angriff genommen werden. Besonders die Berufsschule Freilassing, der Knabenrealschule Rupertiwinkel Freilassing, der Grundschule Anger und die Kindergärten in Anger sowie in Freilassing sind betroffen. Ein besonderes Geschehen gebe es außerdem im Bereich Anger.

13.08 Uhr: Der Betrieb des Rathauses der Gemeinde Anger musste eingestellt werden. Die Gemeinde Piding übernimmt das Passamt und Standesamt für die Gemeinde Anger. Im kommunalen Testzentrum Bayerisch Gmain sind die Testungen für den Landkreis sichergestellt. Es wurden aber folgende Änderungen vorgenommen: ab Mittwoch, 14.10., gibt es längere Testzeiten von 12 bis 18 Uhr. Außerdem wird an den Samstagen 17. und 24. Oktober das Testzentrums ebenfalls geöffnet. Das Ganze gilt bis zum 26. Oktober. Danach wird entsprechend reagiert.

13.05 Uhr: Die Nachlässigkeit sei sehr groß, aber die Sicherheit gehe vor. Die Information, dass man und wie man sich schützen soll, sei wichtiger wie die Befindlichkeiten von einzelnen in den sozialen Netzwerken, so der Landrat. Da der Inzidenzwert überschritten ist, bedeute es auch neue Maßnahmen. Der Inzidenzwert ist von 57,6 am Montag über Nacht auf 72,7 gestiegen. Besonders private Feiern scheinen ausschlaggebend für diese Entwicklungen zu sein. Die positiven Fälle verteilen sich auf den ganzen Landkreis.

13.03 Uhr: Landrat Bernhard Kern spricht von herausfordernden Zeiten und auch von rasch änderten Situationen auch im Berchtesgadener Land. Er habe seinen Appell am Sonntag bewusst gestartet, weil ihm wichtig sei, dass die Bevölkerung Bescheid wisse, wie die aktuelle Situation aussehe. Die Sensibilität sei entscheidend, Achtsamkeit und Sicherheit für alle.

13 Uhr: Pünktlich beginnt die Pressekonferenz zu den aktuellen Corona-Maßnahmen im Berchtesgadener Land.

Erstmeldung: Berchtesgadener Land überschreitet kritischen Inzidenzwert

Landrat Bernhard Kern hatte es am Sonntag (11. Oktober) bereits angekündigt: „Die in Europa und in Deutschland zunehmenden Zahlen machen leider vor dem Berchtesgadener Land nicht Halt. Vielmehr zeigen die laufenden Entwicklungen jetzt am Wochenende: Wir werden aller Voraussicht nach am kommenden Montag eine kritische Inzidenzzahl übersprungen haben und einschränkende Maßnahmen im Berchtesgadener Land beschließen.“

Wer da noch glaubte, es könne die erste Stufe bei einer Inzidenzzahl von 35 sein, wurde am Montagnachmittag eines besseren belehrt. Der Inzidenzwert stieg innerhalb von drei Tagen von 16 auf 57,6. Stufe drei des Rahmen-Hygieneplans heißt das für den Landkreis. Doch konkrete Maßnahmen sollen erst am Dienstagmittag um 13 Uhr verkündet werden.

Coronavirus im Berchtesgadener Land: Diese Einrichtungen sind betroffen

Bekannt ist bereits, dass Kinder und Jugendliche sowie Unterrichtende und Betreuende der Berufsschule Freilassing, der Knabenrealschule Rupertiwinkel Freilassing, der Grundschule Anger und die Kindergärten in Anger sowie in Freilassing (Städtischer Kindergarten Freilassing an der Waginger Straße) von den aktuellen Quarantänemaßnahmen betroffen sind.

In den sozialen Medien sickerte außerdem durch, dass Schüler aus Anger weder in die Realschule St. Zeno noch im Karlsgymnasium zum Unterricht erscheinen durften. Auch der SC Anger hat seinen Spielbetrieb eingestellt. Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp erklärte in einer Videobotschaft: „Schuld daran sind nicht die Geschäfte, die Schulen, sondern schuld daran waren Nachlässigkeiten im privaten Bereich. Es sind Festein gefeiert worden, dadurch kam es zu erhöhten Infektionen. Infektionen die jetzt so gehäuft auftreten, treten im mittleren und nördlichen Landkreis auf.“

Im südlichen Landkreis habe man weiterhin eine sehr geringe Zahl an Infektionen, betonte Rasp. „Das heißt aber trotzdem, dass wir ab morgen mit Einschränkungen rechnen müssen, was den Schulbesuch angeht und vor allem auch Veranstaltungen.“ Wie genau diese Einschränkungen aussehen, wollen Landrat Bernhard Kern, das Staatliche Gesundheitsamt und das Schulamt Berchtesgadener Land heute um 13 Uhr bekanntgeben.

BGLand24.de wird umgehend über die Allgemeinverfügung und ihr in Kraft treten berichten.

cz

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