Das sagen unsere Leser zur Allgemeinverfügung im BGL

Fabienne aus dem BGL: Statt Lockdown „Kontrollen der geltenden Regeln massiv erhöhen“

Leserbrief, Lockdown in Berchtesgadener Land
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Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender „Lockdown“. Unsere Leserin Fabienne Günthner hat uns ihre Meinung geschickt.

Berchtesgadener Land - Wegen der enorm hohen Corona-Zahlen im Berchtesgadener Land wurde am Dienstag, 20. Oktober, eine Allgemeinverfügung erlassen. Doch was haltet ihr davon? Zahlreiche Leser haben uns ihre Meinungen zum regionalen „Lockdown“ geschildert: 

Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in Bayern steigt weiter stark an. Auch in unserer Region gehen die Zahlen nach oben. So gibt es nur noch den Landkreis Altötting, der auf der Corona-Ampel nicht die Stufe „Dunkelrot“ zeigt. Der Wert im stark betroffenen Berchtesgadener Land ist nach wie vor enorm hoch und befindet sich derzeit bei 295,5 (Stand: 28. Oktober, 8 Uhr).


Aktuelle Zahlen zeigen, dass das Infektionsgeschehen im Landkreis Berchtesgadener Land nicht überall gleich verläuft. In manchen Kommunen gibt es gar keine Neuinfizierten, anderen schließen dagegen in die Höhe. Eine Übersicht über die kommunalen Unterschiede und Hotspots findet Ihr hier.

Durch einen Inzidenzwert von über 200 sah sich die Politik zum Handeln gezwungen. Am Dienstag, 20. Oktober, traten daher umfangreiche Corona-Maßnahmen in Kraft. In der erlassenen Allgemeinverfügung werden eine allgemeine Ausgangsbeschränkung, ein Veranstaltungsverbot, Betriebsuntersagungen, Besuchsverbote, Schulen und KiTas, Maskenpflicht, Bußgelder und so weiter behandelt. Wir haben Euch gefragt, was Ihr von den aktuellen Maßnahmen haltet. Haltet Ihr den „Lockdown“ im Berchtesgadener Land für überzogen oder ist es die einzig richtige Maßnahme?


Das sind Eure Meinungen zum regionalen „Lockdown“ im Berchtesgadener Land:

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und spiegelt nicht die Ansicht(en) der Redaktion wieder.

Eva Hogger aus Saaldorf-Surheim:

Der Lockdown ist absolut ungerechtfertigt, wie kann man das kleine BGL im Vergleich zu anderen großen Städten bzw. Landkreisen sehen? Das BGL hat etwa 106.000 Einwohner, dass kann doch nicht mit den gleichen Maßstäben gerechnet werden, oder?

Schulen und Kitas werden geschlossen obwohl unsere tollen Wissenschaftler immer behaupten, dass von Kindern keine Infektionsketten ausgehen. Besuche in Pflegeheimen und Krankenhäuser sind verboten! Das nenne ich unmenschlich! Gerade Kranke und alte Menschen brauchen Zuwendung und wenn es nur aus der Ferne, aber auf Sicht ist.

Eine Anmerkung zur verdammten Maskenpflicht: ist eigentlich jemanden aufgefallen, dass seit der verschärften Maskenpflicht die Fallzahlen steigen? Anfangs hat ja die WHO und das RKI immer abgeraten Masken zu tragen. Komisch, dass man nun sogar eine Maske tragen muss, wenn man sich in der ausgestorbenen Fußgängerzone in Freilassing an der frischen Luft bewegt! Ich hoffe, dass sehr bald dieser ganze Irrsinn aufhört. Vielen Dank

Fabienne Günthner aus dem Berchtesgadener Land:

Unsere Leserin Fabienne Günthner äußert ihre Meinung zum regionalen „Lockdown“ im Berchtesgadener Land.

Hallo liebes BGL24 Team, ich wollt euch meine Meinung aus der Sicht eines Risikopatienten einmal mitteilen.
 
Grundsätzlich finde ich die hier getroffenen Maßnahmen nicht ganz verhältnismäßig, da die Gastronomie sich in 90 Prozent der Fälle immer an die nötigen Hygiene,- und Abstandsregeln hält. Ich gehe drei- bis viermal die Woche essen und konnte nur wenige Verstöße feststellen und fühlte mich auch immer sicher.

Zudem die Hotels zu schließen, welche peinlichst genau auf die Hygiene achten, ist für viele jetzt existenzbedrohend und auch nicht verhältnismäßig. Ausschlaggebend für die Zahlen ist meiner Meinung nach die Missachtung der Maskenpflicht, der Abstandsregeln und private Treffen/Feiern auf engstem Raum.

Ich sehe in öffentlichen Verkehrsmitteln immer wieder Leute ohne Maske oder Maske unter dem Kinn, unter der Nase bzw. beim Einkaufen drängeln die Leute wie eh und je und halten die Abstände nicht ein. Wenn man sie darauf anspricht, wird man selbst noch dumm angesprochen.

Es hätte sicherlich gereicht anstatt einem „Lockdown“ die Kontrollen der geltenden Regeln durch die Polizei und das Ordnungsamt massivst zu erhöhen und auch die Strafen endlich knallhart durchzusetzen. Die Leute halten sich erst an Regeln wenn es an die Geldtasche geht.

Anders werden es die Menschen nicht lernen. Auch private Feiern sollten derzeit ausnahmslos verboten werden, da ja nachweislich dies zu den hohen Zahlen führt und nicht das Essen im Restaurant, wenn dort alle Regeln eingehalten werden. Bei Regelverstößen muss die Gastronomie/ Hotellerie auch ganz klar zur Kasse gebeten werden (Nichtwinhaltung der Abstände, schlechte Luft im Raum, keine Masken des Bedienungspersonals).

Regionaler „Lockdown“ im Berchtesgadener Land: Schickt uns Eure Leserbriefe

Die hohen Corona-Zahlen im Berchtesgadener Land führten dazu, dass eine Allgemeinverfügung erlassen wurde. Doch was haltet Ihr von den aktuellen Maßnahmen? Haltet Ihr den „Lockdown“ im Berchtesgadener Land für überzogen oder ist es die einzig richtige Maßnahme? Erwartet Ihr weitere Lockdowns in der Region und findet Ihr die Corona-Politik der Regierung noch nachvollziehbar? Wir sind auf Eure Meinungen gespannt. Schickt uns Eueren Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Lockdown im Berchtesgadener Land“ im Betreff).

Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort; auch ein Foto von Euch könnt Ihr gerne mitschicken. Wir veröffentlichen Eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

Massive Beschränkungen im Berchtesgadener Land

Landrat Bernhard Kern (CSU) und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) sehen durch die neue Allgemeinverfügung eine Chance, der Corona-Pandemie die Stirn zu bieten, Infektionsketten zu unterbrechen und bald wieder einen geregelten Ablauf im Landkreis möglich zu machen. Die Allgemeinverfügung gilt vorerst bis Montag, 2. November um 24 Uhr. Auch zahlreiche Veranstaltungen mussten nun im Berchtesgadener Land abgesagt werden. Eine Liste mit allen abgesagten Events und geschlossenen Einrichtungen findet Ihr hier.

Seit Dienstag, 27. Oktober, 0 Uhr, gilt auch im Landkreis Rottal-inn faktisch ein (erneuter) Lockdown. Die Menschen dürfen beispielsweise ihre Wohnung jetzt nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Am Dienstag betrug die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis übrigens 239,5.

jg

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