Das plant der Landrat für 2018

Georg Grabner spricht über Neubaupläne, Abfallwirtschaft und Digitalisierung

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Hat dieses Jahr viel vor: Landrat Georg Grabner.

Berchtesgadener Land - Für den Landkreis ist 2018 wieder ein Jahr mit vielen Aufgaben und Herausforderungen, wie Landrat Georg Grabner im Gespräch schildert.

Es wird nicht nur die Planung rund um das neue 37,5 Millionen Euro teure Landratsamt in die Wege geleitet, sondern auch andere große Projekte, etwa die Schnitzschule in Berchtesgaden, möchte Grabner weiter forcieren. Neben der Biotonne sollen ab 2019 auch die Voraussetzungen geschaffen werden, eine gechipte Restmülltonne einzuführen. Die Planungen für das Projekt laufen bereits. 

Landratsamt - Neubau statt Sanierung

Landrat Grabner wirkt zufrieden, wenn er über den anstehenden Neubau des Landratsamtes spricht. Eine Sanierung im Bestand wäre zwar möglich gewesen, die Kosten wären aber hoch und näherten sich denen eines Neubaus an. Brandschutz, Fassadendämmung, „viel Glas und Holz". Das zu sanieren, kostet viel, sagt Grabner. Zumal das Gebäude platzmäßig bei Weitem nicht für die Anzahl der derzeitigen Mitarbeiter ausgelegt ist. 

200 waren beim Bau vor knapp 40 Jahren angedacht, mittlerweile sind es 350. Und deshalb hat Grabner den Neubau des Hauses am Ende auch klar präferiert. Obwohl das Haus aufgrund einer kompakten Bauweise weniger Nutzfläche haben und dennoch 50 Arbeitsplätze mehr bieten wird. „Die Raumaufteilung spielt eine wichtige Rolle" verdeutlicht Grabner. 

Mit Ermächtigung des Kreistags hat er ein nebenan befindliches Grundstück von der Congregatio Jesu (Englische Fräulein) angekauft.„Zu einem fairen Preis". Auf ehemals kirchlichem Grund soll die neue Einrichtung also entstehen. Die Landratsamt-Mitarbeiter hätten sich, laut Grabner, sehr über die Nachricht des Neubaus gefreut. Zumal sie solange an ihrem alten Platz arbeiten können, bis der Bau in einigen Jahren schließlich fertiggestellt ist.

„Ein neues Zentrum des Landkreises“

Grabner möchte das Großbauprojekt transparent gestalten. Die offene Information und die Kommunikation mit Mitarbeitern ist ein Kernbestandteil des Projekts. Zudem wurde ein Bauausschuss gegründet, der den auf mehrere Jahre angelegten Bauprozess begleitet. Landrat Grabner: „Es ist ein Neubau für die Mitarbeiter und die Bürgerinnen und Bürger – ein neues Zentrum des Landkreises.“ 

Im Vordergrund steht aber zunächst die Bauleitplanung für das neue und das bestehende Landratsamtsgrundstück, um auch die Erschließungsfunktionen festzulegen. Hier finden derzeit Gespräche mit der Stadt Bad Reichenhall statt, um die Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt und die Aufstellung des Bebauungsplanes voranzubringen. Geklärt wird dabei auch, ob gegebenenfalls ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt wird. 

Anschließend werden dann die Architektenleistungen für das Gebäude ausgeschrieben. Der Baubeginn ist dann im Frühjahr 2020 geplant, so Landrat Grabner. 

Einführung der Biotonne „kein Aprilscherz"

Wichtige Aufgaben gibt es für Grabner in diesem Jahr viele, die Sanierung des Rottmayr- Gymnasiums etwa. Und dass auch die Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei saniert gehört, verhehlt Grabner nicht. „Da werden wir was tun müssen". 1 Million Euro wird der Landkreis zudem künftig für die Kreiskliniken zurücklegen. Damit sollen dringliche Baumaßnahmen besser umgesetzt werden können. 

Als „Großprojekt" bezeichnet Georg Grabner im Übrigen die geplante Einführung der Biotonne am 1. April 2019. „Das ist kein Aprilscherz", stellt Grabner klar. Gleichzeitig soll die Abfallwirtschaft aber wieder komplett an den Landkreis zurückfallen: „Für uns steht dabei der Dreiklang Abfall vermeiden, verwenden und verwerten ganz oben, denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst anfällt“, sagt er.

Außerdem soll über den gesamten Landkreis ein gebühren- und bedarfsgerechtes Entsorgungssystem mit modernstem Service eingeführt werden. Der Bürger wird mehr Wahlmöglichkeiten haben – insbesondere

hinsichtlich der Tonnengröße. „Da haben wir richtig viel Arbeit vor uns", sagt Grabner, der ankündigt, auch die Voraussetzungen zu schaffen, um künftig eine Restmülltonne mit Chip anbieten zu können. Mit Hilfe des Chips ließe sich die Bearbeitung und Abrechnung künftig digital lösen. 

Digitales Landratsamt: „mehr Arbeit, als man annimmt"

Bis 2022 soll das gesamte Amt umgestellt sein, es wird eine digitale Aktenführung geben, die unzähligen, platzfressenden Schränke mit Tonnen an Akten sollen verschwinden. Grabner sagt, dass das hohe Papieraufkommen damit dann ein Ende haben werde. Natürlich sei die Umstellung nicht ganz einfach, „aber wir schaffen das schon"

Zudem möchte Grabner nach intensiver Diskussion und Zustimmung des Kreistags die kaufmännische Buchführung, die sogenannte Doppik, einführen - spätestens bis 2020. „Das ist mehr Arbeit, als man annimmt", sagt er. Große Erwartungen setzt der Landrat etwa in den Energienutzungsplan, der unter Federführung des landkreiseigenen Klimaschutzmanagers Manuel Münch entstanden war. Immerhin gilt der Plan als Vorreiter für künftige Energienutzungspläne in Bayern.

„Wir haben hervorragende Firmen"

Und auch von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land wird man künftig häufiger etwas hören. Immerhin wurde hier finanziell und personell kräftig aufgestockt, der Wirtschaftsraum soll optimaler gestärkt werden, Fachkräften soll die Gegend schmackhaft gemacht werden. 

Wir haben hervorragende Firmen, die gutes Personal brauchen" so Grabner. Allerdings möchte der Landrat weg von der irreführenden Betitelung „Wirtschaftsförderungsgesellschaft", die suggeriert, dass man dort vor allem auf Fördermittel zurückgreifen könne. Deshalb soll diese nun „Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH" heißen.

Kilian Pfeiffer

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