Weil sie in der Flüchtlingsarbeit fehlen

Laien werden im Berchtesgadener Land zum Dolmetscher ausgebildet

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Antje Bommel (vorne Mitte) mit den Bewerbern beim Auswahltest zur "Laiendolmetscherschulung".

Berchtesgadener Land - Der Mangel an Dolmetschern im Landkreis Berchtesgadener Land ist enorm. Laiendolmetscher sollen nun helfen, diese Lücke zu schließen.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat nun eine professionelle Dolmetscherin und Übersetzerin mit der Durchführung von "Laiendolmetscherschulungen" beauftragt. Zwölf Bewerber erhielten einen Schulungsplatz.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land versucht schon seit einiger Zeit gemeinsam mit Caritas und Malteser eine Lösung für das Problem "Dolmetscherknappheit in der Flüchtlingsarbeit" zu finden. Immer wieder werden Dolmetscher in Sprachen wie Dari, Tigrinia oder Urdu benötigt. Diese sind aber so schnell nicht verfügbar.

Über Initiative der hauptamtlichen Ehrenamtskoordinatorin im Bereich Asyl, Andrea Krammer, und der Integrationslotsin Astrid Kaeswurm wurde die professionell arbeitende Dolmetscherin und Übersetzerin Antje Bommel beauftragt, eine "Laiendolmetscherschulung" durchzuführen. 

Für Antje Bommel ist es bereits die vierte Ausbildung dieser Art, die sie für bayerische Landratsämter durchführt. Aus 24 Bewerbern wurden zwölf Personen ausgewählt, die Schulung zum Laiendolmetscher zu durchlaufen. Um jeden einzelnen Kandidaten ausreichend zu bewerten und feststellen zu können, welche zwölf Bewerber am geeignetsten sind, wurde Antje Bommel im Auswahlverfahren von den Lehrern Irmela Leubner, Daniela Graßl und Michael Kunz unterstützt.

Die ausgewählten Personen erhalten nun die Möglichkeit, umfassende Kenntnisse in der Dolmetschertätigkeit zu erwerben. Mit welchen interkulturellen, kommunikativen und praktischen Problemsituationen muss ein Laiendolmetscher rechnen? Was sind die Do's and Don'ts beim Dolmetschen?

Neben einem sehr umfassenden theoretischen Teil sind Praxisübungen wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Damit die Schulungsteilnehmer gut vorbereitet in ihre Tätigkeit als Laiendolmetscher starten, gehören Gespräche bei Behörden ebenso zur Ausbildung, wie Übersetzungstermine bei einem Arzt sowie in unterschiedlichen juristischen Bereichen. Die Kandidaten, die die Theorie- und Praxisprüfung bestehen, werden von der Kursleiterin im Anschluss in ihrer Praxis begleitet und erhalten in der Folge eine Reflexion ihres Einsatzes.

Die Laiendolmetscher sollen in Zukunft sowohl dem Landratsamt als auch anderen Organisationen im Landkreis zur Verfügung stehen.

Pressemitteilung des Landratsamtes Berchtesgadener Land

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