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EuRegio-Rat beschließt Resolution zum Wolf

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Gregor Grill von der Landwirtschaftskammer Salzburg führte den EuRegio-Rat in der Ramsau bei Berchtesgaden in die Wolfsproblematik ein.

Landkreis - Der EuRegio-Rat tagte kürzlich in der Ramsau bei Berchtesgaden im Hotel Rehlegg. Zentraler Punkt war die Diskussion über und Beschlussfassung zu einer Resolution über den großen Beutegreifer Wolf.

Der Impuls für eine Resolution der EuRegio zum Thema des großen Beutegreifers "Wolf" kam aus ihrer Facharbeitsgruppe Land- und Forstwirtschaft. "Damit sollen die Sorgen und Nöte der sehr oft kleinstrukturierten land- und forstwirtschaftlichen Familienbetriebe, die einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt unserer besonders wertvollen alpinen und voralpinen Kulturlandschaft leisten, aufgegriffen werden.", so EuRegio-Präsident Konrad Schupfner, Bürgermeister von Tittmoning, einleitend. Er verwies dabei auch auf die Viehrisse eines Wolfes im Frühling 2018 im Salzburger Pongau sowie auf die Siedlungsdichte, die heute deutlich höher sei als in den Zeiten als der Wolf auch hier noch vorhanden war. 

Großer Beutegreifer Wolf

Gregor Grill, Fachreferent bei der Landwirtschaftskammer Salzburg, führte den EuRegio-Rat in einem profunden Einführungsvortrag in die Problematik ein. Er skizzierte die Entwicklung der Wolfspopulationen in Europa (derzeit gibt es rund 18.000 bis 25.000 Wölfe in etwa 9 Teilpopulationen mit einer Zuwachsrate von rund 30% pro Jahr) und ihren Bewegungsradius von täglich 60 bis 100 km. Ebenso erläuterte er den rechtlichen Rahmen für ein Wolfsmanagement und die Auswirkungen des Wolfes auf die Viehhaltung und die Weidewirtschaft, auf die Almwirtschaft, auf den Tourismus und die Gesellschaft sowie auf die Biodiversität gerade auch auf den Almen. Grill verwies darauf, dass nach seiner Meinung der strenge Schutzstatus des Wolfes in derzeitiger Form wissenschaftlich kaum noch zu halten sei, der Wolf sei in Europa nicht mehr gefährdet, er komme nur nicht überall vor. So sei auch die rechtliche Basis für den strengen Schutzstatus entstanden, als kein Wolf mehr da war.

"Wolsfmanager"

In der Diskussion wurden viele Argumente und Meinungen eingebracht. So wurde etwa darauf verwiesen, dass der alpine ebenso wie der voralpine Raum in der EuRegio mit seiner Kleinstrukturiertheit das Nebeneinander von Wolf und Almwirtschaft nicht vertrage und daher eine Bejagung erlaubt sein sollte, dass die Positionen des Natur- und Artenschutzes zu wenig berücksichtigt seien oder dass durch den Wolf die Gefahr eines Aufgebens land- und almwirtschaftlicher Betriebe deutlich zunehmen würde, was wiederum auch die Produktion regionaler Lebensmittel oder auch deren Image gefährden würde. Ebenso wurde der Tierschutz auch für die Tiere eingefordert, die vom Wolf gerissen werden, oder die Einrichtung eines "Wolfsmanagers" angeregt, der bei einer Aufrechterhaltung des strengen Schutzstatus für den Wolf trotzdem das Prinzip "Weide vor Wolf" im Auge behalten könnte. Auch die Schweiz wurde angesprochen, wo es eigentlich einen Herdenschutz gibt, bei Problemen der Wolf aber geschossen werden darf, was bereits in neun Fällen geschehen ist. Die Einzäunung auf Almgebieten wurde für Nebenerwerbslandwirte ebenso als logistisch nicht zu bewältigen eingestuft wie der Herdenschutz etwa mit Hütehunden, eher hörten die Landwirte auf.

EuRegio-Rat beschließt Resolution

Die vom EuRegio-Rat dann mit einer Gegenstimme beschlossene Resolution ist an die zuständigen Politikerinnen und Politiker Deutschlands, Österreichs, Bayerns und Salzburgs sowie an die Europäische Kommission und den Ausschuss der Regionen gerichtet und enthält fünf Forderungen. Neben dem Schutz und Erhalt der bäuerlichen Weide-, Freiland- und Offenstallhaltung ist dies die Erstellung einer umfassenden Folgenabschätzung bei Rückkehr des Wolfes auf den alpinen und voralpinen Raum, auf die vielfältige, kleinstrukturierte Land- und Forstwirtschaft sowie auf die von dieser geprägte Kulturlandschaft. Weiters ist eine breite und sachliche Information der Bevölkerung ebenso notwendig wie die Reduzierung des Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene und die Schaffung von Weideschutzgebieten entsprechend dem Beschluss des Europäischen Parlaments. In Regionen, wo Präventionsmaßnahmen nicht verhältnismäßig erscheinen, muss durch eine konsequente Bestandsregulierung eine Wiederansiedlung des Wolfs ausgeschlossen werden. Nicht zuletzt hat der Staat alle durch die Rückkehr des Wolfs entstehenden Kosten zu übernehmen.

EuRegio Haushalt 2019

EuRegio-Geschäftsführer Steffen Rubach stellte dann dem EuRegio-Rat den Haushalt für das Jahr 2019 vor, der einstimmig angenommen wurde. Anschließend informierte er über das noch bis 2021 laufende EU-Förderprogramm INTERREG V A Österreich/Bayern, in dessen Rahmen noch Förderanträge in den Bereichen Inwertsetzung des Natur- und Kulturerbes im Hinblick auf eine nachhaltige, grenzüberschreitende touristische Entwicklung, Schutz des Lebensraums und der Biodiversität, Kleinprojektefonds und Aufbau und Intensivierung langfristiger und struktureller grenzübergreifender Kooperationen möglich sind. Ein Ausblick auf die INTERREG-Periode 2021-2027, die auch im bayerisch-österreichischen Grenzraum wieder kommen wird, mit den EU-Leitzielen intelligenteres Europa, grüneres und CO2-freies Europa, stärker vernetztes Europa, sozialeres Europa und bürgernäheres Europa rundete den Informationsblock ab.

Am Ende der Sitzung dankte EuRegio-Vizepräsident und Bürgermeister von Lofer Norbert Meindl dem Hauptreferenten Gregor Grill mit einem kleinen Präsent sowie dem Ramsauer Bürgermeister Herbert Gschoßmann und Hotelier Johannes Lichtmannegger für ihre Ausführungen zum Bergsteigerdorf Ramsau und den Verknüpfungen mit regional ausgerichteten Wertschöpfungsketten und Produkten.

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