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ÖPNV: Schüler- und Studententicket kommt

Landkreis BGL will 5555 subventionierte Fahrkarten verkaufen - für 2 Euro monatlich durchs gesamte Kreisgebiet

Ein Ticket für das gesamte Kreisgebiet soll es für zwei Euro pro Monat geben. Neun Euro schießt der Landkreis pro Ticket hinzu. Alle Linien sollen damit genutzt werden können.
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Ein Ticket für das gesamte Kreisgebiet soll es für zwei Euro pro Monat geben. Neun Euro schießt der Landkreis pro Ticket hinzu. Alle Linien sollen damit genutzt werden können.

Der Landkreis Berchtesgadener Land plant die Einführung eines Schüler- und Studententickets für den Linienbusverkehr. Das stark subventionierte Ticket soll für das gesamte Kreisgebiet Gültigkeit haben - auf speziellen Linien bis nach Traunstein.

Landkreis Berchtesgadener Land - Damit will der Landkreis unter anderem der stark gesunkenen Nachfrage seit Coronabeginn im Linienbusverkehr entgegenwirken, wie es in der Sitzung des Ausschusses für Umweltfragen, Energie, Landkreisentwicklung und Mobilität hieß. Eine Hürde zum Erfolg dürfte die überholt wirkende Erwerbsmöglichkeit bergen: Junge Leute sollen das Ticket beim Busfahrer erwerben - einen Online-Kauf wird es zunächst nicht geben.

Ziel der Initiative sei es, „jungen Menschen ein attraktives Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu unterbreiten und deren eigenständige Mobilität zu verbessern”, heißt es in einem Landkreis-Papier. Zudem soll durch das neue Tarifprodukt erreicht werden, dass sich die Pandemie-bedingt „stark gesunkenen Fahrgastzahlen” im ÖPNV wieder erhöhen. Geht es nach dem Landkreis, soll das Schüler- und Studententicket am 1. April 2022 starten.

Das Angebot gilt auch für Auszubildende, Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes und all jene, die eine Schule im regulären Schulsystem eines Bundeslandes oder im Ausland besuchen sowie für Studenten an Fachhochschulen, Universitäten, aber auch ausländischen Bildungseinrichtungen. Der Erwerb des Tickets sei damit auch für Personen gültig, die ihren Wohnsitz außerhalb des Landkreises haben.

Die Fahrberechtigung soll ein Ergänzungsticket zu den klassischen Schülerfahrkarten darstellen. Letztere gelten in der Regel nur streckenbezogen zwischen Wohnort und Ausbildungsstätte. 

In die Quere wollen sich die Verantwortlichen dabei nicht kommen, deshalb gilt das Schüler- und Studententicket zwar ganztags - an Schultagen jedoch erst ab 14 Uhr, um keine Konkurrenzsituation zu den Schülerfahrkarten zu generieren, sagt Manuel Münch, im Landratsamt zuständig für die Landkreisentwicklung. Das Ticket soll explizit auf allen Buslinien im Kreisgebiet Berchtesgadener Land Gültigkeit haben.

Bei Landkreis-übergreifenden Linien auch bis zu deren Endpunkt im Landkreis Traunstein. Davon ausgenommen bleibt der Rufbus-Verkehr und saisonale Sonderlinien. Auf grenzüberschreitenden Linien ist das Ticket nur innerhalb des Kreisgebietes gültig, ab der Staatsgrenze sollen Nutzer für den verbleibenden Streckenabschnitt den regulären Fahrpreis zahlen. 

Dabei kostet die Monatsfahrkarte elf Euro. Der Landkreis will neun Euro davon übernehmen. Für die Berechtigten bleiben somit zwei Euro für ein Monatsticket. Für die Förderung des Tickets werden jährlich 50000 Euro durch den Landkreis im Haushalt bereitgestellt. Dieser Betrag sei ein mit den Verkehrsunternehmen abgestimmter Kalkulationsansatz, heißt es. Die Summe reicht aus, um 5555 Tickets für den Verkauf bereitzustellen. Fraglich bleibt die selbst gesetzte Hürde des Erwerbs: Schüler oder Auszubildende müssen das Ticket direkt beim Busfahrer kaufen, also nicht anders als vor 20 Jahren. Darauf weist auch Schönau am Königssees Bürgermeister und Ausschussmitglied Hannes Rasp (CSU) hin: „Das Angebot ist sehr gut”, sagte dieser. Allerdings müsse so schnell als möglich die Möglichkeit eines Online-Tickets her, forderte Rasp.

Als „gute Anregung” empfand das Landrat Bernhard Kern (CSU). „Die Schüler brauchen ihr Ticket auf dem Handy, vergleichbar mit dem Impfausweis”, sagte der Landkreis-Chef. Scheinbar reicht dem Landratsamt bis April kommenden Jahres aber nicht die Zeit, um den Online-Ticketkauf technisch umzusetzen. So wird der Erwerb ausschließlich in den Linienbussen jener Verkehrsunternehmen stattfinden, die man für das Ticket gewinnen konnte. Dazu gehören die Regionalverkehr Oberbayern, die Stadtwerke Bad Reichenhall, die Städte Freilassing und Laufen, der Salzburger Verkehrsverbund, der Verkehrsbetrieb Brodschelm, Hogger sowie das Omnibus- und Transportunternehmen Gloss. Die Integration des Stadtbusverkehrs in Freilassing sowie der Linie 24 (Freilassing-Salzburg) steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrates.   

kp

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