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CSU-Kreisverband BGL

Vorstoß für Wind- und Wasserkraft im Berchtesgadener Land

CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber begrüßte Dr. Martin Huber, MdL, bei der Klausurtagung der CSU-BGL. Der Landesvorsitzende des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landentwicklung gab den Mitgliedern des Kreisverbands Einblick in bayern-, bundes- und EU-weite Entwicklungen im Energiebereich. Auch Bezirksrat und CSU-Stellvertreter Georg Wetzelsperger referierte zu den Themen Stromgewinnung und Energieverbrauch.
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CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber begrüßte Dr. Martin Huber, MdL, bei der Klausurtagung der CSU-BGL. Der Landesvorsitzende des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landentwicklung gab den Mitgliedern des Kreisverbands Einblick in bayern-, bundes- und EU-weite Entwicklungen im Energiebereich. Auch Bezirksrat und CSU-Stellvertreter Georg Wetzelsperger referierte zu den Themen Stromgewinnung und Energieverbrauch.

Neue Zeitrechnung in der regionalen Energieerzeugung: CSU-Kreisverband BGL treibt Prüfung von Windrädern und Wasserkraftwerken voran. Kreisvorsitzende Michaela Kaniber: „Wir dürfen nicht lockerlassen.“

Die Mitteilung im Wortlaut:

Landkreis Berchtesgadener Land - Mit der Ukraine-Krise haben sich viele Ansichten geändert – auch hinsichtlich der Energieversorgung. Jetzt gilt es, die regenerative und regionale Energieerzeugung voranzutreiben: Daher beschloss der CSU-Kreisverband in seiner Klausurtagung in Ainring einstimmig einen Antrag im Kreistag einzureichen, um die Schaffung neuer Wasser- und Windkraftanlagen im Landkreis zu prüfen – und auch die Potenziale zur Erzeugung regenerativer Energien aus anderen Energieträgern. „Wir haben eine neue Zeitrechnung und das ist jetzt auch überall angekommen“, ist die CSU- Kreisvorsitzende, Stimmkreisabgeordnete und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, überzeugt. „Selbst Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist bereit, beim Thema Energie den Klima- und Umweltschutz ein stückweit hintenanzustellen. Dann gilt das nicht nur für Windkraft, dann muss das auch für Wasserkraft gelten.“ Für beides gebe es Möglichkeiten im Berchtesgadener Land, wie die Klausurtagung deutlich machte. Und dieses Potenzial gelte es zu nutzen, so die einhellige Meinung.

Vier Standorte für Windkraftanlagen, drei für Wasserkraftwerke

Konkrete Maßnahmen zeigte Bezirksrat Georg Wetzelsperger auf: „Laut des Regionalplans Windenergie der Region 18 ist der gesamte Landkreis Ausschlussgebiet. Es gibt aber vier sogenannte weißen Flecken“, so der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende. Demnach gibt es Optionen für Windkraftanlagen im Gemeindegebiet von Teisendorf, Saaldorf-Surheim und Laufen. Wasserkraftwerke wären laut Energieatlas Bayern an der Saalach in Bad Reichenhall, an der Luitpoldbrücke und in der Nähe von Piding möglich. Im Landkreis beträgt der Anteil der Wasserkraft am Strombezug 22 Prozent, 2020 entsprach das 91.500 Megawattstunden pro Jahr. Laut Energiebilanz BGL könnte man bis 2030 ein Potenzial von 123.000 Megawattstunden ausschöpfen. Wäre da nicht der Konflikt mit dem Natur- und Landschaftsschutz.

In Sachen Wasserkraft sei man leidgeprüft. Wetzelsperger warf dazu ein Zitat von Albert Einstein ein: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und trotzdem zu hoffen, dass sich etwas ändert!“ Mehr als die Hälfte der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien kommt in Bayern aus der Wasserkraft. Von 7700 Wasserkraftanlagen in Deutschland befinden sich ca. 4250 in Bayern. „Bedauerlicherweise sieht man die kleine Wasserkraft in Berlin nicht gerne, denn im aktuellen Osterpaket EEG 2023 ist vorgesehen, Anlagen unter 500 kW künftig nicht mehr zu fördern. Nicht in Ordnung ist auch die Berliner Denkweise, in der die Windkraft offenbar beim Tier- und Vogelschutz eine übergeordnete Rolle spielt, bei der Wasserkraft aber der Fisch als maximal schützenswert gilt, so CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber. Bei der Windkraft braucht es jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung. Die Planungsverbände müssen bei den Windkraftanlagen tätig werden.“

Dies gelte auch für den Planungsverband in der Region 18 – der die Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf und Rosenheim umfasst. „Wir müssen uns Gedanken machen: Wenn ein Standort möglich ist, dann sollten wir den auch nutzen. Die Zeiten sind vorbei, in denen man an alten Ausschlusskriterien festhält“, so die Landwirtschaftsministerin.

Moderne Windkraftanlagen sind viel leistungsstärker, leiser und umweltfreundlicher

„Bayern forciert seit den Zeiten Franz Josef Strauß‘ die eigene Unabhängigkeit in Sachen Energieversorgung“, begann Landtagsabgeordneter Dr. Martin Huber aus Mühldorf seinen Vortrag. Der Landesvorsitzende des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landentwicklung gab den Mitgliedern des Kreisverbands Einblick in bayern-, bundes- und EU-weite Entwicklungen im Energiebereich. Ministerpräsident Dr. Markus Söder forderte kürzlich die Bundesregierung auf, ein Konzept zur Energie-Versorgungssicherheit vorzulegen und sprach sich dafür aus, die Kernkraftwerke drei bis fünf Jahre länger laufen zu lassen. Bayernweit soll es laut Staatsregierung 500 plus x neue Windkraftanlagen geben. Die 10-H-Regelung soll dabei reformiert bestehen bleiben. Ein beschleunigter Ausbau der Windenergie ist zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende, so Huber: „Moderne Windkraftanlagen sind mit ihren großen Rotoren viel leistungsstärker als die bisher gebauten. Deshalb können wir mit zwei bis dreimal so vielen Anlagen wie heute durchaus sehr ambitionierte Ziele erreichen.

Der technische Fortschritt spielt auch eine Rolle für die Bürgerakzeptanz und den Naturschutz. Neue Windkraftanlagen sind zwar größer, aber leiser und dadurch besser für Anwohner verträglich. Außerdem können sich neuere Anlagen auf Flugbewegungen von schlaggefährdeten Vögeln beispielsweise anpassen – sie stellen dann ihre Rotorbewegungen ein, wenn Flugbewegungen vom Rotmilan oder von Fledermäusen zu vernehmen sind.“ Dennoch sei Bayern nicht prädestiniert für die ausschließliche Nutzung von Windkraft, stellte der Energie-Experte dar. Würde Bayern sich rein mit Windkraft versorgen wollen, müssten im Freistaat 9000 Windräder stehen – etwa 100 pro Landkreis. Das sei hierzulande nie zu schaffen – aber im Ausland. Man müsse die Sache deshalb europäisch denken, so Huber: „Uns muss klar sein: Das was wir in Bayern brauchen, werden wir im regenerativen Bereich nicht auf eigener Fläche schaffen.“ Großbritannien etwa könne dreimal so viel Energie mit Windkraft erzeugen, wie das Vereinigte Königreich selbst benötigt. „Ostsee, Nordsee, Atlantik, Mittelmeer – da könnte man viel machen mit Windenergie“, so Huber.

Wasserstoff als Energieträger der Zukunft

Als Energieträger der Zukunft stellte Huber Wasserstoff vor. Dieser wird durch Elektrolyse aus Wasser hergestellt. „Bayern, vor allem das Bayerische Chemiedreieck, will auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft eine substanzielle Rolle spielen“, so der Landtagsabgeordnete. „Der Verband der Chemischen Industrie und die Gewerkschaft IG BCE haben ein gemeinsames Positionspapier vorgestellt, in dem sie sich zum Potenzial des Wasserstoffs für eine entcarbonisierte Wirtschaft bekennen. Entcarbonisiert heißt, dass Energie, ob in der Produktion von Gütern oder in der Mobilität, nicht mehr aus fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas oder Erdöl stammen sollte. In der Chemischen Industrie nimmt Wasserstoff eine Schlüsselrolle ein: für die Produktion wichtiger Basischemikalien wie Ammoniak und Methanol werden heute etwas mehr als eine Million Tonnen Wasserstoff benötigt.“

Wasserstoffherstellung könnte auch eine Lösung darstellen für die Betreiber von Freiflächenanlagen in der Landwirtschaft, die aus dem EEG fallen: Huber könnte sich vorstellen, dass sich Energiegenossenschaften gründen, die gemeinsam mit dem erzeugten Strom eine Elektrolyseanlage betreiben. In der Photovoltaik auf Dachflächen sieht er großes Potenzial: „Deutschland hat einen Stromverbrauch von 650 Terrawattstunden. Wenn ich nur sinnvolle Dachflächen in Deutschland hernehme, kann ich 150 Terrawattstunden mit PV-Anlagen erzeugen.“

Heimischen Strom liefert ab sofort die „Watzmann Natur Energie“

Wie Gemeinden bei der regenerativen Energieerzeugung zusammenarbeiten können, stellte Schönaus Bürgermeister Hannes Rasp auf der CSU-Klausurtagung vor: Die Gemeinden und Märkte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau a. Königssee, Marktschellenberg und Ramsau b. Berchtesgaden sowie die Stadtwerke Bad Reichenhall und Energie Südbayern haben sich zur Watzmann Natur Energie zusammengeschlossen. Seit diesem Monat liefern sie Strom an Privatkunden und Unternehmen, der im Berchtesgadener Talkessel erzeugt wurde. „Überwiegend aus Sonnenstrom“, so Rasp. Bei Photovoltaikanlagen sei noch mehr möglich, so der Geschäftsführer der Watzmann Natur Energie weiter. Ziel sei außerdem, Wasserkraft zu nutzen, um sichere, faire und bezahlbare Energie für den Landkreis Berchtesgadener Land anbieten zu können.

Pressemitteilung CSU-Landkreis Berchtesgadener Land

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