Corona-Notbremse verlängert Perspektivlosigkeit im Berchtesgadener Land

IHK-Regionalausschuss Vorsitzende: Hoffnung durch kluge Konzepte und schrittweise Öffnungen

Die beschlossene bundesweite Corona-Notbremse wird die Perspektivlosigkeit bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmern im Berchtesgadener Land verlängern.

Bad Reichenhall - „Die nur an Inzidenzwerten orientierten Maßnahmen werden weiter für ein chaotisches Stop-and-Go vor allem im Einzelhandel sorgen“, sagt Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land. „Die Politik spricht immer nur von Schließungen, aber nie über kluge, stufenweise und sichere Öffnungsschritte. Angesichts steigender Impfquoten brauchen wir einen klaren Weg aus der Pandemie.“

Ausschussvorsitzende sieht Konzepte und Erleichterungen in anderen Ländern als Vorbild

„Ich wünsche mir, dass auch Signale der Hoffnung gesetzt werden. Eine Botschaft der Politik wäre, zu sagen: Wenn eine gewisse Impfquote und eine niedrige Inzidenz erreicht sind, können bestimmte Bereiche des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens mit Augenmaß und umsichtigen Schutzvorschriften wieder öffnen“, so Wagner. „Auf solche Botschaften warten vor allem die Tourismusbranche, das Gastgewerbe und die Gastronomie.“

Die Lage in diesen gerade für das Berchtesgadener Land so wichtigen Branchen sei derzeit katastrophal, erklärt die Unternehmerin. „Seit Oktober gibt es in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Landkreis keine Gäste mehr.“ Wagner verweist darauf, dass die Betreiber bereits im vergangenen Jahr viel Geld in Hygienemaßnahmen investiert haben. „Es gibt zudem zahlreiche Möglichkeiten der digitalen Kontaktnachverfolgung. Zusammen bildet das eine gute Grundlage, bei sinkender Inzidenz und zugleich steigender Zahl an Geimpften schrittweise und behutsam den Weg für Öffnungen zu ebnen.“

Über alle Corona-Wirtschaftshilfen, die die IHK für München und Oberbayern im Auftrag der Staatsregierung abwickelt, sind bislang mehr als 20 Millionen Euro in das Berchtesgadener Land geflossen. Wagner begrüßt, dass bei der Überbrückungshilfe 3 inzwischen Betriebe mit einem Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent ihre Fixkosten in voller Höhe erstattet bekommen. „Davon profitiert vor allem die Tourismus- und Veranstaltungsbranche im Landkreis. Diese Zuschüsse sind eine Stütze in der Krise, aber sie können niemals die ausfallenden Umsätze, Gewinne und Löhne ersetzen. Je länger der Lockdown andauert, desto mehr Unternehmerinnen und Unternehmern geht das Geld aus“, warnt die Vorsitzende.

Pressemitteilung der IHK München

Rubriklistenbild: © Jens Büttner

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