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Contact-Tracing-Team im Berchtesgadener Land viel zu klein

Gesundheitsamt beginnt mit Priorisierung bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen

Probleme bei der Nachverfolgung hat aktuell das im Landratsamt ansässige Gesundheitsamt. Dort hat man begonnen Kontaktgruppen zu priorisieren.
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Probleme bei der Nachverfolgung hat aktuell das im Landratsamt ansässige Gesundheitsamt. Dort hat man begonnen Kontaktgruppen zu priorisieren.

Das Contact-Tracing-Team im Landratsamt Berchtesgadener Land kommt mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen Corona-Infizierter nicht mehr hinterher.

Berchtesgadener Land - „Die Ermittlung muss priorisiert werden”, bestätigt eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage. Währenddessen gibt es mehrere Corona-Infizierte, die vorvergangenen Samstag bei der Eröffnung des Kulturhofes Stanggaß anwesend waren. 4000 Besucher seien laut Angaben des Veranstalters über den Tag verteilt vor Ort gewesen. 

Die 33 Mitarbeiter des Contact-Tracing-Teams (CTT) ersticken in Arbeit. Das bestätigt ein Mitarbeiter. „Die Nachverfolgung ist außer Ruder.” Werden die CT-Teams personell aufgestockt, nachdem der Katastrophenfall in Bayern ausgerufen wurde? Auf eine schriftliche Anfrage im Landratsamt hieß es: „Das Gesundheitsamt arbeitet bereits mit Unterstützungskräften von der Regierung von Oberbayern und der Polizei. Zusätzlich wurden kurzfristig Kräfte aus anderen Bereichen des Landratsamtes abgestellt und auch ein Einsatz von Unterstützungskräften der Bundeswehr ist geplant.“

Offiziell hat man im Landratsamt damit begonnen, bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen zu priorisieren, wie eine Sprecherin bestätigt. Bedeutet: Momentan werden lediglich „Kontakte im Hausstand der Indexperson ermittelt und Kontakte rund um Indexpersonen in Einrichtungen, wie Alten- und Pflegeheimen, Schulen und Kitas”, teilt das Landratsamt per E-Mail mit. Indexpersonen würden darauf hingewiesen, ihre Kontakte in der Folge entsprechend zu informieren. Diese sollen sich über einen Selbstmeldebogen auf der Webseite des Landratsamtes beim Gesundheitsamt melden, heißt es.

Zu viele Infizierte für zu wenige Mitarbeiter

Dass das Contact-Tracing-Team viel zu klein ist, bestätigt der Mitarbeiter. Schon lange könne man den Anforderungen nicht mehr gerecht werden, „weil jeder Infizierte meist mit einigen weiteren Personen in direktem Kontakt stand”. Aktuell sind im Landkreis über 1000 Personen mit Corona infiziert, knapp jeder hundertste Landkreisbewohner.

Kurz vor Beginn des Lockdowns im Oktober vergangenen Jahres verfolgte man im Gesundheitsamt das Ziel „alle engen Kontaktpersonen ab zwei Tage vor Symptombeginn beziehungsweise bei fehlenden Symptomen ab zwei Tage vor Testdatum” zu ermitteln und zu informieren. Zu diesem Zeitpunkt lag die Inzidenz aber nur bei etwas mehr als 70. Während des Lockdowns wurde das CT-Team erweitert, unter anderem von Bundeswehrsoldaten unterstützt. 

Wie viele Personen sich bei der Eröffnung des neuen Hotels in Bischofswiesen, des Kulturhofes Stanggaß, insgesamt infiziert haben könnten, ist nicht bekannt. Besucher konnten sich das Haus anschauen, am Abend fand ein Musikkonzert statt. Zu möglichen Corona-Infektionen sei dem Veranstalter „nichts bekannt”, teilt der Pressebeauftragte mit. Am Hoteleinlass habe ein Sicherheitsdienst „strengstens 3G+ kontrolliert”, beim am Abend stattfindenden Konzert der Band LaBrassBanda hatten nur Genesene und Geimpfte Zutritt. 

Aufgrund der „sehr hohen Infektionszahlen” sei es dem Gesundheitsamt aktuell nicht möglich, Aussagen darüber zu treffen „ob und wie viele Indexpersonen konkret auf diese Veranstaltung zurückzuführen sind”, heißt es aus dem Landratsamt. Und weiter: Die Veranstaltung sei „in der durchgeführten Form” zulässig gewesen. 

kp

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