Digitalfunk-Test: Kreisbrandrat appelliert

  • schließen

Landkreis - Im Oktober 2015 soll auch im Berchtesgadener Land ein sechsmonatiger Probebetrieb des Digitalfunk starten. Kreisbrandrat Josef Kaltner appelliert deshalb an die Gemeinden.

"Der Test findet in allen Gemeinden des Landkreises Berchtesgadener Land statt, da der Probebetrieb - die Testphase - ein Teil der vertraglichen Abnahme ist", erklärt er als erstes gegenüber BGLand24. Derzeit wird in den einzelnen Gemeinden per Gemeinde- bzw. Stadtratsbeschluss über den Probebetrieb abgestimmt. Nicht ohne Diskussionen, wie das Beispiel Ainring zeigt:

Ein neues System sei erforderlich, war man sich dort im Gemeinderat einig, doch es sei nicht nachvollziehbar, wie die Regierungen hinter verschlossenen Türen den Tetrafunk ausgehandelt hätten. Außerdem seien die gesundheitlichen Schäden durch die Strahlungen immer noch nicht ausreichend untersucht. Trotzdem sprach sich Bürgermeister Hans Eschlberger für den Digital-Funk aus: "Die Ablösung des Analogfunks führt auch dazu, dass vor allem bei Großeinsätzen mit mehrerer Hilfsorganisationen der Störeffekt des Funkkontakts reduziert wird und der digitale Funkverkehr ein wesentlich besseres Kommunizieren der Einsatzkräfte erlaubt. Oft gibt es für die bisherigen analogen Geräte keine Ersatzteile mehr, es sind schlichtweg Auslaufmodelle. Wir müssen der neuen Technologie folgen“, betonte er. Dem schloss sich die Mehrheit der Gemeinderäte an.

Mehr zum Thema Digitalfunk:

Gemeinderäte kritisieren Digitalfunk-Testlauf

Wie funktionieren die neuen Funkgeräte?

Umrüstung auf BOS-Digitalfunk

Ähnliches ist oder wird auch in den anderen Gemeinden passieren und dann sind die Einsatzkräfte am Zug. Josef Kaltner gibt im BGLand24-Interview zu, dass der genaue Testumfang und der Testablauf erst innerhalb einer Arbeitsgruppe in den nächsten Monaten erst erarbeitet wird. Einiges sei aber schon bekannt: "In den ersten zwei Monaten finden Messfahrten mit einem speziellen Messfahrzeug statt. Dies ist auch ein Teil der vertraglichen Abnahme zwischen dem Ersteller des Digitalfunknetzes und dem Staat als Auftraggeber. Dann soll über weitere vier Monate der Digitalfunk unter Einsatzbedingungen ausprobiert werden."

In dieser Phase werde der bisherige Analogfunk weiterhin parallel betrieben. "Es gilt zu testen, ob die Funkversorgung im Landkreis ausreichend ist", so Kaltner. "Hier spielen gerade im Berchtesgadener Land die topographischen Verhältnisse eine wesentliche Rolle. Ebenso wird die Leistungsfähigkeit des Netzes durch einen Parallelbetrieb zahlreicher Funkgeräte - wie bei einem Großschadensereignis Hochwasser o.ä. - getestet werden. Und dies an unterschiedlichen Standorten im Funknetz."

Der sechsmonatige Probebetrieb diene natürlich auch der intensiven Einschulung aller hauptamtlichen und ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Polizei, der Rettungsdienste, der Feuerwehren, des THW und den weiteren BOS-Einheiten, weiß der Kreisbrandrat. Deshalb sei die Teilnahme der Feuerwehren am Probebetrieb auch so wichtig. "Gemeinden, die dem Probebetrieb ihrer örtlichen Feuerwehr nicht zustimmen, verhindern nicht den Digitalfunk in ihrem Gemeindebereich, da ja alle BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) außer der eigenen örtlichen Feuerwehr im Gemeindebereich während des Probebetriebs digital funken werden. Die Gemeinde vergibt aber die Chance im Rahmen des Probebetriebs ihre ehrenamtlich Feuerwehrdienstleistenden zu schulen und für den Einsatzbetrieb fit zu machen", gibt Josef Kaltner zu bedenken. "Diese Schulung muss dann zu einem späteren Zeitpunkt aufwendig nachgeholt werden." Zudem werde ebenfalls die Gelegenheit verpasst, feuerwehreinsatztaktisch kritische Örtlichkeiten auf ein hinreichendes Digitalfunknetz auszutesten und noch vor erfolgter Abnahme zu bemängeln.

cz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Landkreis BGL

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser