Kommunalwahl Bayern 2020: Landratskandidat für das Berchtesgadener Land

18 Fragen an Bernhard Kern (CSU)

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Will Landrat im Berchtesgadener Land werden: Bernhard Kern (CSU).

Berchtesgadener Land - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch im Berchtesgadener Land wird der Landrat gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Bernhard Kern (CSU).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Bernhard Kern


2. Partei

Christliche-Soziale Union (CSU), Liste 1

3. Alter

51 (1968)

4. Wohnort

1968 – 1976 Gemeinde Ainring; OT Winkeln (Thundorf) seit 1976 Gemeinde Saaldorf-Surheim; OT Saaldorf

5. Geburtsort

Freilassing

6. Familienstand

verheiratet seit 2004

7. Kinder

1 Sohn

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Zunächst habe ich mich zwölf Jahre lang im Gemeinderat von Saaldorf-Surheim ehrenamtlich engagiert. 2014 wurde ich zum Ersten Bürgermeister gewählt. Im vergangenen Sommer hat mich die CSU zu ihrem Landratskandidaten nominiert.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Ich habe kein konkretes Vorbild. Vielmehr sind es diejenigen, die sich uneigennützig zum Wohle der Gesellschaft in die Kommunalpolitik einbringen - Bürgermeister, Gemeinderäte, Stadträte und Kreisräte.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Wenn man hier, im Landkreis Berchtesgadener Land geboren und aufgewachsen ist, gibt es natürlich eine starke Verbindung zur Heimat, zu unserer Kultur und unseren Traditionen. Das Besondere für mich ist die große Vielfalt. Zum einen bei den Menschen, die in unserem Landkreis leben, wohnen und arbeiten. Zum anderen die tolle und unterschiedliche Kulturlandschaft, die kaum eine andere Region zu bieten hat. Vom alpinen Hochgebirge, in den Berchtesgadener Talkessel und Bad Reichenhall, welche eine starke Prägung durch das Salz erfahren konnten, bis hin zum flachen Land im Norden, dem Rupertiwinkel. Es ist einmalig hier leben und arbeiten zu dürfen.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Als Landrat will ich meine Erfahrung und mein Können einbringen. Da ich 15 Jahre als geschäftsführender Gesellschafter ein Ingenieurbüro leiten durfte, kenne ich die Seite der Unternehmer, der Wirtschaft. Hier konnte ich mir viel Wissen aneignen und ein umfassendes Netzwerk aufbauen. Zudem bringe ich meine kommunalpolitische Erfahrung als langjähriger Gemeinderat und als Bürgermeister der Gemeinde Saaldorf- Surheim mit ein. Und vor allem: Ich habe die Motivation, das Berchtesgadener Land weiter zu stärken und die Lebensbedingungen für unsere Menschen stetig zu verbessern.

12. a) Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht? 

Alles was bisher erreicht wurde ist eine Gemeinschaftsaktion. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden die Stütze und Basis für gute Arbeit. Es ist nicht der Verdienst eines Einzelnen - in meinem Falle des Bürgermeisters -, sondern bedingt durch gutes, faires Zusammenarbeiten, die gesteckten Aufgaben und vorgegebenen Ziele erfolgreich umzusetzen.

12. b) Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Die 18-jährige Amtszeit unseres Landrates Georg Grabner war sehr erfolgreich. Die bedeutsamen und größten Aufgaben, wie Bildungsregion, die Erstellung und Ausarbeitung eines Energienutzungsplanes für alle Kommunen und den Landkreis in Verbindung mit dem Klimaschutzkonzept, der Nahverkehrsplan und viele andere Themen wurden in die Umsetzung gebracht. Auch der Grundstein für den Neubau des Landratsamtes wurde durch den Grunderwerb am jetzigen Standort gelegt. Klar ist aber auch: Es kommen im neuen Jahrzehnt neue Aufgaben und Herausforderungen auf uns zu. Hier werden wir natürlich auch neue Wege beschreiten, damit unser Landkreis für die Zukunft gut aufgestellt ist. Zum Beispiel bei den öffentlichen Verkehrsmittel, der Digitalisierung oder der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Was die Landkreisverwaltung betrifft: Wir haben ein gutes Potenzial an motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. An der einen oder anderen Stelle sind leichte Nachbesserungen oder Anpassungen in Abläufen unumgänglich, aber immer gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Landratsamt ist für mich in erster Linie ein Dienstleitungsunternehmen für unsere Bürger, das will ich noch mehr in den Fokus rücken.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die sicherlich größte Herausforderung der kommenden Zeit wird das Thema Mobilität, in Verbindung mit einer deutlichen Verbesserung und einem Ausbau des ÖPNV. Das Ganze in enger Verbindung und Abstimmung mit dem Landkreis Traunstein und dem Land Salzburg. Damit wir zu einer deutlichen Reduktion des Individualverkehrs auf unseren Verkehrsachsen kommen, müssen wir ein gut ausgebautes Angebot an ÖPNV-Lösungen mit Bahn, Bus, Taxis, Rufbussystemen etc. bieten. Ziel ist der grenzüberschreitende Euregio- Verkehrsverbund mit Traunstein und Salzburg – natürlich mit einheitlichem Tarifsystem.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Gute Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft. Ich will das Berchtesgadener Land als Bildungsregion stärken. Deshalb stehe ich für eine stetige Verbesserung an unseren Schulen: unseren Landkreis-Gymnasien, Realschulen, unserer Staatl. Berufsschule in Freilassing, unserer Berufsfachschule in Berchtesgaden etc. Wir im Landkreis müssen eine gut ausgebaute „Hardware“ bereitstellen. Mit unserem Klimaschutzkonzept in Verbindung mit dem Energienutzungsplan will ich die noch nicht genutzten Energie-Potenziale stärken und weiter ausbauen. In vernünftiger und ernsthafter Würdigung der natur- und umweltschutzrechtlichen Belange stehe ich klar für den Ausbau regenerativer Energien. Ein Mix zwischen PV-Anlagen (keine Freiflächen auf hochwertigen landwirtschaftlichen Flächen), Biomasse (Hackschnitzel oder Pellets) und Wasserkraft ist mein Ziel für den Landkreis, dieses Potenzial weiter auszubauen! Mit der Landkreis-Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BGLW) haben wir für unsere Wirtschaftstreibenden einen kompetenten und zuverlässigen Partner. Mit „Tourismus mit Wirtschaft“ haben wir ein weiter ausbaufähiges Potenzial. Als ehemaliger selbstständiger Dienstleister stehe ich klar hinter den beiden und will hier meine Kraft und mein Netzwerk einbringen. Wirtschaft und Tourismus sind im Landkreis wirtschaftliche Hauptfaktoren und bieten uns qualifizierte und wohnortnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze. Bei Bauen und Wohnen müssen wir unsere Anstrengungen intensivieren, aber auch Kultur, Brauchtum und die ehrenamtliche Arbeit im Landkreis sind und bleiben von besonderer Bedeutung.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Sowohl der freie Markt als auch die Wohnungsbaugenossenschaften im Landkreis haben den Wohnungsmangel seit vielen Jahren im Visier. Bedingt durch die stark gestiegene Nachfrage und die einmalige Lage im Südosten Bayerns steigen die Baulandpreise immer noch. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Die Wohnungsbaugenossenschaften machen im gesamten Landkreis eine gute Arbeit, um möglichst erschwinglichen Mietwohnungsraum zur Verfügung stellen zu können. Mit einem Leerstandsmanagement für den gesamten Landkreis können wir gut ermitteln und aufzeigen, welche Basis wir haben. Auf diese Weise können wir gemeinsam mit den 15 Kommunen vernünftige Lösungen erarbeiten. Wir machen hier Tempo, dennoch wird das Thema nicht von heute auf morgen zu erledigen sein.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Wir wollen das Verkehrsaufkommen reduzieren. Deshalb mache ich den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs zu einer meiner großen Aufgaben. Die Beratung unserer Privathausbesitzer über die Energieagentur Südostbayern gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein ist eine gute und noch ausbaufähigere Grundlage für aktiven Natur- und Klimaschutz im Landkreis. Die Landkreis-Kommunen und unser Landkreis erarbeiten laufend Potenziale und mögliche Verbesserungen besonders für die Gebäude der Kommunen und des Landkreises. Hier wollen wir einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und mit gutem Beispiel vorangehen. Mit dem Klimaschutzmanager des Landkreises haben wir einen kompetenten Partner an der Seite.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Zunächst will ich eine Lanze für unsere Landwirte brechen. Sie leisten für das Berchtesgadener Land einen unverzichtbaren Beitrag. Ohne unsere Bauern könnten wir sofort einpacken. Das muss wieder in unsere Köpfe rein. Der unmittelbare Dialog mit unseren Landwirten ist mir deshalb ein besonderes Anliegen. Mein Eindruck ist, dass sehr viele Bauern bereit sind für Veränderungen. Aber das sollte eben immer im konstruktiven Miteinander passieren.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Die Welt ist im Wandel. Alles wird schneller, alles digitaler. Umso wichtiger ist es, dass wir im Berchtesgadener Land zusammenhalten und füreinander da sind. Heimat ist ein hohes Gut, das man pflegen muss. Hier will ich als Landrat meinen Beitrag leisten und bitte alle Bürgerinnen und Bürger um ihre Unterstützung.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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