Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen BGL

Mobilität 4.0: Wimmer fordert Kultur des Handelns

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Von links: Carsharing Botschafter Ferdinand von Tüllenburg und Landratskandidat Dr. Bartl Wimmer wünschen sich mehr Vielfalt und vor allem ein Mehr an umweltfreundlicher und nachhaltiger Mobilität.

Berchtesgadener Land - Die volle Lokschuppenempore lies vermuten, dass die Besucher nicht nur Interesse am Thema Mobilität hatten, sondern auch die Gelegenheit nutzen wollten, den Landratskandidaten der Grünen näher kennen zu lernen.

Darunter einige Vertreter verschiedener Parteien sowie auch der unabhängige Freilassinger Bürgermeisterkandidat Markus Hiebl. "Ja, ich will Landrat werden", bestätigte der "Wimmer Bartl, wie er in Berchtesgaden genannt wird", gleich zu Anfang des Abends.Er sei Gründungsmitglied der bayerischen Grünen, seit 35 Jahren Gemeinderat und auch fast ebenso lange Mitglied im Kreistag und Sprecher der Umweltpartei. Als erfolgreicher Unternehmer hat er als Facharzt für Labormedizin aus einem kleinen Labor den weltweit agierenden Labordienstleiter Synlab mit 20.000 Mitarbeitern aufgebaut. Aus dem operativen Geschäft hat er sich zurückgezogen und ist sich sicher, dass er mit dieser Vita die Vorraussetzungen für das Amt eines Landrates durchaus erfülle.


Bartl Wimmer will künftig eine Kultur des Handelns schaffen und das Konzept des "schubladierens" eindampfen. "Mobilität 4.0" bedeute für ihn, alle Verkehrsträger bestens zu vernetzen. Im Kreistag habe man gerade die Rahmenkonzeption für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans beschlossen, ein besonders wichtiger Baustein sei der barrierefreie Zugang zu den Gleisen in Freilassing, und zwar von beiden Seiten der Stadt. Freilassing benötige hierbei die volle Unterstützung der Politik und er werde sich im Falle seiner Wahl mit aller Kraft für eine rasche Lösung einsetzen. Mit der Realisierung des Ausbaus der ABS 38, der Bahnstrecke München - Mühldorf - Freilassing, seien zwingend weitere Haltestellen einzurichten, wie z. B. in Freilassing Nord oder Surheim. Auch die Menschen im Landkreis müssten mit einem wesentlich verbesserten Nahverkehr von dieser umfangreichen und kostenträchtigen Baumassnahme profitieren. Derzeit müsse sehr viel Mobilität mit dem Auto abgewickelt werden, da notwendige Alternativen systematisch verschlafen wurden. „Mobilität wird nicht von allen Nutzern her gedacht“, so Wimmer, vielmehr denkt man aus der Autofahrer – Perspektive. Hätten wir mehr Radwege sowie die entsprechend klare Beschilderung und einen attraktiven öffentlichen Personen Verkehr, würden Menschen und Straßen entlastet.

Besonders wirbt Wimmer für mehr Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander, aber auch über die Staatsgrenze nach Salzburg hinweg. Synergieeffekte werden zu wenig genutzt, es werde noch weitgehend nach der Frage "was bringt es mir?" gehandelt. Bestes Beispiel seien die 200 Millionen Euro, die beidseits der Grenze in unmittelbarer Nähe für Bäder ausgegeben wurden. Als Folge unterbieten sich die Betreiber nun bei den Eintrittspreisen. Er als Unternehmer wisse, dass man gemeinsam Probleme bewältigen und positiv weiterentwickeln kann. Hierzu brauche man keine Visionen, sondern solle sich besser "in alter Bergsteigermanier" von Hügel zu Hügel fortbewegen. Vieles sei schon gedacht und befände sich anderorts längst in der Umsetzungsphase. Wir müssen nichts Neues erfinden und können stattdessen von positiven Beispielen aus Regionen wie Vorarlberg oder Bad Birnbach lernen.


Carsharing ein soziales Modell 

"Carsharing ist eine wichtige Ergänzung im Umweltverbund ÖPNV (Öffentlicher-Personen-Nah-Verkehr), und zur allgemeinen Fortbewegung" erläuterte der Sprecher der grünen Carsharing Arbeitsgemeinschaft, Ferdinand von Tüllenburg.

Er verwies auf bereits vorhandene Modelle in Laufen, Traunstein, Waging oder Heroldsberg, die von der Arbeitsgruppe näher betrachtet wurden.

Was alle diese Projekte vereint, ist eine Reduzierung der Zweitwagen und eine Verringerung des Parkdrucks.

Bis zu 70 Fahrzeuge könne ein Carsharing Auto ersetzen, wie Studien belegen. Wer sich an einem solchen Projekt beteilige, verändere auch sein Mobilitätsverhalten und reduziere seine Autofahrten. Das sei nicht nur für den Klimaschutz von Vorteil, sonder entlaste auch Geringverdiener, da sie kein eigenes Fahrzeug oder Zweitauto vorhalten müssten. Carsharing sei ein wichtiges Instrument, das Bürgern ermögliche, umweltfreundlich mobil zu sein.

"Vor allem im ländlichen Raum sind Zweitautos oft dem weitgehend fehlenden ÖPNV geschuldet", so Tüllenburg. Für Pendler sei diese Form der Mobilität weniger geeignet räumte er ein, aber durchaus für Touristen eine interessante Alternative. Die Arbeitsgemeinschaft werde weiter am den Ziel arbeiten, auch in Freilassing ein Carsharing Projekt zu starten. Fragen nach Antriebsart, Betreiber- oder Finanzierungsmodell, aber auch der Standortfrage werden demnächst erörtert. Interessierte Bürger sind herzlich dazu eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Berchtesgadener Land

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