Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Berchtesgadener Land

Vom Klimawandel und der Gastfreundschaft

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Thomas Huber im Gespräch mit Bartl Wimmer anlässlich einer Wahlveranstaltung der etwas anderen Art in Bischofswiesen.

Bischofswiesen - Die Berge faszinieren seit Jahrhunderten die Menschen, nicht nur in den Alpen. Diese Faszination ist für viele Regionen im Alpenraum aber Segen und Fluch zugleich.

Unter anderem über diesen Zwiespalt tauschten sich der Extrembergsteiger Thomas Huber und der Hobbybergsteiger und Grünen-Kommunalpolitiker Bartl Wimmer bei einer Wahlkampfveranstaltung der etwas anderen Art in Bischofswiesen aus. Zunächst begründete Huber, weshalb er sich in diesem Kommunalwahlkampf für den Grünen-Landratskandidaten Dr. Bartl Wimmer engagiert. Er selber sei beruflich zu viel unterwegs, als dass er sich dauerhaft politisch engagieren könnte. Außerdem sei er zu emotional, um in einem Kommunalparlament mitzuarbeiten. Er halte aber die meisten inhaltlichen Ziele, welche von Bündnis 90/Die Grünen und von Bartl Wimmer vertreten würden, für richtig.Und in der Person Bartl Wimmers kandidiere ein Mensch, der aufgrund seiner langjährigen kommunalpolitischen Erfahrung und seines unternehmerischen Sachverstandes der richtige Bewerber um dieses schwierige Amt sei. Weiter führte Huber aus, dass er, der in Palling geboren wurde, dankbar sei, im wunderschönen Berchtesgadener Tal leben zu dürfen. Dieses einzigartige Tal gelte es, zu schützen und zu bewahren. 


Bartl Wimmer wies in seinen einleitenden Worten darauf hin, dass der ganze Landkreis und das Berchtesgadener Tal insgesamt recht gut dastünden. Zugleich gebe es aber auch eine ganze Reihe von Herausforderungen, die es zu meistern gelte. So sei er davon überzeugt, dass ein weiteres unbegrenztes Anwachsen der Besucherzahlen im Tourismus für den Talkessel auf Dauer nicht zu verkraften sei. Vor allem müsse bedacht werden, ob zusätzliche Angebote in diesem Bereich, etwa Ressorts, Großhotels oder massive Erweiterungen bei Seilbahnen, der einheimischen Bevölkerung nutzten oder nur zum Teil ortsfremden Investoren. Der früher Sprecher der Bürgerinitiative gegen Olympische Winterspiele erinnerte an die zahllosen Projektideen früherer Jahre, wie Watzmannseilbahn, Erschließung Jenner-Südseite oder Skigebiet Schneibstein-Kahlersberg, die von Befürwortern damals als unverzichtbar für die Überlebensfähigkeit des Tourismus im Berchtesgadener Tal deklariert wurden. Aus seiner Sicht sei es ein Segen, dass diese Projektideen nicht Realität wurden. Jedes einzelne Projekte müsse auf seinen Nutzen für die einheimische Bevölkerung hin geprüft werden. 

Beim Ausbau des Jenner in seiner jetzt umgesetzten Dimension und beim geplanten 500-Betten Hotel am Königssee sieht Wimmer dieses Kriterium nicht erfüllt. Auch beim Thema Mobilität sieht Wimmer großen Handlungsbedarf. Ein weiteres Anwachsen des Individualverkehrs würde unweigerlich zum Kollaps führen, ist der Grünen-Kreistagsfraktionschef überzeugt. Neben konkreten inhaltlichen Themen wurden von beiden Redner aber auch Parallelen zwischen Bergsteigen und der Politik angesprochen. Beim Bergsteigen wie in der Politik brauche man einen guten Plan, müsse aber auch immer wieder zu Planänderungen bereit sein und dabei Entscheidungsstärke zeigen. Ebenso wären in der Politik wie beim Bergsteigen visionäres Denken und pragmatisches Handeln gleichermaßen nötig, zeigten sich Huber und Wimmer einig. Nach der Diskussionsrunde hielt Thomas Huber einen emotionalen und beeindruckenden Vortrag mit Dias und Filmmaterial über seine letzten bergsteigerischen Expeditionen in der Latok-Gruppe in Pakistan. Dort habe er wiederholt am eigenen Leib die Auswirkungen des Klimawandels erfahren. Zugleich sei er bei seinen Besuchen immer wieder tief beeindruckt über die Gastfreundschaft der Einheimischen. Diese Gastfreundschaft Fremden gegenüber, egal welcher Hautfarbe oder Religion, wünsche er sich auch hierzulande.

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