Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für Schulen im Landkreis Berchtesgadener Land

Keine weiteren mobilen Luftfilter trotz Förderung? Deshalb entschied der Ausschuss so

Luftfiltergeräte an Schulen
+
Ein Luftfiltergerät steht in einem Schulraum. Sie sollen die Konzentration von Aerosolen in Klassenräumen senken. (Symbolbild)
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
    schließen

Kürzlich stellte Ministerpräsident Söder Förderungen für die Beschaffung mobiler Luftfilter für Schulen in Aussicht. Für den Kreisausschuss des Kreistags des Landkreises Berchtesgadener Land überwogen jedoch die Gründe gegen eine solche Investition.

Landkreis Berchtesgadener Land - Der Kreisausschuss beschloss in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich, dass keine weiteren mobilen Luftreinigungsgeräte für die Schulen in seiner Sachaufwandsträgerschaft beschafft werden. Damit bekräftigte er seinen Beschluss vom aus dem März 2021. Anlass war eine aktuelle Aussage von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dieser hatte einer 50-prozentigen Förderzusage wegen des dringenden Wunsches nach einem dauerhaften Präsenzunterricht an den Schulen gemacht. Letztlich sah das Gremium aber keine Änderung beziehungsweise Verbesserung der Gründe für eine solche Investition. Damit steht es nicht alleine. Auch im Kreis Rosenheim fiel kürzlich eine derartige Entscheidung (Plus-Artikel rosenheim24.de).

Kosten würde eine solche Nachrüstung, wenn alle Klassen- und Fachräume ohne raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlage) ausgestattet werden sollten insgesamt 705.600 Euro, wobei mit Förderungen in Höhe von 343.000 Euro und somit einem Eigenanteil des Landkreises von362.600 Euro zu rechnen sei. Würden alle Räume, ob mit oder ohne RLT-Anlage, nachgerüstet, gäbe es bei Gesamtkosten von 1.033.200 Euro und einer Förderung von voraussichtlich 502.250 Euro für den Landkreis einen Anteil von 530.950 Euro.

Berchtesgadener Kreisausschuss spricht sich gegen Anschaffung weiterer mobiler Luftfilter aus: Gründe sind vielfältig

Der Landkreis hatte im Rahmen des Förderprogrammes bereits insgesamt 195 CO2–Sensoren für seine Schulen beschafft und im Januar 2021 verteilt. „Mit diesen Geräten lässt sich die CO2-Konzentration in der Raumluft, welche auch auf die Aerosolkonzentration schließen lässt, messen. Durch ein entsprechendes optisches und akustisches Signal weist das Gerät darauf hin, wenn der Wert von 1.000 ppm CO2 im Raum überschritten wird und gemäß der generellen Empfehlung eine Lüftung des Raumes durchzuführen ist. Damit lässt sich auch die Notwendigkeit und Dauer von Lüftungsmaßnahmen gut einschätzen und auf das notwendige Maß beschränken“, so die Kreisverwaltung.

Daneben wurden für insgesamt 21 Klassen- und Fachräume, die nicht ausreichend durch gezieltes Fensteröffnen oder durch RLT-Anlage gelüftet werden können, hochwertige mobile Luftreinigungsgeräte beschafft. „Die Geräteauslieferung an die Schulen, konkret die Berufsschule Freilassing (3), Realschule im Rupertiwinkel (7), Karlsgymnasium Bad Reichenhall (4) und das Sonderpädagogisches Förderzentrum Bad Reichenhall (7)) ist Anfang Februar 2021 erfolgt.“

Einige der Argumente, die dem Gremium dagegen vorgelegt wurden:

  • Die Wirksamkeit von mobilen Luftreinigern in Schulräumen hänge entscheidend von den technischen Spezifikationen ab. Sie seien keinesfalls ein Ersatz, sondern allenfalls als Ergänzung zum aktiven Lüften geeignet.
  • Die Wirkung mobiler Luftfilter in Klassenräumen zum Schutz gegen das Coronavirus sei nach einer Studie der Universität Stuttgart begrenzt (Plus-Artikel rosenheim24.de). Experten würden sich in ihrer Analyse im Auftrag der Stadt Stuttgart dagegen aussprechen, solche Geräte für alle Schulen anzuschaffen.
  • Die Räume in den Landkreisschulen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit seien bereits im März 2021 mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausgestattet worden. Die übrigen Klassen- und Fachräume der Landkreisschulen besäßen eine gute Lüftungsmöglichkeit. Darin sei der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte nicht notwendig, wenn ein Luftaustausch entweder durch regelmäßiges Stoß- und Querlüften oder durch raumlufttechnische Anlagen gewährleistet wird.
  • Unabhängig von der Beschaffung und dem Betrieb von mobilen Luftreinigungsgeräten in den Klassen- und Fachräumen solle zum Schutz vor infektiösen Partikeln pro Stunde ein dreifacher Luftwechsel erfolgen. „Das bedeutet, dass die Raumluft, auch beim Betrieb von Luftreinigern, in der Regel dreimal pro Stunde komplett gegen Frischluft von außenauszutauschen ist.“
  • Die Anordnung der Quarantäne bei Mitschülern von erkrankten Personen kann durch den Betrieb von mobilen Luftreinigern nicht verhindert werden. Bei einem erheblichen allgemeinen Anstieg der Corona-Fälle lässt sich auch durch den Einsatz von mobilen Luftreinigern ein durchgehender Präsenzunterricht an Schulen nicht sicherstellen.

hs

Kommentare