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Hochwasser-Katastrophe in Region, Salzburg und Tirol

So ist die Lage im Nationalpark Berchtesgaden - Soforthilfe-Paket für Hochwasser-Betroffene

Hochwasser Schönau am Königssee Ministerpräsident Söder
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Die bayerische Staatsregierung um Ministerpräsident Söder (CSU) plant mit Hochwasser-Soforthilfen von etwa 50 Millionen Euro.

Landkreis - Nach dem Unwetter und dem daraus resultierenden Hochwasser hat sich die Lage in weiten Teilen der Region, im angrenzenden Salzburger Land, in Tirol sowie in Österreich entspannt. Inzwischen laufen die Aufräumarbeiten überall auf vollen Touren. Der Katastrophenfall im Berchtesgadener Land wurde um Mitternacht aufgehoben.

Service:

Update, 17.22 Uhr - Diese Wege des Nationalparks Berchtesgaden sind wieder frei

Nationalparkmitarbeiter haben in den vergangenen zwei Tagen intensiv an der Begutachtung und Instandsetzung der beschädigten Wege und Steige gearbeitet. Wegen größerer Unwetterschäden weiterhin gesperrt bleibt der Kesselsteig (Nr. 494). Voraussichtlich sind der Rinnkendlsteig (Nr. 443) ab 22. Juli sowie der Hochbahnweg (Nr. 493) ab 23. Juli wieder begehbar.

Am Hochbahnweg werden insbesondere Radfahrer wegen der rauen Oberfläche um besondere Vorsicht gebeten. Auf dem Röth- und Schärtensteig versperren einzelne umgefallene Bäume den Weg, diese können aber verhältnismäßig leicht überstiegen werden.

Wasserschäden, Rinnen und kleinere Vermurungen sorgen im Bereich Schneibsteinweg, Gotzenstrasse, Königsweg (Foto), Saugasse, Sigeretplatte, Oberlahnersteig, Sagerecksteig sowie am Landtalsteig für kleinere Behinderungen, diese Bereiche können aber begangen werden.

Die Übergänge vom Kärlingerhaus über das Halsköpfl zur Wasseralm, weiter über das Landtal zur Gotzenalm und weiter über den unteren Hirschenlauf sind begehbar, auf kurzen Abschnitten ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. In den kommenden Tagen und Wochen werden die Nationalparkmitarbeiter weiterhin intensiv an der Beseitigung der Unwetterschäden arbeiten. Mit den beiden Maßnahmen „gezielte Sperrungen“ und „zügige Instandsetzungen“ versucht die Nationalparkverwaltung zeitnah einen Ausgleich zwischen dem Erholungsbedürfnis und der Sicherheit der Gäste zu erreichen.

Update, 15.58 Uhr - Landrat Kern dankt Helfern für unermüdlichen Einsatz im Katastrophenfall

Kern dankte auch den Mitgliedern und Helfern in der Örtlichen Einsatzleitung, die die über 550 Einsätze vor Ort koordinierte, sowie der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Berchtesgadener Land, die die Gesamteinsatzleitung im Katastrophenfall wahrnimmt. „Persönlich bin ich sehr beeindruckt und stolz auf unsere Hilfsorganisationen und deren ehrenamtliche Mitglieder. Viele haben über ihre Grenzen hinweg gearbeitet und an den vielen Einsatzstellen tolle Arbeit geleistet“, so Landrat Kern. Nachdem sich die Lage im Laufe des Montags, 19. Juli, merklich entspannt hat und keine Einsätze zur akuten Gefahrenabwehr vorlagen, konnte der Katastrophenfall um 24 Uhr aufgehoben werden.

Derzeit laufen noch Aufräumarbeiten in den betroffenen Gemeinden. Nahezu alle 163 evakuierten Personen konnten wieder in ihre Anwesen zurückkehren. Allerdings können neun Gebäude und ein Hoteltrakt in dem betroffenen Gebiet bis auf weiteres nicht genutzt werden.

„Wichtig ist jetzt, dass den Menschen schnell und unbürokratisch geholfen wird. Schäden wie beispielsweise an der Bob- und Rodelbahn (Plus-Artikel) sind zwar tragisch, aber zum jetzigen Zeitpunkt nachrangig. Die vielen Menschen, die innerhalb kürzester Zeit ihr Hab und Gut verloren haben, stehen jetzt im Mittelpunkt. Ihnen muss zuallererst geholfen werden“, betont Landrat Kern.

Die Hilfsbereitschaft im Landkreis ist dabei weiterhin enorm. Das Landratsamt bittet in diesem Zusammenhang darum, von Sachspenden abzusehen. Der Bedarf ist hier aktuell nicht zu überblicken. Wer helfen möchte, kann die Betroffenen über mehrere im Landkreis Berchtesgadener Land eingerichtete Spendenkonten unterstützen.

„Mein Dank geht auch an alle, die sich als aktive Helfer melden und tatkräftig mitanpacken möchten“, bekräftigt der Landrat. Die Einsatzkräfte vor Ort sind jedoch weiterhin gut aufgestellt und können die Aufgaben laufend abarbeiten.

Das Landratsamt informiert darüber hinaus, dass es für betroffene Hausbewohner, deren Heizanlage durch das Hochwasser Schaden genommen hat, Fördermöglichkeiten gibt (zum Beispiel bei Umstellung von Öl auf Pellets). Infos können bei der www.kaminkehrerinnung-oberbayern.de eingeholt werden. Dort gibt es auch die Möglichkeit des Kontaktes per Formular.

Update, 15.15 Uhr - Schadenshöhe in Kufstein noch nicht absehbar

Auch in Kufstein schreiten die Aufräumarbeiten nach der Unwetter-Katastrophe voran. Obwohl die genaue Höhe der Schäden nach wie vor nicht absehbar ist, zeigte sich die Feuerwehr zuversichtlich, bis zum Abend einen Großteil der drängendsten Arbeiten erledigen zu können. „Ich bin zuversichtlich, dass wir heute Abend noch fertig werden“, sagte Kommandant Hans-Peter Wohlschlager der Tiroler Tageszeitung.

Um die Arbeiten besser koordinieren zu können, hat die Stadt zusammen mit dem Freiwilligenzentrum KUUSK inzwischen eine Anlaufstelle für Hilfesuchende eingerichtet (Telefon +43/(0)5372/21185). Während die Stadt parallel noch Schadensmeldungen sammelt, sind inzwischen Geologen beauftragt worden, den Kufsteiner Hausberg und die Bachläufe zu untersuchen, um die Ursache für das verheerende Hochwasser besser ergründen zu können.

Update, 14.29 Uhr - Kelchsau immerhin über „Notweg“ wieder erreichbar

Der kleine Ort Kelchsau war am Wochenende nach dem verheerenden Unwetter von der Außenwelt teilweise komplett abgeschnitten. Die gleichnamige Ache hatte Teile der Landesstraße, die einzige Zufahrt zum Ort, weggerissen und auch die Lichtenauer Brücke zerstört. Derzeit werde die Straße Stück für Stück ab Hopfgarten freigeräumt und eine Behelfsbrücke installiert, hieß es. Auch hier kann man die genaue Höhe des Schadens derzeit nur erahnen.

Um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, wurde inzwischen immerhin ein Notweg eingerichtet. Die meisten Haushalte konnten inzwischen außerdem wieder an das Strom- und Wassernetz angeschlossen werden. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, werde es aber noch einige Tage dauern, hieß es.

Update, 13.17 Uhr - München verbietet Baden in der Isar

Wegen des Hochwassers sind Baden und Bootfahren an der Isar in München bis auf weiteres verboten. Es bestehe eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben, begründete die Stadt ihre Entscheidung. Der Fluss führe sehr viel Treibholz mit, das in dem trüben Wasser oft nicht zu erkennen sei. Außerdem könnten sich Strudel und Wasserwalzen bilden. 

Das Verbot gilt im gesamten Stadtgebiet. Wie das Landratsamt München mitteilte, ist auch im Landkreis das Bootfahren auf der Isar verboten. Am Montagmittag hatte die Isar in München die Hochwasser-Meldestufe 2 mit 3,01 Metern knapp überschritten.

Die Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung im Live-Stream

Update, 12.22 Uhr - Glauber: „Extremes Schadensbild im Berchtesgadener Land“

Auch Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) dankte der Vielzahl von Rettungskräften - vor allem im Berchtesgadener Land. Bereits ab Donnerstagabend seien enge Absprachen zwischen Ministerien, Wetterdienst und lokalen Behörden erfolgt, um sich bestmöglich auf das drohende Unwetter vorzubereiten, betonte der Minister.

Es hätte sich dann auch ein „extremes Schadensbild“ eingestellt. Zur Veranschaulichung nannte Glauber zwei Zahlen: So seien im Berchtesgadener Land punktuell bis zu 160 Liter Regen pro Quadratmeter binnen 24 Stunden gefallen, am Inn waren es noch 130 Liter pro Quadratmeter. Bei der nun folgenden Analyse gelte es, sich in Sachen Flut-Management und Starkregen-Ereignisse bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten und entsprechende Schutzmaßnahmen einzuleiten. Dabei seien nicht nur die Gewässer erster und zweiter Ordnung, für die der Freistaat zuständig ist, einzubeziehen, sondern auch kleinere Flüsse und Bäche (Gewässer dritter Ordnung). Für den Hochwasserschutz will Bayern in den nächsten 20 Jahren insgesamt 40 Milliarden (!) Euro ausgeben.

Update, 12.14 Uhr - Herrmann: „Der Freistaat lässt niemanden im Stich“

„Der Freistaat lässt niemanden im Stich“ - unter diesem Motto hätte die bayerische Staatsregierung das 50-Millionen-Euro-Soforthilfe-Paket geschürt. Herrmann erläuterte im Anschluss einige Details: Mit diesem Programm sollen massive und existenzbedrohende Notlagen gemindert werden, sowohl für Privathaushalte (maximal 5000 Euro) als auch bei Ölschaden (10.000 Euro je Wohngebäude). Anspruchsberechtigt sind bei entsprechendem Nachweis Bürger aus dem Landkreis Berchtesgadener Land sowie aus diversen Kreisen in Mittel-, Unter- und Oberfranken.

Update, 12.10 Uhr - Herrmann: „Alle waren sensibilisiert und alarmiert, als es nötig war!“

Zum Einsatz im Berchtesgadener Land sagte Herrmann, dass nach den entsprechenden Wettervorhersagen bereits am Freitag die entsprechenden Vorbereitungen auf das Hochwasser getroffen worden seien. Es seien Vorwarnungen versandt und die Erreichbarkeit der Katastrophenschutz-Behörden sichergestellt worden. „Alle waren deswegen so sensibilisiert und alarmiert, dass die Maßnahmen dann greifen konnten, als sie erforderlich waren“, sagte Herrmann.

Zum Thema kurze Vorwarnzeit sagte Herrmann, dass man das Innenministerium beauftragt habe, ein Konzept zu erarbeiten, dass in Bayern zukünftig - neben entsprechenden Warn-Apps - auch wieder verstärkt auf Sirenenalarm gesetzt werden soll. So soll sichergestellt werden, dass man - zum Beispiel auch nachts - möglichst alle Menschen mit den Warnungen erreicht.

Update, 12.06 Uhr - Herrmann: „Dramatische Situation im Berchtesgadener Land“

Wie werden die Opfer der Hochwasser-Katastrophe in Bayern und der Region mit Soforthilfen unterstützt? Darüber hat am Vormittag die bayerische Staatsregierung bei ihrer Kabinettssitzung beraten. Soeben sind Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) an die Öffentlichkeit getreten, um über die Ergebnisse der Beratungen zu informieren.

Herrmann drückte zu Beginn im Namen der Staatsregierung sein Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer aus und dankte der Vielzahl von Helfern und Einsatzkräften für ihren gigantischen Einsatz in den letzten Tagen. Alle hätten „sehr eindrucksvolle Arbeit“ geleistet, so Herrmann. „Der Tenor ist klar: Die Staatsregierung lässt niemanden in Stich, der durch die Hochwasser-Katastrophe in Not geraten ist“, sagte Herrmann und sprach dabei von einer „dramatischen Situation im Berchtesgadener Land“. Die Staatsregierung hat deswegen ein Soforthilfe-Paket in Höhe von 50 Millionen Euro geschnürt.

Update, 11.35 Uhr - 50 Millionen für Hochwasser-Opfer - PK um 12 Uhr

Nach den Unwettern im Berchtesgadener Land stellt der Freistaat Bayern den Hochwasseropfern 50 Millionen Euro Soforthilfen bereit. „Der Bund hat ja schon angekündigt, 300 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, wir werden heute erstmal 50 Millionen Euro bereitstellen für die Soforthilfen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstagmorgen. „Wir lassen niemand allein“, schrieb er zudem zu den Hilfen bei Twitter.

Das Kabinett befasste sich am Vormittag mit der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Oberbayern und der Unterstützung der Betroffenen. Um 12 Uhr werden Staatskanzleiminister Dr. Florian Herrmann, Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) über die wesentlichen Ergebnisse der Beratungen auf einer Pressekonferenz informieren. BGLand24.de berichtet live.

Update, 11 Uhr - Berchtesgadener Land wirbt trotz Katastrophe um Touristen

Die Nachrichten aus der Region Berchtesgaden am Wochenende waren schlimm: Hochwasser, Erdrutsche, verwüstete Häuser und Straßen, die weltberühmte Bob- und Rodelbahn völlig zerstört. Touristen sind hier aber trotzdem willkommen. „Sie können anreisen“, schreibt der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden auf seiner Internetseite. Und: „Nach dem Regen kommt die Sonne.“ Für die Gäste seien die Auswirkungen kaum spürbar, sagt der Geschäftsleiter Michael Wendl. „Man kann schon einen schönen Urlaub bei uns verbringen.

In der Gegend gibt es beliebte Ausflugsziele wie den Watzmann oder den Königssee, auf dem am Dienstag die Schifffahrt wieder starten soll. Auch die Berggaststätte Kehlsteinhaus, die Jennerbahn, das Salzbergwerk Berchtesgaden oder die Watzmann-Therme seien geöffnet. Einzelne Wanderwege, Klettersteige und Ziele wie die Schellenberger Eishöhle oder die Almbachklamm sind dagegen geschlossen.

Touristenunterkünfte blieben von den Wassermassen offenbar weitgehend verschont. Die wenigen betroffenen Urlauber habe man alle woanders unterbringen können, sagte Wendl. Da Gleise überschwemmt oder verschüttet wurden, wurde der Zugverkehr teilweise lahmgelegt. Es gebe aber einen Schienenersatzverkehr, sagte Wendl. Auch die Anreise mit dem Auto sei möglich. In der Region gibt es rund 2000 Vermieter. Das Landratsamt riet Touristen, sich vor der Reise zu informieren. 

Update, 9.45 Uhr - Situation in Passau entspannt sich

Auch in Niederbayern entspannt sich die Situation. Das Hochwasser in Passau geht weiter zurück. „Es fließt langsam ab“, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle (ILS) am Dienstagmorgen. Am Wochenende waren nach den heftigen Unwettern die Pegelstände der Donau angestiegen. Die Uferpromanade und tiefer liegende Parkplätze waren überflutet worden, einzelne Keller liefen voll Wasser. Es sei aber bei weitem nicht so schlimm gekommen wie angekündigt, sagte der Sprecher. Auch beim Notruf sei es inzwischen ruhiger geworden. Der Pegelstand der Donau lag am Morgen nach Angaben des Hochwasserdienstes bei rund 7,20 Meter.

Update, 9.25 Uhr - Schwere Schäden an B20 und B305

Die schweren Unwetter haben im Landkreis Berchtesgadener Land vielerorts ihre Spuren hinterlassen. Auch zahlreiche überregionale Straßen wurden erheblich beschädigt. Einige mussten deswegen gesperrt werden.

  • B305/Berchtesgaden: Der größte Schaden entstand an der B305 westlich von Berchtesgaden, wie das Staatliche Bauamt Traunstein nun mitteilte. Hier konnte die Stützmauer der Deutschen Alpenstraße der Wasserkraft der Ramsauer Ache nicht mehr standhalten. Auf eine Länge von rund 30 Metern wurden die Stützmauer zur Ache, der Gehweg und ein Teil der Fahrbahn von den Fluten weggerissen. Wenige Meter weiter klaffte ein riesiges Loch – ausgelöst wohl durch eine Unterspülung der Straße – in der Fahrbahn. Der Streckenabschnitt musste daher zwischenzeitlich voll gesperrt werden, ist inzwischen aber immerhin provisorisch einseitig wieder befahrbar. Für die komplette Sanierung rechnet das Bauamt mit einer Dauer von mehreren Monaten und Kosten in Millionenhöhe.
  • B20/Bischofswiesen: Starke Schäden an der Fahrbahn verursachte auch der Abbruch der Böschungsschulter an der B20 am Böckelweiher beim Ortsteil Strub in Bischofswiesen. Ausgelöst durch eine Unterspülung rutschte hier der Hang auf eine Länge von rund zehn Metern ins Tal. Der Hang soll in den nächsten Wochen standfest wieder aufgebaut werden. Kosten: mehrere hunderttausend Euro.
  • B305/Gartenau: Überraschende „Nachwehen“ des Unwetters zeigten sich am Montagvormittag auf der B305 bei Gartenau östlich von Berchtesgaden. Hier brach auf rund fünf Metern die Fahrbahn ein und hinterließ ein riesiges Loch. Auch an dieser Stelle kam es offensichtlich zu Unterspülungen und in der Folge zu großräumigen Auswaschungen unter der Fahrbahn. Nachdem der Schaden oberflächlich nicht zu erkennen war, kann laut Bauamt von Glück gesprochen werden, dass es zu keinem Unfall kam. Die Straße wurde halbseitig gesperrt. Die endgültige Sanierung kann erst geplant und umgesetzt werden, wenn nach Rückgang der Wassermassen in der Ache der Schadenumfang sichtbar wird.

Update, 8.25 Uhr - Staatsregierung will 50 Millionen Euro bereit stellen

Am Dienstagvormittag ab 9 Uhr befasst sich auch das bayerische Kabinett mit der Hochwasser-Katastrophe in Bayern. Nach heftigen Unwettern mit Starkregen waren am Wochenende manche Orte im Berchtesgadener Land rund um Watzmann und Königssee von Wasserfluten und Erdrutschen regelrecht verwüstet worden. Auch in der Dreiflüsse-Stadt Passau hatte man sich auf Schlimmeres eingestellt. Donau und Inn stiegen jedoch nicht so stark an, wie befürchtet. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den vom Hochwasser betroffenen Menschen in den Regionen daraufhin schnelle Hilfen zugesagt. Wie die Hilfen konkret ausfallen, war zunächst noch offen. Söder sprach im BR von einem Rahmen von etwa 50 Millionen Euro. Am Mittag (voraussichtlich 12 Uhr) will die Staatsregierung auf einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit informieren. BGLand24.de berichtet von der Pressekonferenz natürlich live.

Update, 7.15 Uhr - Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren

Einheimische, Helfer und Hilfskräfte sind nach dem Hochwasser inzwischen mit dem großen Saubermachen gefordert. Experten sind derweil bei geologischen Untersuchungen gebunden. „Wir sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt“, sagte am Montag ein Sprecher der Feuerwehr Berchtesgaden. Auch die Bundeswehr half mit rund 100 Kräften, Häuser und Straßen von Schlamm, Erde und Geröll zu befreien. Einsatzkräfte aus Nordbayern, etwa vom Technischen Hilfswerk und vom Roten Kreuz, wurden dagegen in die Katastrophengebiete in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen entsandt, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa).

Trotz der Heftigkeit der Unwetter mit Starkregen war es im Berchtesgadener Land gelungen, die Schäden etwa an der öffentlichen Infrastruktur vergleichsweise gut im Griff zu behalten. Nur vereinzelt waren Haushalte ohne Strom, teilte die Bayernwerk AG mit. Für 350 Betroffene konnte bereits am Sonntag die Energieversorgung wieder sichergestellt werden.

Aufräumarbeiten in Schönau am Königssee

Unwetter-Katastrophe im Berchtesgadener Land - Aufräumen in Schönau am Königssee
Aufräumarbeiten in Schönau am Königssee. © Peter Kneffel/dpa
Unwetter-Katastrophe im Berchtesgadener Land - Aufräumen in Schönau am Königssee
Aufräumarbeiten in Schönau am Königssee. © Peter Kneffel/dpa
Unwetter-Katastrophe im Berchtesgadener Land - Aufräumen in Schönau am Königssee
Aufräumarbeiten in Schönau am Königssee. © Peter Kneffel/dpa
Unwetter-Katastrophe im Berchtesgadener Land - Aufräumen in Schönau am Königssee
Aufräumarbeiten in Schönau am Königssee. © Peter Kneffel/dpa
Unwetter-Katastrophe im Berchtesgadener Land - Aufräumen in Schönau am Königssee
Aufräumarbeiten in Schönau am Königssee. © Peter Kneffel/dpa

Der Starkregen sei angekündigt gewesen. „Trotzdem hat uns die Wucht der Wassermassen sehr überrascht, auch wie schnell die Keller letztlich vollgelaufen sind“, sagte Gertraud Rieger aus Schönau am Königssee. Trotz des Schrecks sieht Rieger aber auch etwas Gutes. „Diese Solidarität in unserer Gesellschaft ist unfassbar. Jeder hat geholfen, und das ist das Schöne an solchen Ereignissen, dass man unglaublich zusammenhält“, sagte sie.

Katastrophenfall seit Mitternacht aufgehoben

Der Katastrophenfall im schwer vom Unwetter getroffenen Landkreis Berchtesgadener Land ist um Mitternacht ausgelaufen. Dies teilte das zuständige Landratsamt bereits am Montagabend. Auch Schulen und Kindertageseinrichtungen sind ab Dienstag (20. Juli) wieder geöffnet. Die Aufräumarbeiten gehen unterdessen auf Hochtouren weiter. Knapp 500 Einsatzkräfte waren deswegen auch am Montag nahezu ununterbrochen im Einsatz (News-Ticker Montag, 19. Juli).

Unterdessen kam heraus: Die Hochwasser-Katastrophe hatte offenbar kaum Auswirkungen für Touristen. Die wenigen betroffenen Urlauber habe man alle woanders unterbringen können, sagte Michael Wendl, Geschäftsleiter des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden auf Anfrage der Deutschen Presseagentur (dpa). Für die Gäste seien die Auswirkungen kaum spürbar. „Sie können anreisen“, heißt es deshalb auch auf der Internetseite der Urlaubsregion, in der es weltberühmte Ausflugsziele wie den Königssee oder den Watzmann gibt.

Überschwemmungen nach Unwettern in Berchtesgaden

Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl
Überschwemmungen Hochwasser Berchtesgaden
Überschwemmungen nach Unwetter in Berchtesgaden am Sonntag (18. Juli). © FDL/Brekl

Das Landratsamt warnt aber auch: die allgemeine Verkehrssicherheit sei wegen möglichen Hochwassers und Murenabgängen nicht auf allen Straßen gegeben. Nicht dringend notwendige Autofahrten sollten weiterhin vermieden werden, hieß es.

mw/mh

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