Kabarettist Cengiz Öztunc sorgt für Gesprächsstoff

Falsch-positiver Corona-Test im Berchtesgadener Land - ist das möglich?

Kabarettist Cengiz Öztunc Quarantäne Corona
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Cengiz Öztunc aus Ainring konnte trotz zweier negativer Corona-Tests die Quarantäne nicht verlassen.

Berchtesgadener Land - Er ist 43 Jahre alt, wohnt in Ainring und muss aufgrund seiner Tätigkeit als Nebendarsteller und Kabarettist des Öfteren zum Corona-Test. Seine letzten Tests hatten es in sich. Deshalb ist Cengiz Öztunc damit an die Öffentlichkeit gegangen.

Innerhalb von fünf Tagen lässt sich Cengiz Öztunc dreimal auf Corona testen, zweimal am Testzentrum Bayerisch Gmain, einmal bei Dr. Michael Horn in Schönau am Königssee. Innerhalb von fünf Tagen erhält er auch drei Ergebnisse: während der erste Test positiv war, sind die beiden anderen Ergebnisse negativ. Ein Fakt, der Öztunc sauer aufstößt.


Falsch-positiver Corona-Test im Berchtesgadener Land: „Das ist eigentlich nicht möglich“

Lang hat er überlegt, ob er mit diesen Fakten an die Öffentlichkeit gehen soll und letztlich in einem Video auf Facebook seine Erfahrungen geteilt. „Ich bin seitdem nur noch am Telefonieren“, gibt der 43-Jährige gegenüber BGLand24.de zu. Er erhält Zuspruch und Unterstützung, denn er scheint nicht der einzige zu sein, dem so etwas passiert. Doch die offizielle Version lautet: „Das ist eigentlich nicht möglich.“


Auch im Gesundheitsamt Berchtesgadener Land ist der Fall Öztunc genau geprüft worden. Eine mögliche Erklärung dort: „Ein weiterer routinemäßig bestimmter Parameter, der sogenannte Ct-Wert, der jedoch nur nach RKI Vorgabe nur als Hilfsmittel in speziellen Fällen herangezogen werden kann, kann trotz zehntägiger Quarantäne weiterhin eine positive PCR aufweisen. Dieser Wert kann dann grob darstellen, wieviel Virusmaterial noch im Rachen vorliegt. Dieser Wert lässt es (retrospektiv) möglich erscheinen, dass Herr Cengiz die Infektion bereits über die Hälfte durchgemacht hatte (asymptomatisch) und dadurch weitere Tests negativ ausfielen.“

Symptomfrei an Corona erkrankt oder Testpanne im Berchtesgadener Land?

War Cengiz Öztunc also wirklich symptomfrei an Corona erkrankt oder ist doch beim Testen ein Fehler unterlaufen? Eine Frage, die der Kabarettist gerne geklärt hätte. Zumindest im Gesundheitsamt sieht man dafür aber keine Verlassung. Fehler seien bei dem in Bayerisch Gmain angewendeten Test-Verfahren nur schwer möglich heißt es.

Das bestätigt eine Aussage von Virologe Christian Drosten: „Das Ergebnis einer Labortestung ist immer eine Diagnose, nie ein rohes Testergebnis“, erklärte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Und das mache einen großen Unterschied. „Ganz besonders bei positiven Testergebnissen wird immer durch einen Zusatztest bestätigt (zusätzliche Genstelle). Damit wird das Vorkommen von falsch positiven Diagnosen praktisch auf Null unterbunden.“

Keine Aufhebung der Quarantäne bei negativen Tests - nur bei Bayernspieler möglich?

Tatsächlich ist aber auch im Falle des Bayernspielers Serge Gnabry etwas ähnliches passiert. Er musste nach einem positiven Corona-Test vergangenen Dienstag (20. Oktober) in Quarantäne. Vier weitere Tests ergaben täglich das gleiche Ergebnis: negativ. Daraufhin hob das Gesundheitsamt München die Quarantäne auf.

Eine Tatsache die Cengiz Öztunc sauer aufstößt. „Und da sollst Dir nicht verarscht vorkommen“, postet er auf seiner Facebookseite den Bericht über Gnabry. Ihm hat das Gesundheitsamt Berchtesgadener Land mitgeteilt, dass eine Aufhebung der Quarantäne trotz negativer Tests nicht möglich sei. Das wurde auch gegenüber BGLand24.de von Seiten des Gesundheitsamtes bestätigt. „Eine Verkürzung der Quarantäne durch weitere Tests ist jedoch nicht zulässig. Dies wurde auf Nachfrage beim bayerischen Landesgesundheitsamt (LGL) auch nochmals bestätigt.“

Cengiz Öztunc will „den Dingen auf den Grund gehen“

Seine Quarantäne hat Cengiz Öztunc mittlerweile abgesessen und meldete sich mit einem kleinen Video zurück. Allerdings lässt er auch nicht unerwähnt, dass sein unzähligen Telefonate in der vergangenen Woche interessante Entwicklungen ergeben hätten, über die er zu gegebener Zeit sprechen will.

Vorerst reicht es dem Kabarettisten, dass er für Gesprächsstoff gesorgt hat. Dennoch will er, dass „den Dingen auf den Grund gegangen wird“. Immerhin hat Öztunc durch den positiven Test und die Quarantäne Filmdrehs- und aufnahmen verpasst, die für ihn große finanzielle Einbußen darstellen. Für ihn ist es an der Zeit „alles ein bisschen zu hinterfragen“.

Gleichzeitig betont der 43-Jährige aber, dass er kein Corona-Leugner sei und die Krankheit defacto da ist. „Aber es haben sich Ärzte aus ganz Bayern bei mir gemeldet, die die Tests der Firma Eurofins kritisch sehen“, erklärt er abschließend. Ob er mit diesen Kontakten und diesem Wissen weitere Schritte geht, lässt er erst einmal dahingestellt. Doch sicher ist für ihn, dass sein neues Kabarettprogramm den Titel „Des ko a moi passieren“ tragen soll. Mit dieser Erklärung wurde er letztlich nämlich abgespeist.

cz

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