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Kern: „Ich werde dafür wahnsinnig viel geschimpft”

IHK Regionalausschuss BGL einstimmig für Wiederaufbau der Kunsteisbahn am Königssee

Häufig dafür geschimpft, aber er bleibt am Ball: Landrat Bernhard Kern und “seine” Kunsteisbahn.
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Häufig dafür geschimpft, aber er bleibt am Ball: Landrat Bernhard Kern und “seine” Kunsteisbahn.

 Die Herausforderungen der seit zwei Jahre währenden Corona-Pandemie seien bei den meisten Unternehmen dieselben: hohe Kosten, fehlendes Material, zu wenig Personal. Zu diesem Schluss kommt Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses im Berchtesgadener Land bei einer Videoschalte mit Unternehmern. „Omikron unterbricht den Aufschwung”, so fasst es Robert Obermeier, Chefvolkswirt bei der IHK für München und Oberbayern, zusammen. Landrat Bernhard Kern plagen ähnliche Sorgen wie die Unternehmer.

Berchtesgadener Land - Obwohl die Geschäfte nicht schlecht laufen, sind die Aussichten deutlich getrübt: Preissteigerungen, Lieferengpässe, es mangelt überall an Fachkräften, weiß Irene Wagner. Die Risiken, die derzeit lauerten, betreffen Unternehmen aller Branchen, so die Vorsitzende des Regionalausschusses, die ein Unternehmen in Marktschellenberg führt und Teile für die Automobilbranche fertigt. „Wir haben ein massives Problem bei der Rohstoffversorgung.” Trotzdem habe ihr Unternehmen ein „absolutes Rekordjahr” zu verbuchen. Zunehmend würden Kunden Nachhaltigkeitsforderungen stellen, „bei uns stehen deshalb viele Investitionen an, andernfalls würden die Aufträge ausbleiben”, ist sich Wagner sicher. 

Vorsichtiger Optimismus

Landrat Bernhard Kern zeigte sich “vorsichtig optimistisch”. Wenn es den Betrieben gut geht, gehe es auch den Kommunen gut. Derzeit zerbreche sich die Verwaltung des Landkreises „den Kopf über den anstehenden Haushalt, der im März auf der Tagesordnung steht”. Kern kündigte an, die Kreisumlage nicht verändern zu wollen. „Wir spüren wegen der Pandemie die Belastung, die auf den Kommunen liegt. Die Kreisumlage bleibe bei 42 Prozentpunkten.” Mit 520 Mitarbeitern ist die Landkreisverwaltung einer der größten Arbeitgeber der Region. „Auch wir finden kaum Personal in Form von Fachkräften”, beklagte Kern die Situation.
Neben Großinvestitionen in das Rottmayr-Gymnasium in Laufen und in die Berufsschule Freilassing sowie in ein geplantes Zentralklinikum in Reichenhall sei es vor allem die zerstörte Kunsteisbahn am Königssee, die wiederaufgebaut werden soll, und die Kern derzeit intensiv beschäftigt.

„Ich werde dafür wahnsinnig viel geschimpft

„Ich werde dafür wahnsinnig viel geschimpft”, gestand der Landrat, der “viel Wut in der Gesellschaft” angesichts der Millioneninvestition in den Sport spürt. „Natürlich kann man geteilter Meinung sein über einen Neubau, aber wir bleiben in der Sache am Ball.” Für Irene Wagner ist die Bob- und Rodelbahn „die beste Werbung für unsere Region”. Die Vorsitzende des Regionalausschusses plädierte deshalb für einen Wiederaufbau - und bekommt einstimmige Rückendeckung von den hiesigen IHK-Mitgliedern. 

Obermeier und der Ruhestand

Robert Obermeier, Chefvolkswirt bei der IHK für München und Oberbayern, kündigte an, ab 1. August dieses Jahres in Ruhestand zu gehen. Die bayerische Wirtschaft befinde sich nach schwierigen Corona-Jahren „auf einem holprigen Weg zurück”, wobei 50 Prozent der bayerischen Unternehmen die wirtschaftliche Lage als „gut” betrachten, 13 Prozent als „schlecht”. Zu Beginn des Jahres habe sich die Situation “als stabil” erwiesen, fasste Obermeier zusammen.

Robert Obermeier, Chefvolkswirt bei der IHK für München und Oberbayern, kündigte während des Regionalausschusses seinen Rücktritt an. Er geht Anfang August in Ruhestand.

Die Lücke an Personal werde angesichts von 2,8 Millionen Erwerbstätigen, die bis zum Jahr 2030 aus dem Berufsleben ausscheiden werden, gewaltig sein, sagte der IHK-Chefvolkswirt. Die Anzahl der Schulabsolventen im selben Zeitraum liegt bei 1,5 Millionen. Obermeier sagt: „Wir benötigen eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung bei Frauen. Wenn man diese allein drei Stunden pro Woche erhöhen könnte, wäre das eine Antwort auf den Fachkräftemangel.” Die dauerhaften Risiken für die heimische Wirtschaft seien teils erhebliche Preissteigerungen sowie Materialengpässe bei Rohstoffen und Waren. Obermeier forderte auf politischer Seite eine Senkung der Stromsteuer. 

Er werde auch weiterhin wirtschaftlich interessiert bleiben, sagte der angehende Ruheständler, der guter Dinge ist, dass die bayerische Wirtschaft nach der Omikron-Welle wieder in Schwung kommen wird. „Die Unternehmer sollten nicht aufgeben. Sie sind Teil der Lösung und nicht Teil des Problems.”

kp

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