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Enorme Schäden nach Hochwasser-Katastrophe im Berchtesgadener Land

Hochwasser, Erdrutsch und Co.: Welche Versicherung jetzt zahlt

Pure Verwüstung in Schönau am Königssee.
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Pure Verwüstung in Schönau am Königssee.

Starker Regen hat am Wochenende im Berchtesgadener Land ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Die Schäden dürften immens sein, viele Existenzen stehen auf dem Spiel. Die große Frage, die sich auch Nicht-Betroffene stellen: Welche Versicherung kommt für die Kosten auf?

Landkreis Berchtesgadener Land - Vollgelaufene Keller, unbenutzbare Häuser, vom Wasser und Schlamm weggespülte Autos: Flut und Starkregen bedrohen im Berchtesgadener Land die Existenzen zahlreicher Einwohner. Die Betroffenen stehen ein paar Tage nach dem starken Unwetter nicht nur vor Aufräumarbeiten, sondern auch vor der Frage, ob ihre Versicherung die Schäden abdeckt.

„Naturkatastrophe nicht gleich Naturkatastrophe“: Welche Versicherung wann zahlt

Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf ihrer Webseite mitteilt, ist Naturkatastrophe nicht gleich Naturkatastrophe – zumindest wenn es um den Versicherungsschutz geht. Denn ob ein Hochwasser oder ein Sturm das Haus beschädigt, ist für die Frage nach der finanziellen Entschädigung sehr wohl relevant. So leistet beispielsweise eine Wohngebäudeversicherung, die für Schäden am Haus aufkommt, im Regelfall nur bei Sturm, Blitz oder Hagel.

Weitere Ereignisse, wie beispielsweise Hochwasser, Starkregen, Schneedruck, Erdrutsch oder Erdsenkung, fallen unter die erweiterten Naturgefahren – auch Elementarrisiken genannt. Wer sein Haus oder Inventar auch dagegen absichern will, braucht den erweiterten Naturgefahrenschutz (Elementarschadenversicherung). Wer eine solche Elementarschadenversicherung abschließen will, kann diese in der Regel nicht separat, sondern nur als Zusatz zu einer bestehenden Hausrats- oder Wohngebäudeversicherung buchen.

Hochwasser, Starkregen, Erdrutsch

Bei einem Hochwasser kommt die Elementarschadenversicherung für Reparaturen im und am Gebäude auf, bezahlt die Trockenlegung und übernimmt – falls nötig – auch die Kosten für den Abriss und Wiederaufbau des Hauses. Auch bei Starkregen trägt der Versicherer beispielsweise die Kosten für das Abpumpen und die Trockenlegung.

Wenn sich die Erde bewegt, können Häuser schweren Schaden nehmen. Diese reichen vom Riss in der Fassade bis zum Einsturz. Schäden durch Erdrutsch oder Erdsenkung sind laut GDV nur mit der erweiterten Naturgefahrendeckung abgedeckt.

Doch nicht in jedem Fall zahlt die Versicherung. Zum Beispiel, wenn bei Starkregen und Sturm alle Fenster geöffnet waren. „Schwierig wird es immer dann, wenn der Versicherungsnehmer elementare Vorsichtsmaßnahmen missachtet hat“, sagt Christian Ponzel vom GDV gegenüber der dpa. Dann übernimmt die Versicherung womöglich nur einen Teil der Kosten. Bei Vertragsabschluss sollte man daher darauf achten, dass in dem Versicherungstarif auf den Einwand der „groben Fahrlässigkeit“ verzichtet wird.

Möbel und weiteres Inventar

Werden bei Naturkatastrophen Möbel oder anderes Inventar zerstört, ist das eine Sache für die Hausratversicherung mit erweitertem Naturgefahrenschutz. Wenn das Hab und Gut komplett zerstört wurde, zahlen in diesem Fall die Versicherungen die Reparaturkosten oder erstattet den Wiederbeschaffungspreis.

Wie teuer ist eine Elementarschadenversicherung?

„Die Höhe der Versicherungsprämie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie vom Wert des Hauses, der Bauart oder der Lage“, sagt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten (BdV) gegenüber der dpa. Häuser in Risikolage werden häufig nur bei einer hohen Prämie versichert. Hier ist oft eine hohe Selbstbeteiligung vereinbart, um eine erschwingliche regelmäßige Belastung zu erreichen.

Was müssen Mieter beachten?

Ist eine Wohnung aufgrund der Unwetterschäden nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar, haben die Mieter das Recht auf Mietminderung. Der Mangel muss dem Vermieter aber vorher angezeigt werden. Gut ist es, wenn Mieter die Schäden dazu auch dokumentieren.

Je nach Ausmaß sind Minderungen in verschiedener Höhe möglich: Bei Unbewohnbarkeit kann die Miete sogar um 100 Prozent gekürzt werden. Sind die Schäden weniger groß, fällt die Minderung dementsprechend geringer aus.

Was ist nach einem Schaden zu tun?

„Am besten dokumentieren Betroffene den entstandenen Schaden zum Beispiel mit einer Handykamera und melden sich dann so schnell wie möglich beim Versicherer“, rät Christian Siemens vom GDV gegenüber der dpa, um dann das weitere Vorgehen zu besprechen. Aufträge an Handwerksbetriebe sollten erst nach Rücksprache mit der Versicherung vergeben werden.

Direkt nach einem Unwetter sollte der Schaden zudem so gering wie möglich gehalten werden. Zerstörte Fenster können provisorisch abgedichtet werden, um das weitere Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Herumliegende Gegenstände, wie abgebrochene Äste, Dachziegeln oder Dachrinnen, sollten möglichst weggeräumt werden.

jz/dpa

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