Steuerwettbewerb zwischen Gemeinden?

Gewerbesteuer: Die teuersten und günstigsten Orte im Landkreis

  • schließen

Berchtesgadener Land - Die Gewerbesteuer ist für viele Gemeinden die wichtigste Einnahmequelle überhaupt - und jede Kommune kann die Höhe selbst festsetzen. Wo ist es für Unternehmen am günstigsten und teuersten?

Kurz gesagt: In der nördlichen Hälfte des Landkreises müssen die heimischen Unternehmen weniger Gewerbesteuer zahlen, im Süden sind die Abgaben an die Kommunen dagegen umso höher - das ergibt der Vergleich aller 15 Kommunen im Berchtesgadener Land.

Die teuersten und günstigsten Gemeinden im Berchtesgadener Land 

Lesen Sie außerdem: Die Gewerbesteuern im Landkreis Traunstein

Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 380 liegen Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau, Schönau und Teisendorf an der Spitze im Landkreis. Am wenigsten steuern die Unternehmen dagegen in Ainring, Bayerisch Gmain, Laufen, Piding und Saaldorf-Surheim zum Gemeindehaushalt bei: hier liegt der Hebesatz bei 310. Alle Zahlen stammen aus dem Jahr 2016 und basieren auf einer Auskunft von bayerischem Innenministerium und Landesamt für Statistik. Zum Vergleich: In München, der bayerische Spitzenreiter, liegt man bei 490.

Die folgende Tabelle vergleicht die Gewerbesteuerhebesätze von 2016 mit jenen des Jahres 1991. Den stärksten Anstieg gab es dabei in Bischofswiesen von 300 auf 380, was einem prozentualen Anstieg von über 26 Prozent entspricht. In Freilassing und Saaldorf-Surheim wurden die Gewerbesteuer im Vergleichszeitraum dagegen unverändert gelassen

Steigerungen seit 1991

Die zu zahlende Gewerbesteuer basiert auf dem Gewerbesteuermessbetrag - der richtet sich wiederum vor allem nach dem erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens. Ein Beispiel: Bei einem Gewinn von 100.000 Euro und einem Gewerbesteuerhebesatz von 350 fallen letztendlich 8023,75 Euro Gewerbesteuer an.

Einem endlosen Steuerwettbewerb zwischen den Gemeinden wurde 2004 übrigens ein Riegel vorgeschoben: Seitdem gilt in Deutschland ein Mindest-Hebesatz von 200. So soll die Tendenz hin zu "Steueroasen" ausgebremst werden, in denen Gründer ihre Firmen ansiedeln, um eine möglichst geringe Gewerbesteuer zu zahlen. Für die Kommunen stellt die Gewerbesteuer neben der Grundsteuer die einzige wesentliche Einnahmequelle dar, die für sie beeinflussbar ist. Sie ist jedoch sehr konjunkturabhängig, so dass die Gemeinden nicht mit stetigen Einnahmen planen können.

Rubriklistenbild: © fotomontage xe/dpa

Zurück zur Übersicht: Landkreis BGL

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser