Warum enden S-Bahn-Gleise in Freilassing?

Zeitplan für Bahnhofsumbau - Braucht's einen zweiten Fußgängertunnel?

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Die beiden neuen Gleise 96 und 97 sollten durchgebunden werden, so die Mitglieder des Verkehrsforums BGL.

Landkreis - Das Lieblingsthema des Verkehrsforum BGL, der Bahnhof Freilassing, nahm beim Verkehrshearing der neun Bürgermeisterkandidaten am Dienstagabend wenig überraschend breiten Raum ein.

Die Frage, ob beim barrierefreien Umbau des Bahnhofs auch gleich ein zweiter Fußgängertunnel gebaut werden soll beantworteten alle Freilassing-Kandidaten mit „Ja“, alle außer Thomas Wagner (CSU). Er warnte davor, dass ein neuerliches Planfeststellungsverfahren den bereits geplanten Umbau wieder um Jahre zurückwerfen könnte.


Der Parteifreie Kandidat Markus Hiebl hatte schon bei anderer Gelegenheit den Bahnhof als „eine Schande auch für den gesamten Landkreis“ bezeichnet. Vorallem Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen erleben nach wie vor am eigenen Leib, wie unbequem und mühsam Bahnfahren sein kann, außer dem Bahnsteig 1 ist keiner ohne Treppe erreichbar. Er meint nun, der Stadtrat solle noch einmal über eine zweite Unterführung mit entsprechenden Aufzügen zu den Bahnsteigen nachdenken, „aber es müssen auch die Planungen der Deutschen Bahn zum Ausbau Mühldorf-Freilassing betrachtet werden“. 

Thomas Wagner (CSU) ist skeptisch, man warte schon 20 Jahre „oder noch länger“ auf den barrierefreien Umbau, gemeint ist damit den Umbau des bestehenden Fußgängertunnels, der seinen Informationen nach noch im Frühjahr 2020 beginnen soll. Wenn jetzt noch ein zweiter Tunnel dazu geplant würde müsste das geplante Verfahren zur Planfeststellung von vorne beginnen. Den „Umweg“ für manche Bahnbenutzer hält Wagner für zumutbar, „schauen Sie nach München, wenn Sie da am Bahnsteig 5 oder 6 ankommen und dann zum ICS zum Bahnsteig 18, 19 müssen haben sie auch einen Fußweg vor sich“.


„Salzburg-Gleise“ durchbinden?

Auch das zweite Bahnthema hatte mit dem Bahnhof Freilassing zu tun, schon beim Bau der beiden neuen Gleise 96 und 97 von Freilassing kommend fragten viele, warum diese in Freilassing enden, auch Karl Bösenecker stellte sich und den Kandidaten diese Frage, für alle die umsteigen sei der Weg zu den anderen Bahnsteigen schon „relativ weit“. Also warum diese beiden Gleise nicht verlängern? Auch hier zeigte sich Wagner zurückhaltend, es gäbe ohnehin Pläne, das Bahnhofsgebäude zu verlegen in Richtung jetziger Busbahnhof.

Es entwickelte sich dann eine spannende Diskussion um die Frage, wie viele neue Haltestellen braucht es eigentlich in Richtung Bad Reichenhall und in Richtung Laufen. Laufens Bürgermeister Hans Feil fasste die Kommentare gewohnt pragmatisch zusammen, „es wird wohl keinen geben der nicht mehr Haltestellen will“. Die Stadt Laufen plant einen Antrag für einen Bahnhaltestelle in Gastag zu stellen, hier sei sich der Stadtrat einig.

Ainring-Kluba: „Wir können das auch“

Dass auch kleine Kommunen etwas bewegen können stellte Ainrings Bürgermeisterkandidat Sven Kluba (CSU) fest, „wir haben in Hammerau schon bewiesen, dass wir das können, beim Umbau des Bahnhofs hat auch die Gemeinde Geld in die Hand genommen“. Neben neuen Haltestellen brauche es aber auch Zubringer. Auch Hiebl wartete mit einem „Beweis“ auf, dass neue Haltestellen neue Bahnkunden bringen können, und zwar die Haltestelle Freilassing-Hofham.

„Wenn ich am Morgen in das Landratsamt fahre sehe ich, dass der Haltepunkt sehr gut angenommen wird“, allerdings würden überdachte Fahrradständer und generell Parkplätze völlig fehlen. Auch in Saaldorf-Surheim fehlt eine Haltestelle, im Gewerbegebiet, die aber ohne den Ausbau der Strecke Mühldorf-Freilassing nicht machbar ist, das gesteht auch Bürgermeisterkandidat Andreas Nutz (CSU) zu. „Ich bin ja selbst Lokführer und kenne das Potential der Strecke sehr gut, aber derzeit gibt es keine Fahrplanreserven für noch eine Haltestelle“. Man könne euphorisch sein, er sei lieber realistisch, und die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben bereits gemacht. Soll heißen, die Gemeinde hat Grundstücke für die geplante Haltestelle schon gekauft und damit reserviert.

hud

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