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Moritz Bleibtreu im „Blackout”

Filmregion Berchtesgaden: Joyn-Eigenproduktion nach Buch-Bestseller mit mehreren Drehorten im Kreis BGL

Fern von Südtirol, wo die Handlung stattfindet, wird das Motiv der Reiter Alpe in Ramsau mehrfach gezeigt.
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Fern von Südtirol, wo die Handlung stattfindet, wird das Motiv der Reiter Alpe in Ramsau mehrfach gezeigt.

Strom weg, Lichter aus: Ein „Blackout” in ganz Europa wird in der gleichnamigen sechsteiligen Serie des Streaming-Anbieters Joyn Realität, die unter anderem in der Filmregion Berchtesgaden gedreht ist. Mit Schauspieler Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle basiert die Handlung auf dem millionenfach verkauften Buch-Bestseller „Blackout: Morgen ist es zu spät” von Marc Elsberg. „Grund für den Dreh im Berchtesgadener Land war die visuelle Nähe zu Südtirol”, sagt Vanessa Frodl, Director PR bei Joyn.

Berchtesgaden/Ramsau/Reichenhall - In der realen Welt sind am vergangenen Samstag im Libanon die Lichter ausgegangen. Das Stromnetz brach komplett zusammen, ein Total-Blackout war die Folge, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. In der buchbasierten, fiktiven Joyn-Serie „Blackout” ist das Ausmaß noch viel größer, ganz Europa ist vom Stromausfall betroffen, hunderte Millionen Bürger sitzen im Dunkeln, tagelang. Die Serie ist ein psychologisches Porträt einer Gesellschaft im Ausnahmezustand.

Ganz Europa ohne Strom

Die Handlung der Serie ist im bergreichen Südtirol verortet. An einem kalten Novemberabend wird im europäischen Stromnetz eine fatale Kettenreaktion ausgelöst: Überall schalten sich Kraftwerke ab, Telefonnetze brechen zusammen, Züge bleiben stehen, in den Häusern versagen zuerst die Kühlschränke und Heizungen, wenig später fließt kein Wasser mehr aus den Leitungen – ein ganzer Kontinent verschwindet in der Dunkelheit. Gedreht wurde Ende des vorvergangenen Jahres nicht nur in Südtirol, sondern auch im mittleren und südlichen Berchtesgadener Land, wie Maren Hauke vom Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden als für die Filmregion Berchtesgaden zuständige Ansprechpartnerin bestätigt.

Die Filmregion habe die Produzenten unterstützt im Finden von Drehorten, die in das Umfeld von Südtirol, wo die Handlung spielt, passen. Früher waren es Maler, die im ersten Bergsteigerdorf Deutschlands ihr Traumbild der Alpenromantik verwirklicht sahen, heute wird das Berchtesgadener Land regelmäßig als Panorama für TV-Produktionen gewählt: Seit Jahren ist Hebamme „Lena Lorenz” (ZDF) hier zu Hause, Hauptkommissar Benedikt Beissl sucht seit drei Staffeln quasi im Alleingang Mörder in „Watzmann ermittelt” (ARD). Schöne Bilder, leichte Unterhaltung - ein Millionenpublikum wird dabei vor den TV-Bildschirmen erreicht.

„Blackout” will mehr sein, in einer Qualitätsliga wie „Der Pass” spielen, jene deutsch-österreichische Fernsehserie mit Julia Jentsch und Nicholas Ofczarek in den Hauptrollen, die in Teilen in und um Berchtesgaden gedreht wurde. Nach „Babylon Berlin” und „Das Boot” war „Der Pass” die dritte Eigenproduktion von Sky Deutschland. 

Aufwändig produzierte High-End-Serie

Der Streaminganbieter Joyn verleiht der Serie „Blackout” die Bezeichnung, eine „High-End-Serie” zu sein, aufwändig produziert mit einem Millionenbudget. Das ist zwar bester Marketing-Sprech. Tatsächlich ist die sechsteilige Eigenproduktion mit prominenten Schauspielern besetzt. An der Seite von Moritz Bleibtreu, der die Rolle des ehemaligen Hackers Pierre Manzano übernimmt, sind die Schauspieler Marie Leuenberger, Heiner Lauterbach, Jessica Schwarz, Barry Atsma, Stephan Kampwirth sowie Herbert Knaup mit am Start. „Es war ein sehr physischer Dreh: viel rennen, viel schnaufen, im Wasser rumschwimmen – dementsprechend auch ziemlich anstrengend. Und es war eine starke Zusammenarbeit mit tollen Schauspielern”, sagt Moritz Bleibtreu. 

Die Streaming-Plattform Joyn Plus zeigt die Serie bereits seit Ende Oktober kostenpflichtig auf Abruf, eine Free-TV-Ausstrahlung folgt dieses Frühjahr auf Sat.1, wie Vanessa Frodl bestätigt. Ein genauer Termin ist noch nicht bekannt. 

Drehorte im Kreis BGL

Die visuelle Nähe der Berchtesgadener Alpen zu Südtirol sei der Grund gewesen, weswegen man sich für den südöstlichen Landkreis Deutschlands entschieden habe. In Ramsau, unweit des von Bergen umgebenen Hintersees, wählte man ein landwirtschaftliches Anwesen, einen großen Bauernhof, in dessen Hintergrund die Reiter Alpe zu sehen ist. Mehrere Szenen fanden in der Fußgängerzone von Bad Reichenhall statt. „Die Verfügbarkeit einer Tankstelle, die in Südtirol spielen soll, war ein dankbarer Drehort, den wir in Bischofswiesen gefunden haben”, sagt Vanessa Frodl. Kaum Aufhebens wurde seitens der Filmregion Berchtesgaden um den Dreh gemacht. Dort verzichtete man darauf, für das Projekt und somit die Region zu werben. Eine Begründung, weshalb die Serie pressetechnisch nicht begleitet wurde, konnte man nicht nennen. 

kp

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