Am Dienstag ab 14 Uhr im Berchtesgadener Land

Massive Beschränkungen: Neben Schulen werden auch Hotels und Schwimmbäder geschlossen

Landrat des Berchtesgadener Landes, Bernhard Kern, und Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einer Pressekonferent
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Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (r.) und der Landrat des Berchtesgadener Landes, Bernhard Kern (l.) haben zusammen mit Regierungspräsidentin Maria Els massive Corona-Beschränkungen beschlossen.

Bad Reichenhall - Nachdem der 7-Tages-Inzidenzwert im Landkreis Berchtesgadener Land auf 252,1 angestiegen ist, hat das Landratsamt über weitere Maßnahmen informiert. Es gibt massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Ab Dienstag (20. Oktober) um 14 Uhr sind alle Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten im Berchtesgadener Land geschlossen. Auch die Beherbungsbetriebe müssen ihre Gäste dann nach Hause schicken. Thermen und Museen bleiben geschlossen, alle öffentlichen Veranstaltungen sind abgesagt.


Das sind die wichtigsten Einschränkungen, die dann im Berchtesgadener Land gelten. Dazu kommt, dass nur Angehörige eines Hausstandes gemeinsam einkaufen oder spazieren gehen dürfen. Treffen in der Öffentlichkeit oder Zuhause sind untersagt. Alle nicht notwendigen Termine sind abzusagen, genauso wie Fahrten in andere Landkreise. Die österreichischen Nachbarn werden gebeten, nicht über die Grenze zu fahren, um unnötige Kontakte zu vermeiden.


Diese Allgemeinverfügung macht eine Inzidenzzahl von 272,8 notwendig. Sie gilt vorerst für 14 Tage. Landrat Bernhard Kern, Regierungspräsidentin Maria Els und Staatsministerin Michaela Kaniber hoffen, dass so die Infektionswege unterbrochen werden können.

Live-Ticker zum Nachlesen:

19.05 Uhr: Landrat Bernhard Kern beendet die Pressekonferenz. „Im Berchtesgadener Land wird gut zusammengeholfen, damit wir dieser Pandemie die Stirn bieten. Die Bürgermeister stehen ebenfalls hinter diesen Maßnahmen. Gesundheit für Leib und Leben liegt uns am Herzen, deshalb bitte ich sie, dass sie diese Maßnahmen die nächsten 14 Tage mittragen. Wir müssen uns jetzt echt am Riemen reißen, dass wir die Inzidenzzahlen drastisch nach unten bringen und dass wir wieder handeln können.“

19 Uhr: Staatsministerin Kaniber verweist abschließend noch einmal auf die klare Marschroute des Freistaates Bayern. „Wir dürfen die Pandemie nicht klein reden. Es geht eine sehr große Gefahr von ihr aus. Die Zahlen zeigen, dass es dramatisch werden kann. Wir dürfen es nicht zulassen, dass unsere Krankenhäuser in die Bredouille kommen, wer beatmet wird und wer nicht. Es geht um alle Generationen. Deswegen kann ich nur noch einmal diesen großen Appell aussprechen, zusammenzuhalten.“

18.55 Uhr: Die Nachverfolgung laufe hervorragend im Landratsamt, betont Landrat Bernhard Kern auf Nachfrage. Es gebe in den nächsten Tagen auch noch Unterstützung von Seiten der Bundeswehr. Regierungspräsidentin Maria Els ergänzt, dass es intensive Bemühungen gebe, dass 40 Kräfte der Bundeswehr bereits ab morgen zur Verfügung stünden.

Kaniber: „Quarantäne für das Berchtesgadener Land, abgewendet“

18.52 Uhr: „Eine schärfere Variante wäre gewesen, eine Quarantäne für den Landkreis auszusprechen“, appelliert Kaniber. Deshalb solle man nicht zu Veranstaltungen oder zum Einkaufen in andere Landkreise fahren. „Ich bitte Sie, sich die nächsten 14 Tage zurückzunehmen. Bleiben Sie fair und solidarisch.“

18.50 Uhr: Landrat Bernhard Kern bekräftigt noch einmal, dass Notbetreuungen in den Kindertagesstätten, Kindergärten und in den Schulen eingerichtet werden. Deshalb trete die Verfügung erst am Dienstag um 14 Uhr in Kraft, um Eltern die Möglichkeit zu geben zu reagieren, ergänzt Ministerin Kaniber.

Zwei Corona-Patienten im Berchtesgadener Land werden beatmet, neun sind in stationärer Behandlung

18.47 Uhr: Wie viele Intensivbetten sind momentan belegt? In Bad Reichenhall sind elf Patienten in stationärer Behandlung, davon werden zwei Patienten intensiv medizinisch behandelt und auch beatmet. „Wir haben entschlossen, jetzt zu handeln und das ist richtig“, so Dr. Stefan Paech von den Kliniken Südostbayern AG.

18.45 Uhr: Eine Zahl, wie viele Infizierte es in Anger gebe, herauszugeben, sei nicht zielführend, bekräftigt der Landrat.

18.40 Uhr: „Es gibt keinen zentralen Punkt. Es ist der ganze Landkreis betroffen. Man kann nicht sagen, ob es in einer Gemeinde mehr Infektionen gebe, es tritt überall auf“, äußert der Landrat auf die Frage des Infektionsgeschehen. „Es ist sicher richtig, dass es in der Gemeinde Anger ein Ausbruchsgeschehen gegeben hat“, gibt er zu, aber die explosionsartig steigenden Zahlen seien darauf nicht mehr zurückzuführen.

18.33 Uhr: Wie soll der Lockdown kontrolliert werden? „Es ist kein Lockdown in dem Sinn. Wir haben versucht, einige Bereiche wie den Verkauf zu ermöglichen. Wir haben einige Punkte durchgehen lassen. Es ist eine massive Einschränkung“, berichtigt der Landrat. „Die Kontrolle der Einschränkungen soll vor allem der ganz normale Menschenverstand übernehmen. Wir bitten um Solidarität.“ Es werde aber auch die Polizei zum Einsatz kommen.

Kein eingrenzbares Infektionsgeschehen im Berchtesgadener Land

18.31 Uhr: „Es gilt die Zahlen der Neuinfektionen zurückzudrängen. Wir müssen uns bewusst machen, dass diese Maßnahmen einschränkend, eingreifend sind, dass sie aber auch notwendig sind, um Leben, Leib und Gesundheit der Bevölkerung im Berchtesgadener Land zu schützen“, so die Regierungspräsidentin. Es gelte, sich solidarisch zu verhalten.

18.30 Uhr: Regierungspräsidentin Maria Els übernimmt das Wort. Man habe intensiv um die notwendigen Maßnahmen gerungen. Jeder habe die Entwicklung im Berchtesgadener Land verfolgt. „Die Infektionszahlen im Berchtesgadener Land sind sprunghaft angestiegen. Wir haben kein eingrenzbares Infektionsgeschehen. Es ist viel mehr so, dass wir ein diffuses Infektionsgeschehen haben, dass sich über den gesamten Landkreis verteilt. Deshalb sind die Maßnahmen unumgänglich.“

18.25 Uhr: „Diese Allgemeinverfügung ersetzt die Allgemeinverfügung von vergangener Woche. Diese muss der Landkreis erlassen“, bedauert Bernhard Kern. „Es ist ein denkwürdiger Tag für das Berchtesgadener Land. Wir bitten Eltern, Kinder, Wirtschaftstreibende und den Tourismus, sowie die Vereine und die Kirchen, diese Verordnung zu respektieren. Es ist keine leichte Aufgabe des Landrates diese Reglementierung auszusprechen. Vor allem, weil es der einzige Landkreis in Deutschland ist.“

Schulen, Kindertagesstätten und Kindergärten werden geschlossen, genauso wie Hotels

18.23 Uhr: Nächster Punkt sind die Schulen: Alle Möglichkeiten wurden diskutiert. Der Entschluss ist gefallen, dass sämtliche Einrichtungen geschlossen werden müssen, auch Kindergärten und Kindertagesstätten. Eine Notbetreuung wird eingerichtet. „Ist eine harte Maßnahme“, weiß auch der Landrat.

Maskenpflicht gilt in bestimmten Bereichen, wie auch an Bahnhöfen und Bushaltestellen, von 6 bis 23 Uhr in Freilassing, Bad Reichenhall und Berchtesgaden in den Fußgängerzonen und in Schönau am Königssee vom Parkplatz Königssee bis zum See. Auch auf Großparkplätzen gilt die Maskenpflicht.

18.20 Uhr: Auch die Gastronomie wird geschlossen. Ausgenommen sind Mitnehm-Angebote bis 20 Uhr. Auch Beherbungsbetriebe werden geschlossen, außer für Geschäftsreisenden.

Der Besuch von Krankenhäusern und Reha-Kliniken ist untersagt. Ausgenommen hiervon sind Geburts- und Palliativstationen, sowie Hospize.

Ausgangsbeschränkungen für 14 Tage im Berchtesgadener Land: So sehen sie aus

18.15 Uhr: Ausgangsbeschränkung sei die Wahrheit, so der Landrat. „Wir müssen uns zurücknehmen.“ Die Zahlen seien drastisch nach oben gegangen. Am letzten Wochenende habe man bereits entsprechend reagiert, allerdings hat es in dieser Form nicht gefruchtet. „Die Daumenschraube muss etwas mehr angezogen werden.“ Auch wenn es zu Lasten des Tourismus und der Wirtschaft ginge.

Unnötiger Kontakt zu nicht angehörigen des Hausstands ist zu vermeiden. Beruflichen Tätigkeiten darf nachgegangen werden. Medizinische Termine, Einkaufen für den täglichen Bedarf, Friseurbesuche, Besuch bei Lebenspartnern, alten Kranken, Begleitung von unterstützungswürdigen Personen und Minderjährigen, Begleitung von Sterbenden, Beerdigungen im engsten Familienkreis, Bewegung an der frischen Luft mit maximal einer anderen Person oder Personen aus dem eigenen Hausstand, sowie Versorgung von Tieren sind erlaubt.

Veranstaltungen werden landkreisweit untersagt. Kinos, Saunas, Schwimmbäder, Museen, Sporthallen, Fitnessstudios, Bibliotheken, Fort- und Weiterbildungsstätte, Volksschulen, Musikschulen, Schullandheime und Jugendherberge werden geschlossen.

18.10 Uhr: Landrat Bernhard Kern geht auf die Allgemeinverfügung ein. „Sensibilität, Maske, Hygiene und vor allem Vernunft sind in den nächsten 14 Tagen gefragt.“ Man habe intensiv über die bestehende Allgemeinverfügung beraten, zusammen mit Regierungspräsidentin Maria Els und Staatsministerin Michaela Kaniber. Zugeschalten war auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

18.07 Uhr: Kaniber appelliert an die österreichischen Nachbarn, nicht unnötig in den Landkreis zu fahren und auch die Bürger aus dem Berchtesgadener Land sollen nicht um des Einkaufens Willen nach Österreich fahren. „Es ist ein großer Schuss vor den Bug, darauf zu achten, wie wir miteinander umgehen. Das was wir heute bestimmen, wird für die nächsten 14 Tagen erst einmal gelten.“ Es sei aber auch ein Ausblick darauf, wie sich der Herbst und die Weihnachtszeit entwickeln könnten.

7-Tage-Inzidenz im Berchtesgadener Land aktuell (Stand, 19. Oktober, 17 Uhr) bei 272,8

18.05 Uhr: Michaela Kaniber ergreift das Wort. 272,8 ist die aktuelle Inzidenz. „Es braucht eine Kraftanstrengung eines ganzen Landkreises. Wir haben den ganzen Tag darüber beraten, die Welle zu stoppen, es geht aber auch darum, jedes weitere diffuse Infektionsgeschehen zu unterbrechen. Es soll eine Ausgangsbeschränkung für das gesamte Berchtesgadener Land geben. Sie beginnt morgen (20. Oktober) um 14 Uhr.

18 Uhr: Landrat Bernhard Kern betritt mit weißblauen Mundschutz den Raum, genau wie Staatsministerin Michaela Kaniber. Diese nimmt vor den vielen Mikrofonen Platz.

17.55 Uhr: Schulen werden wohl schließen, wie sieht es mit öffentlichen Einrichtungen aus? Was passiert mit den Geschäften? Fragen, die hoffentlich gleich beantwortet werden. Noch sind die Plätze am Podium leer.

17.50 Uhr: In fünf bis zehn Minuten sollen Landrat, Regierungspräsidentin und Ministerin vor die Presse treten. Es wird schwer diskutiert, doch endgültige Maßnahmen sind noch nicht bekannt.

17.40 Uhr: Noch tagen die Verantwortlichen. Vor 17.45 Uhr werden sie nicht vor die Presse treten, so wie es aussieht. Zwischenzeitlich machen schon erste Schulschließungen im Netz die Runde, auch die Schließung der Watzmanntherme wurde angekündigt.

17.30 Uhr: Der Sitzungssaal im Landratsamt ist gut gefüllt, wo noch vor einer Woche nur die heimische Presse anwesend war, stehen jetzt mehrere Kameras auf die Plätze gerichtet, die gleich Landrat Bernhard Kern, Regierungspräsidentin Maria Els und Staatsministerin Michaela Kaniber Platz nehmen werden. die Unruhe ist deutlich zu spüren. Was kommt auf das Berchtesgadener Land zu und vor allem, woher kommen die hohen Zahlen?

Erstmeldung:

Wir müssen das öffentliche Leben im Berchtesgadener Land runter fahren. Die Kontakte können dort nicht mehr verfolgt werden - wir werden deswegen sehr deutlich reagieren. Es wird unser bislang härtestes Protokoll sein, um wieder die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu bekommen“. Das verkündete Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag (19. Oktober).

Nachdem in dem am Montagnachmittag (19. Oktober) der Krisenstab im Berchtesgadener Land getagt hat, wollen Landrat Bernard Kern (CSU), Staatsministerin Kaniber sowie die Regierungspräsidentin von Oberbayern, Maria Els, die Bevölkerung über die neuen Maßnahmen im Landkreis informieren. Die Pressekonferenz ist um 17.30 Uhr angesetzt.

Das öffentliche Leben müsse im Berchtesgadener Land heruntergefahren werden. „Anders geht es nicht“, sagte Söder. Die Kontakte der Infizierten könnten dort nicht mehr verfolgt werden. „Also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden“, sagte er.

Es werde sehr konsequent und sehr deutlich reagiert werden. „Es wird das härteste Protokoll sein, das wir jetzt an der Stelle haben werden.“ Es werde ein Maßnahmenpaket geben, „das einem Lockdown entspricht“, sagte Ministerpräsident Söder. Das Robert Koch-Institut meldete am Montag (19. Oktober) für den Landkreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 252,1 - das war zunächst ein bundesweiter Rekord.

Der Landkreis Berchtesgadener Land ist mit einer Bevölkerungsdichte von 126 pro Quadratkilometer vergleichsweise dünn besiedelt. Wie es zu der Infektionswelle kommen konnte, ist nicht genau geklärt. „Ausgangspunkt war auch wieder eine entsprechende Party“, sagte Söder. Möglicherweise kommen weitere Infektionsherde infrage.

Auch die Nähe zu Österreich dränge zu einschneidenden Maßnahmen, sagte Söder. Wenn jetzt nicht konsequent gehandelt werde, sei die hohe Zahl nicht mehr zu reduzieren.

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