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Nachgefragt in BGL, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein

Woran liegt die niedrige Impfquote in der Region?

Woran liegt die weiterhin niedrige Impfquote in der Region? Wir haben uns (links, von oben nach unten) unter anderem bei den Leitern der Gesundheitsämter von Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, Traunstein, Dr. Wolfgang Krämer und Mühldorf am Inn, Dr. Benedikt Steingruber erkundigt.
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Woran liegt die weiterhin niedrige Impfquote in der Region? Wir haben uns (links, von oben nach unten) unter anderem bei den Leitern der Gesundheitsämter von Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, Traunstein, Dr. Wolfgang Krämer und Mühldorf am Inn, Dr. Benedikt Steingruber erkundigt.

Warum ist die Impfquote in der Region weiter so niedrig? Wir haben uns bei den Gesundheitsämtern der Region, im Berchtesgadener Land und den Kreisen Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein erkundigt.

Landkreise Berchtesgadener Land/Mühldorf am Inn/Rosenheim/Traunstein - „Von einer Stagnation der Impfkampagne kann man aktuell unseres Erachtens nicht sprechen. Alleine im Zeitraum vom 1. bis 29. Dezember wurden in Bayern rund 3,9 Millionen Menschen COVID-19-Schutzimpfungen verabreicht. Bezogen auf die Bayerische Bevölkerung haben sich damit alleine im Dezember 2021 bisher knapp 30 Prozent impfen lassen. Von den im Dezember 2021 bisher durchgeführten Impfungen waren zudem rund 350.000 Impfungen Erstimpfungen“, berichtet das Bayerische Gesundheitsministerium auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Impfquote in Bayern und ausgewählten Landkreisen der Region (Stand 05. Januar 2022):

Bereich/Impfquote Mind. einmal geimpftVollständig geimpftAuffrischungsimpfungen
Bayern72,0 %70,3 %39,6 %
Berchtesgadener Land 61,08 %60,48 %61,77 %
Kreis Mühldorf am Inn70,12 %67,75 %49,14 %
Kreis Rosenheim* 63,26 %62,69 %31,53 %
Kreis Traunstein63,82 %60,84 %39,43 %

„Nur etwas über 60 Prozent der Bevölkerung in Stadt und Landkreis sind vollständig geimpft. Die wöchentlichen Zuwächse bewegen sich nur im Zehntelprozentbereich. Das ist für einen nennenswerten Einfluss der Impfquote auf das Infektionsgeschehen viel zu gering“, mahnte erst kürzlich Wolfgang Hierl, der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamts in einer Aussendung der Behörde.

Woran aber liegt dann die in unserer Region auch aktuell noch so niedrige Impfquote? Wirken sich eventuell Genesene statistisch darauf aus, da ein nicht unerheblicher Prozentsatz derzeit genesen ist und somit noch gar nicht geimpft werden kann? Würde die vieldiskutierte Impfplicht helfen, baldig Besserung zu bringen? Und was ist mit jenen, die sich aus Überzeugung nicht impfen lassen wollen? Wie wird versucht, an der Sinnhaftigkeit einer Impfung Zweifelnde zu überzeugen? Mit diesen Fragen haben wir uns an das Bayerische Gesundheitsministerium sowie die Leitungen der Gesundheitsämter der Region gewendet.

Nachgefragt in BGL, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein: Woran liegt die niedrige Impfquote in der Region?

„Wir haben nur allgemeine und keine konkreten Informationen zur Impfquote in ihrer Region vorliegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist regelmäßig darauf hin, dass die veröffentlichten Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, da - wie bei anderen Meldesystemen auch - von einer gewissen, nicht zu vermeidenden Untererfassung auszugehen ist“, so das Bayerische Gesundheitsministerium in seiner Antwort an unsere Redaktion weiter. „Demnach ist auch der Impfschutz der Bevölkerung bereits etwas höher, als die Impfquote vermuten lässt. Vom RKI wird sowohl eine Impfquote der mindestens einmal Geimpften als auch eine Impfquote der vollständig Geimpften veröffentlicht. Die Anzahl der Genesenen in Bayern und Deutschland beruht auf einer Schätzung, da eine Genesung nicht von der Meldepflicht gemäß dem Infektionsschutzgesetz erfasst wird. Die konkrete Zahl der Genesenen für Landkreise und kreisfreie Städte lässt sich daher nicht bestimmen.“

„Bei einer Vielzahl von Genesenen ist bereits eine Impfung möglich. Bis vor kurzem lautete die STIKO-Empfehlung, dass zwischen der Genesung und Impfung ein Abstand von 6 Monaten liegen muss. Die aktuelle Empfehlung liegt bei nur noch drei Monaten. Daher ist für eine Vielzahl der Genesenen mittlerweile bereits wieder eine Impfung möglich“, ergänzt das Gesundheitsamt des Landkreises Berchtesgadener Land die Ausführungen des Gesundheitsministeriums. „Lediglich jene Personen, die in den vergangenen 3 Monaten eine Corona-Infektion durchgemacht haben und zu diesem Zeitpunkt auch ungeimpft waren, können sich nach der aktuellen Empfehlung, zumindest aktuell noch, nicht impfen lassen. Daher kann davon ausgegangen werden, dass keine großen Auswirkungen auf die Impfquote durch Genesene an sich bestehen.“

„Begrüßen grundsätzlich Einführung einer Impfpflicht“

„Ob und in welcher Form eine Impfpflicht eingeführt und umgesetzt wird, liegt in der Zuständigkeit der Politik nach Einschätzung aus der Wissenschaft. Grundsätzlich sind aktuell sehr wirksame Impfstoffe vorhanden, welche von der Bevölkerung zum eigenen Schutz und zum Schutz ihrer Mitbürger dringend genutzt werden sollten“, geht das Reichenhaller Gesundheitsamt auf die Frage einer Impfpflicht ein. „Der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl, hält die Impfung für eine absolute ethische Verpflichtung. Er hat dies auch schon so kommuniziert“, heißt es von deren Kollegen aus Rosenheim knapp. „Eine höhere Impfquote zu einem früheren Zeitpunkt hätte uns mit größter Wahrscheinlichkeit die vierte Welle erspart“, lässt sich wiederum Hierls Kollege Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamtes Mühldorf am Inn zitieren. Dr. Wolfgang Krämer, der Leiter des Traunsteiner Gesundheitsamts verweist darauf, dass die Entscheidung über eine Impfpflicht letztlich Aufgabe der Politik sei, betont aber: „Grundsätzlich wird die Einführung einer generellen Impfflicht aus medizinischer Sicht begrüßt, je schneller desto besser.“

„Der Landkreis Traunstein unternimmt seit Beginn der Impfungen große Anstrengungen in Sachen Information und Aufklärung. Auf unserer Website lassen wir Fachleute sprechen, die rund um das Thema Corona-Impfung aufklären“, berichtet Krämer weiter. „Auch Selbstständige, ein Kulturschaffender und ein Landwirt, welche der Impfung zunächst kritisch gegenüberstanden, berichten von ihren Erfahrungen. Wir sind davon überzeugt: Menschen, die sich noch nicht in Ihrer Meinung zur Impfung starr festgelegt haben, kann man mit einer fundierten Aufklärung, wie sie auch in den Impfzentren, im niedergelassenen Bereich und in der öffentlichen Berichterstattung erfolgen, erreichen. Diejenigen, die sich in ihrer impfkritischen oder ablehnenden Haltung strikt festgelegt haben, sind Argumenten gegenüber leider überwiegend unzugänglich.“

cs/ce/hs

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