Geschäftsführer zieht Bilanz für Bergwachtregion Chiemgau

"Die Einsätze der Skiwacht sind heuer um 16 Prozent zurückgegangen"

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16 Prozent weniger Einsätze hatte die Skiwacht diesen Winter im Vergleich zur Saison 2017/18.
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Berchtesgadener Land/Traunstein - Sie kommen nicht nur, wenn ein Notruf aus den Bergen eingeht, die Freiwilligen der Bergwachten aus der Region. Sie sind auch auf den Skipisten in der Region im Einsatz. In diesem Winter waren sie außerdem speziell gefordert.

15 Bergwachten gehören zur Bergwacht-Region Chiemgau. Von Schleching bis Berchtesgaden sind die ehrenamtlichen Retter im Einsatz. Vor allem auf den Pisten in der Region war es heuer wider erwartend ruhig, bestätigt Geschäftsführer David Pichler: "Die Einsätze der Skiwacht sind heuer um 16 Prozent zurückgegangen."

David Pichler ist sich sicher, dass die Wintersportler diesen Winter sehr sensibilisiert waren.

Die Skiwacht übernimmt die Absicherung der Pisten. Unter der Woche sind hauptamtliche Retter im Einsatz, am Wochenende die Freiwilligen. Bereitschaften ohne Skigebiete, wie Traunstein, Freilassing, Teisendorf/Anger und Altötting helfen in Winklmoos, am Götschen und im Berchtesgadener Raum.

Einzig am Götschen sind die Einsätze in den vergangenen Jahren gestiegen. "Das liegt daran, dass am Jenner zweitweise kein beziehungsweise nur eingeschränkter Pistenbetrieb war", weiß Pichler.

Waren es 2014 am Jenner noch 58 Einsätze und am Götschen 43, sind es jetzt 38 am Jenner und 53 am Götschen.

"Wo weniger los ist, passiert auch weniger"

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Dass der schneereichste Winter seit langem die Einsatzkräfte weniger gefordert hat, überrascht im ersten Moment. Nicht aber den Bergwacht-Geschäftsführer: "Genau darauf führe ich den Rückgang der Einsatzzahlen zurück. Die Lawinengefahr war ständig hoch, die Urlauber blieben zum Teil aus, teilweise waren Straßen und Seilbahnen gesperrt. Wo weniger los ist, passiert auch weniger."

Dennoch war die Bergwacht gefordert. "Wir hatten andere Einsätze", bilanziert Pichler. "Im Katastrophenfall wurden wir sogar von Bergwachten aus dem Frankenjura und anderen Gebieten beim Dach abschaufeln und anderen Hilfseinsätzen unterstützt." Über zu wenig Arbeit konnten sich die ehrenamtlichen Retter also nicht beklagen. Aber die durch den vielen Schnee zu befürchtenden dramatischen Einsätze blieben aus. "Die Leute waren sensibilisiert, das Thema war präsent, die Lawinengefahr sehr hoch."

Dafür geht die Wintersaison direkt in die Sommersaison über. Die Retter sind bereits fleißig gefordert, aus einem einfachen Grund: "Viele Leute unterschätzen, wie viel Schnee oben auf den Bergen noch liegt. Auf der Nordseite stehen sie schnell mal auf schwierigen, teilweise von gefrorenem Schnee bedeckten Wegen an und stoßen an ihre Grenzen."

Vor Mitte Mai ist eine Tour ins Hochgebirge nicht zu empfehlen. Auch die Berghütten dort öffnen nicht früher. Eine Übersicht, welche Hütte wann öffnet, finden Sie auf www.berchtesgaden.de.

cz

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