Grünen-Kreistag-Fraktionssprecher fragt

"Was ist los bei der heimischen CSU?" - Das sagt BGL-Kreisvorsitzende Kaniber

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Berchtesgadener Land - Die Bad Reichenhaller CSU lässt es am Mittwochabend (24.7.) auf eine Kampfabstimmung ankommen, die Pidinger CSU hat den amtierenden Bürgermeister bereits nicht mehr aufgestellt. Für Bartl Wimmer aus Berchtesgaden bleibt die Frage nach dem Warum?

"Was ist los bei der heimischen CSU? Zuerst den Bürgermeister in Bayrisch Gmain verloren, dann den eigenen OB in Reichenhall nicht mehr nominiert, aber über Wochen nicht in der Lage einen Kandidaten zu benennen und nun quasi spontan den eigenen Bürgermeister in Piding nicht mehr nominiert. Chaostage bei der CSU?", diese Frage hat der Grünen-Kreistag-Fraktionssprecher Bartholomäus Wimmer nach der CSU-Aufstellungsversammlung in Piding bei Facebook gepostet.

Bei der Wahl des Pidinger CSU-Bürgermeisterkandidaten hat sich Andreas Argstatter relativ spontan aufstellen lassen. Er ist somit gegen den amtierenden Bürgermeister Hannes Holzner angetreten und hat die parteiinterne Wahl für sich entschieden."Ich habe im Vorfeld für mich überlegt, steigst du aus oder probierst du es selbst", erklärte Argstatter sein Antreten ohne Wissen des Vorstandes oder Holzners selbst. Politik sei manchmal brutal und auch für ihn sei es nicht schön. "Aber ich habe mich dafür entschieden und jetzt muss ich es auch durchziehen."

Durchziehen will auch die CSU Bad Reichenhall ihre Ankündigung, Oberbürgermeister Herbert Lackner nicht mehr aufzustellen. Bereits im April war verkündet worden, dass eine Kommission einen geeigneten Kandidaten sucht. Mittlerweile ist bekannt, dass es der Ortsvorsitzende Christoph Lung sein soll. Lackner dagegen lässt es am Mittwochabend im Seewirt am Thumsee auf eine Kampfabstimmung ankommen.

Wackelt das CSU-Wertefundament?

Mittlerweile äußerte er sich gegenüber dem Bad Reichenhaller Tagblatt auch zur Wahl des Lokals zur Aufstellungsversammlung: "Ich verspüre bei vielen Bürgern eine gewisse Verärgerung über die Ortswahl Seewirt. Und auch ich halte den Veranstaltungsort für zu klein und nicht geeignet. Das habe ich Christoph Lung – entgegen seiner Aussage – auch am Freitag mitgeteilt. Mein Anliegen ist es nun, dass möglichst viele Mitglieder zum Seewirt kommen, denn es ist ausschließlich deren Recht, den Oberbürgermeister-Kandidaten in geheimer Wahl zu bestimmen." Sollte die Wahl gegen Lackner ausgehen, will er laut Reichenhaller Tagblatt parteifrei antreten, obwohl seine Politik "auf dem christlich-sozialen Wertefundament" stehe, so Lackner.

Dass Erneuerungsprozesse in der Politik schmerzhaft sein können, gehöre nun mal auch dazu, ist Michaela Kaniber überzeugt.

Dieses Wertefundament scheint derzeit zu wackeln, zumindest drängt sich der Verdacht auf, nachdem bei der Bürgermeister-Wahl in Bayerisch Gmain der vorher heiß gehandelte Kandidat von der CSU zur FWG gewechselt ist. Die CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber sagt dazu: "Die CSU stellt seit Jahren den Großteil der Bürgermeister im Landkreis. In einigen Gemeinden stehen da natürlicherweise Erneuerungsprozesse an, dass einige auch schmerzhaft sein können, gehört zur Politik nun mal auch dazu.

Ich kann mir sehr gut vorstellten, dass sich die parteipolitischen Mitbewerber freuen würden, wenn wir keine Kandidaten finden würden. Da muss ich sie leider enttäuschen. In jeder Gemeinde sind die CSU-Ortsverbände gerüstet und haben bereits oder werden noch demokratische Entscheidungen treffen.

Wahlkampf verändert sich insofern, dass er in einem immer kürzeren Zeitraum stattfindet. Daher macht es nur Sinn, dass Nominierungen erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden." Tatsächlich äußern immer mehr Gruppierungen, dass erst im Herbst die Kandidaten aufgestellt werden.

Für Bartl Wimmer ist klar, die momentanen Querelen innerhalb der CSU schaden nicht. "Macht die anstehenden Wahlen umso interessanter!" ist er überzeugt.

cz

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