Zahlreiche Einsätze:

Bergwacht am Wochenende im Dauerstress

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Landkreis - Das Wochenende brachte viel Arbeit für die heimischen Bergwachten. Die Rettungskräfte mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. *Neu: Bilder vom Einsatz am Grubpfad*

Zum Ausklang des Hochsommers waren am Wochenende nochmals besonders viele Menschen in den Chiemgauer und Berchtesgadener Bergen unterwegs; dementsprechend viel Arbeit hatten auch die heimischen Bergwachten.Neben dem tragischen Absturz einen 27-jährigen Großgmainers von den Blaueis-Türmen im Hochkalter-Massiv fanden mehrere Rettungen für intern Erkrankte und Erschöpfte sowie Suchaktionen und Rettungen aus Bergnot für unverletzte Verstiegene statt.

Am Sonntag gegen 14.30 Uhr ging ein Notruf vom Fuderheuberg ein, wo ein 45-jähriger Bergsteiger aus dem Landkreis Traunstein beim Abstieg vom Hochstaufen zur Staufenbrücke in Bergnot geraten war. Der Mann hatte unterhalb vom Geißaibl den Weg verloren und war dann durch die Steilhänge und über eine Rinne abgestiegen, bis er schließlich westlich oberhalb des Pidinger Campingplatzes über einer Felswand festsaß. Drei Suchmannschaften der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger stiegen über verschiedene Steige zu Fuß auf und versuchten, den Bergsteiger zu finden, wobei zunächst kein Rufkontakt zustande kam, bis der Einsatzleiter schließlich vom Tal aus Sichtkontakt herstellen konnte, als er mit dem Verstiegenen telefonierte. Die Retter am Berg seilten sich daraufhin zum 45-Jährigen ab und sicherten ihn.

Da aufgrund des sehr steilen, brüchigen und steinschlaggefährdeten Geländes ein bodengebundener Abtransport zu risikoreich erschien, forderten sie einen Transporthubschrauber der Bundespolizei mit Rettungswinde nach. Die Besatzung ließ einen Bergwacht-Luftretter per Winde ab, der gesichert am Windenhaken zu dem Mann aufstieg und ihn dann im Kaper-Verfahren zu sich an den Haken nahm. Der unverletzte 45-Jährige und die Einsatzkräfte der Bergwacht wurden in mehreren Anflügen per Winde aufgenommen und auf eine Wiese an der Mooshammer Kurve neben der Reichenhaller Umgehungsstraße ausgeflogen.Sechs Bergretter waren rund drei Stunden lang im Einsatz.

Gegen 15 Uhr ging ein weiterer Alarm für die Reichenhaller Bergwacht vom Weg zur Steinernen Agnes im Lattengebirge ein, wo ein intern erkrankter 66-jähriger Bischofswiesener mit Kreislaufproblemen zusammengebrochen war. Eine der Einsatzmannschaften vom Fuderheuberg fuhr über den Klaushäuslweg und die Forststraße an und musste dann weiter zu Fuß aufsteigen, da der Patient nicht wie angenommen auf der Forststraße, sondern weiter oben auf dem Steig auf Hilfe wartete. Die fünf Bergretter versorgten den Einheimischen, der dann mit dem nachgeforderten Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ per Tau zum Eisenrichter ausgeflogen und schließlich per Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht wurde. Der Einsatz dauerte bis 17.45 Uhr.

60-Jährige in Bergnot

Gegen 18 Uhr musste die Reichenhaller Bergwacht dann zu einem dritten Einsatz ausrücken: Am Predigtstuhl wurde eine 60-jährige Frau vermisst, die beim Abstieg vom Hochschlegel zur Schlegelmuldenhütte in den Latschenfeldern in Bergnot geraten war. Da unklar war, wo sich die Frau überhaupt befindet, bereitete sich die Bergwacht auf eine größere Suchaktion vor. Zwei Mannschaften fuhren mit der Seilbahn auf den Berg, eine dritte mit dem Rettungsfahrzeug zur Unteren Schlegelalm. Die unverletzte Frau wurde dann relativ rasch gefunden, zur Bergstation begleitet und ins Tal gefahren.

Kleiner Patient mit Kopfverletzung

Am Donnerstag kurz nach 16 Uhr mussten die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung von „Christoph 14“ zur Schrainbachalm oberhalb des Königssees fliegen, wo ein bereits vor einigen Stunden gestürzter Wanderer mit einer Rückenverletzung Hilfe brauchte. Der Patient wurde von St. Bartholomä aus per Tau ausgeflogen und dann zur Kreisklinik Bad Reichenhall geflogen.Am Donnerstag gegen 20 Uhr ging dann noch ein Notruf vom Lenzenkaser 1 auf der Reiter Alpe ein, wo ein Kind mit Kopfverletzung Hilfe brauchte. „Christoph 14“ konnte direkt an der Einsatzstelle landen und den kleinen Patienten im letzten Tageslicht zum Klinikum Traunstein fliegen.

Am Freitag kurz nach 15 Uhr wurde die Bergwacht Ramsau zu einem Krankentransport auf die Schapbachalm auf dem Weg zum Watzmann gerufen. Am Samstagvormittag gegen 11.30 Uhr ging ein Notruf aus der unteren Watzmann-Ostwand ein, wo sich zwei Bergsteiger oberhalb des Eisgrabens verstiegen hatten. Die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung von „Christoph 14“ konnten die Einsatzstelle per Funk-Handy-Zusammenschaltung der Leitstelle rasch finden und die Unverletzten per Rettungstau nach St. Bartholomä ausfliegen. Sie fuhren mit dem Kursboot zur Seelände zurück. Am Samstag gegen 16 Uhr musste die Besatzung von „Christoph 14“ zur Priesbergalm fliegen und einen akut intern erkrankten Patienten versorgen. Am Samstag kurz nach 17 Uhr ging dann noch ein Notruf für „Christoph 14“ und die Bergwacht Berchtesgaden vom Landtalsteig ein,wo rund eine viertel Stunde von der Wasseralm entfernt ein akut intern erkrankter Wanderer notärztliche Hilfe brauchte.

Bilder: Frau versteigt sich am Grubpfad

Die Bergwacht Berchtesgaden musste am Sonntagnachmittag wegen einer akut intern erkrankten Wanderin mit Kreislaufproblemen zur Priesbergalm ausrücken; die Bergretter brachten die 67-Jährige aus Nordrhein-Westfalen ins Tal; der nachgeforderte Landrettungsdienst versorgte sie notärztlich und transportierte sie in die Kreisklinik Berchtesgaden. Die Bergwacht Marktschellenberg und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ retteten am Sonntagnachmittag eine Wanderin, die auf der Untersberg-Südseite kurz vor dem Scheibenkaser eigentlich über den Grubpfad zum Stöhrhaus aufsteigen wollte, aber zu früh abgezweigt und in Bergnot geraten war. Die Besatzung von „Christoph 14“ und die Bergwacht Marktschellenberg flogen die Unverletzte aus dem Steilgelände per Rettungstau ins Tal. Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ und die Bergwacht Ramsau retteten am frühen Sonntagabend einen erschöpften Bergsteiger vom Hochstieg am Watzmann-Hocheck.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz 

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