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Reaktion folgt prompt

Versagt das Gesundheitsamt im BGL bei der Kontaktnachverfolgung? Kreisrat kritisiert Behörde

Zeigte wenig Verständnis für die geringe Zahl an Kontaktpersonen in Quarantäne, nimmt man die Zahl der Corona-Infizierten zum Vergleich: Kreisrat Dr. Bartl Wimmer.
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Zeigte wenig Verständnis für die geringe Zahl an Kontaktpersonen in Quarantäne, nimmt man die Zahl der Corona-Infizierten zum Vergleich: Kreisrat Dr. Bartl Wimmer.

Die Impfquote und wie diese im Landkreis verwaltet werde - „das ist ein riesiges Problem”, polterte Dr. Bartl Wimmer während der jüngsten Kreistagssitzung. Im Landkreis befinden sich weniger Menschen in Quarantäne als an Corona erkrankt sind. Stand Montag waren 664 Personen im Landkreis mit Corona infiziert, 469 befanden sich in Quarantäne. Versagt das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung?

Berchtesgaden - „Verheerende Corona-Zahlen” - so lautet das Fazit von Dr. Reinhard Reichelt, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Berchtesgadener Land, in der jüngsten Kreistagssitzung. „Corona sei noch lange nicht vorbei”, schlussfolgerte der Facharzt, der in Schönau am Königssee praktiziert. Seit Beginn der Corona-Krise begleitet er das Expertenteam im Krisenstab des Landkreises. Die Aussage des Gesundheitsministers Jens Spahn, die epidemische Lage zu beenden: ein katastrophales Signal an die Gesellschaft.

„Müssen zusehen, dass wir die Impfquote endlich nach oben kriegen”

„Unsere Kliniken laufen wieder voll, Eingriffe werden schon wieder verschoben.” Reichelt appelliert für die Impfung, denn das Berchtesgadener Land hinkt dem Bundesdurchschnitt, was die Impfquote betrifft, noch immer deutlich hinterher. Auch Mediziner Bartl Wimmer fordert die Allgemeinheit dazu auf, sich zu immunisieren: „Wir müssen zusehen, dass wir die Impfquote endlich nach oben kriegen.”

Behörde kontert

Wimmers Hieb vor den Bug, das Gesundheitsamt versage bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen Corona-Infizierter, kontert die Behörde: Dass die Zahl der Kontaktpersonen derzeit niedriger sei, als die der Indexpersonen habe mehrere Gründe. Zum einen gebe es „viele geimpfte Kontaktpersonen, diese müssen nicht in Quarantäne”. Somit würden diese auch nicht in der Statistik geführt. Zum anderen müssten Kontaktpersonen bei Vorlage eines negativen Tests - bei Erwachsenen ist dies ein PCR-Nachweis, bei Kindergarten- und Schulkindern ein Schnelltest - nur noch fünf Tage in Quarantäne. Bedeutet: Die Kontaktpersonen fallen nach fünf Tagen wieder aus der Statistik, wohingegen bei der Sieben-Tage-Betrachtung die Indexfälle noch bestehen bleiben.

Landratsamt mit weiterer Begründung

Laut Landratsamt gibt es einen weiteren dritten Grund: Dass Kontaktpersonen sich oft infizieren und dann selbst zu Indexfällen werden. Diese Personen fallen ebenfalls aus der Gesamtzahl der Kontaktpersonen „und haben selbst keine weiteren Kontaktpersonen generiert, da sie sich bereits in Quarantäne” befanden. Laut Behörde arbeiten derzeit 33 Mitarbeiter im sogenannten Contact Tracing Team (CTT), die sich um die Kontaktnachverfolgung kümmern. Nach den Maßgaben des Robert Koch-Instituts könne außerdem eine Priorisierung von Kontaktpersonen vorgenommen werden.

Dort, wo das Risiko einer Infektion besonders hoch sei, werde jeder Kontakt verfolgt, etwa in Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Altenheimen oder bei Kontaktpersonen im eigenen Hausstand. Die Information der übrigen Kontaktpersonen könne „auf den Indexfall delegiert werden”. Hierzu wurde vom Gesundheitsamt ein Selbstmeldebogen auf der Homepage des Landratsamtes bereitgestellt, mit dem sich Kontaktpersonen direkt an das Gesundheitsamt wenden können

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kp

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