Pressemeldung Die Grünen Berchtesgadener Land

Minihäuser sind im Kommen

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Berchtesgadener Land - Über Minihäuser wird nun langsam auch in Deutschland eine breitere Debatte geführt.

In den USA wird über solche "tiny houses", wie die Minihäuser auf Englisch heissen, schon ein wenig länger gesprochen. V on der Öffentlichkeit fast unbemerkt hat aber eine Pidinger Visionärin schon vor über zehn Jahren das erste Minihaus im Landkreis bauen lassen: Die Architektin Sigrid Enzinger. Grund genug für den Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land, sich von der Bauherrin ihr Projekt einmal näher erläutern zu lassen. Das Minihaus, das von der Bauherrin als Büro genutzt wird, realisierte der Zimmermeister Marcel Derwart in Holzständerbauweise. Die Wärmedämmung wurde dabei schon beim Bau vor zehn Jahren so vorbildlich umgesetzt, dass das Haus selbst die aktuell gültige deutlich strengere Energieeinsparverordnung (EnEV) einhält. Das Haus ist transportabel. Man kann es also bei einem möglichen Umzug per Tieflader an einen neuen Standort mitnehmen.

Sigrid Enzinger berichtete den interessierten Besuchern, dass die Umsetzung ihrer Planungen "nicht ganz einfach" gewesen sei. Es habe gegenüber den kommunalen Mandatsträgern und den Baubehörden viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen. Solche Minihäuser wären vor zehn Jahren "komplettes Neuland" gewesen. Viel Wert habe sie auch auf die sorgfältige Auswahl des verwendeten Baumaterials gelegt. Bei der Bauausführung sei es vor allem um eine qualitativ hochwertige Verarbeitung des Materials gegangen. Bei rund 20 Quadratmetern Gebäudefläche musste zudem der Innenraum sorgfältig geplant werden. Wichtig wäre auch gewesen, dass das verwendete Material gut recyclebar sei. 

Grünen-Kreisrat Edwin, der den Besichtigungstermin organisiert hatte, wies in seiner Einleitung darauf hin, dass Minihäuser aus seiner Sicht eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung zum traditionellen Einfamilienhausbau sein könnten. Dabei gehe es unter anderem darum, den enormen Flächenverbrauch, der zum größten Teil dem Wohnhausbau geschuldet ist, zu reduzieren. Dieser Flächenverbrauch im Wohnhausbau habe seine Ursache unter anderem darin, dass der Wohnraumbedarf pro Person sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt habe. Traditionelle Einfamilienhäuser hätten zum den Nachteil, dass sie für sich veränderte Familienverhältnisse zu wenig flexibel wären. Solche Einfamilienhäuser würden in der Regel für zwei Eltern samt kleinen Kinder gebaut. Werden die Kinder dann größer, werde es vielfach in solch einem Haus zu eng. Zogen die Kinder dann aus, sei ein solches Haus für die zubleibenden Eltern wiederum zu groß. Modules Bauen mit Hilfe von Minihäusern könnte eine viel flexiblere Raumnutzung, angepasst an die jeweilige Lebenssituation, ermöglichen. Zum Abschluss seiner Ausführungen kündigte Hertlein an, dass sich Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land in den nächsten Monaten um weiteren Bereichen rund um das Thema Bauen und Wohnen kümmern wollten. So wolle man etwa beim sozialen Wohnungsbau weitere Initiativen starten.

Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land

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