Stiller Prostest gegen Schul- und Kitaschließungen nimmt zu

Mit Laternen und Fackeln für Präsenzunterricht - Eltern wehren sich gegen aktuelle Maßnahmen im BGL

Eltern protestieren vor Grundschulen für Präsenzunterricht im Berchtesgadener Land
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Vor verschiedenen Grundschulen im Berchtesgadener Land haben Eltern für Präsenzunterricht mit Laternen und Bannern still protestiert.

Berchtesgadener Land - In immer mehr Gemeinden des Landkreises nehmen die stillen Proteste der Eltern zu. Sie demonstrieren mit Fackeln und Laternen für die Öffnung von Schulen und Kindergärten. Am Freitag (30. Oktober) kommt noch eine weitere Gemeinde dazu.

Pünktlich um 19.45 Uhr wollen am Freitagabend auch die Bischofswieser ein Zeichen setzen. Alle, die mitmachen wollen, sollen sich am Parkplatz der Grundschule einfinden und eine Laterne mitbringen. Außerdem ist geplant, bemalte Steine oder Kinderbotschaften vor dem Rathaus abzulegen.


Wegen Corona-Lockdown: Eltern im Berchtesgadener Land sorgen sich um die Zukunft ihrer Kinder

Wichtig ist den Organisatoren zu betonen, dass sie keine Corona-Leugner seien. Sie seien lediglich Eltern, die sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen. „Wir wollen ein Zeichen setzen und wollen, dass eine Lösung gefunden wird, wie der Präsenzunterricht sowie die Kinderbetreuung in Zeiten der Pandemie aufrechterhalten werden kann“, heißt es in dem Flyer, der auch über die sozialen Medien die Runde machte.


Bischofswiesen ist nicht die erste Gemeinde, in der sich die Eltern gegen die derzeitige Situation im Berchtesgadener Land wehren. Doch wie bei allen vorangegangen stillen Protesten gelten auch hier die drei Grundregeln: 1,5 Meter Abstand, Maskenpflicht und kein Lärm.

Saaldorf-Surheim und Bad Reichenhall demonstrierten als erste gegen Schulschließung im BGL

Eltern protestieren vor der Schule in Saaldorf. Sie wollen dass Schulen und Kindergärten geöffnet bleiben.

Der Anfang der „Stillen Proteste“ wurde vergangene Woche in Bad Reichenhall und Saaldorf-Surheim gemacht. Am Mittwochabend (21. Oktober) bildeten Eltern und andere Betroffene eine spontane Lichterkette in der Fußgängerzone in Bad Reichenhall. 68 Personen demonstrierten mit Maske und Abstand. Ebenso sah der Protest der Eltern vor der Grundschule Saaldorf am Donnerstagabend aus.

Auch an der Grundschule Feldkirchen in Ainring demonstrieren Eltern für das Recht auf Bildung und „Schule auf trotz Corona“.

In Freilassing kamen zum Protest am Freitagabend sogar rund 200 Personen. Die Ankündigung zur Wiederholung der Aktion wurde am Mittwoch wahr gemacht. Auch das Wochenende wurde in Ainring und Schönau am Königssee für eine leuchtende Demonstration genutzt. Rund 50 Personen hielten am Samstag vor der Grundschule in Feldkirchen Laternen und Plakate hoch. In Schönau am Königssee kamen am Sonntagabend rund 200 Personen zusammen und machten ihrem Ärger Luft.

Die Forderung der Eltern in Surheim ist klar: „Schulen und Kitas auf, Masken weg!“

Wegen Corona-Maßnahmen: Plakate und Grablichter vor dem Landratsamt Berchtesgadener Land

Von den Aktionen in den anderen Gemeinden angesteckt, leuchteten am Montagabend auch in Anger und Surheim die Laternen. Rund 60 Eltern trafen sich am Schwimmbadparkplatz in Aufham, an die 50 Personen waren es an der Grundschule in Surheim. Wie viele Personen es am Dienstagabend in Bad Reichenhall am Landratsamt waren, lässt sich nicht sagen.

Dort wurden Kuscheltiere abgelegt und Grablichter angezündet. Mit Plakaten stellten Eltern und Schüler ihre Forderungen noch einmal klar: „Ich will wieder in die Schule“, „Schule ist das A und O“ und „Hände weg von unseren Kindern“ war dort zu lesen. Eine Familie hatte sogar ein Grab gebaut, in dem 2020 das „Recht auf Bildung“, die „psychische Gesundheit“, die „soziale Entwicklung“ und „Bewegung und Spiel“ begraben worden war. Aus dem Grab ragten auf Papier gemalte Hände heraus.

cz

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