Drei von vier Straftaten im Berchtesgadener Land aufgeklärt

Aufklärungsquote deutlich höher als im Rest Bayerns

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Polizeipräsident Robert Kopp (r.) überreicht Landrat Georg Grabner den Sicherheitsbericht 2018.
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Berchtesgadener Land - Zusammen mit Landrat Georg Grabner und seiner Stellvertreterin Eva Schichl hat Polizeipräsident Robert Kopp am Donnerstagmittag (25. April) den Sicherheitsbericht 2018 für den Landkreis vorgestellt. Er sei grundsätzlich erfreulich, aber mit einem Wermutstropfen und einem Sorgenkind.

"Das Berchtesgadener Land ist ein sicherer Landkreis", begann der Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd seine Ausführungen. "Die Kriminalität ist insgesamt deutlich zurückgegangen, was auch an den geringeren illegalen Grenzübertritten liegt." Es sei aber erfreulich, dass die Straftaten auch ohne Delikte des Ausländerrechts weniger geworden seien.

Der Sicherheitsbericht 2017

Insgesamt sind 2018 7.959 Straftaten im Berchtesgadener Land begangen worden, 2017 waren es 10.962. Das bedeutet einen Rückgang von 27,4 Prozent. Diese Entwicklung sei zum einen der Prävention zuzuschreiben, zum anderen aber der hervorragenden Aufklärungsquote im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. "Mit 72,7 Prozent liegt die Aufklärungsquote deutlich höher als der bayernweite Schnitt", freute sich Robert Kopp.

Miteinander im Berchtesgadener Land vorbildlich

Drei von vier Straftaten werden in der Region aufgeklärt. Das schreckt mögliche Täter ab. "Diese Aufklärungsquote konnten wir nur erreichen, weil uns vieles mitgeteilt wird", lobte der Polizeipräsident. Das Miteinander von Bevölkerung, Polizei und Behörden sei vor allem im Berchtesgadener Land vorbildlich.

Für Polizeipräsident Robert Kopp ist jede Gewalttat eine Straftat zu viel.

Doch es werde nie gelingen, alles zu verhindern. So kam Kopp auf sein Sorgenkind Gewaltkriminalität zu sprechen. "Die Zahl der Gewaltdelikte ist im Vergleich zu 2017 um 9,3 Prozent von 118 auf 129 gestiegen. Auch wenn das nur ein geringer Anstieg ist, 129 Gewalttaten sind 129 zu viel." Da sei es auch nur bedingt erfreulich, dass neun von zehn Täter erwischt werden. Vor allem der Zuwachs bei gefährlicher Körperverletzung sei erschreckend. "Taten mit Messern kommen immer häufiger vor. Dabei ist Gewalt kein Konfliktlösungselement."

Immer mehr Senioren an Unfällen beteiligt

Besonderer Wermutstropfen im Sicherheitsbericht 2018 ist für Polizeipräsident Kopp die Verkehrsstatistik. "Wir hatten im Vergleich zu 2017 zwar 44 Unfälle weniger, das ist faktisch aber kein Rückgang." Sehr tragisch sei daran, dass 2018 elf Menschen im Straßenverkehr ihr Leben ließen. 2017 gab es einen Verkehrstoten. "Diese Tatsache wollten wir genauer untersuchen."

Auffällig sei, dass vor allem Senioren zwischen 69 und 94 immer mehr an tödlichen Unfällen beteiligt seien, so Kopp. Nur in drei Fällen seien sie aber Unfallverursacher gewesen. Dennoch will der Polizeipräsident zusammen mit den Seniorenbeauftragten der Gemeinden für mehr Aufklärung und somit Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.

"Bollwerk" gegen internationale Kriminalität wird ausgebaut

Für die Sicherheit im Landkreis sorgen die Beamten der Polizeiinspektionen, der Grenzpolizei und der Bundespolizei, sowie die ehrenamtlich Engagierten in der Sicherheitswacht in Freilassing und Bad Reichenhall. Vor allem das Erfolgsmodell Bayerische Grenzpolizei mit dem Kernelement Schleierfahnder werde weiter ausgebaut. "Aufgrund politischer Weichenstellung bekommen wir zusätzliches Personal und neuere und bessere Ausstattung. Das Bollwerk gegen internationale Kriminalität wird noch dichter gestaltet."

Polizeivizepräsidentin Eva Schichl will vor allem alte Leute vor Cyber-Kriminalität schützen.

In Sachen Cyber-Kriminalität kann Eva Schichl nur bitten, die eigenen Daten mit genügend Sorgfalt zu sicher. "E-Mails mit verdächtigem Inhalt sofort löschen. Auf keinen Fall antworten und vielleicht noch persönliche Daten bekannt geben." Die Täter würden sich nicht an Recht und Gesetz halten und sehr durchtrieben vorgehen. Vor allem ältere Leute würden bei diesen Fällen oft zu Opfern.

"An der verbesserungsfähigen Verkehrsbilanz arbeiten wir noch. Aber wenn wir uns mit anderen Regionen vergleichen, dann haben wir gewonnen", resümierte Robert Kopp am Ende.

cz

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