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Erfolgreich gründen trotz Pandemie

Vier Mutige aus Bad Reichenhall wagen Schritt in Selbstständigkeit: Ihre Erfahrungen

Gründerin Svenja-Hoffmann – Vitamin-Boom
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Gründerin Svenja-Hoffmann – Vitamin-Boom

Finanzielle Belastungen, staatliche Auflagen, kaum Verlässlichkeit und Planbarkeit: Die Corona-Pandemie ist für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer eine große Herausforderung.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Bad Reichenhall – Dennoch haben viele Menschen im Berchtesgadener Land die Zeit genutzt, um ihren Traum zu verwirklichen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Vier Gründer/innen aus Bad Reichenhall berichten, wie ihre Geschäftsideen entstanden sind, vor welchen Herausforderungen sie standen und wie es ihnen heute ergeht

Inspiriert von der Natur

Wer das Mountainflow Yogastudio in der Getreidegasse kennt, hat sicherlich auch Lisa Burr schon einmal getroffen. Die 33-Jährige hat Sportwissenschaft studiert, ist ausgebildete Yogalehrerin und gerne in der Natur und den Bergen aktiv. Als sie schließlich aus familiären Gründen nach Bad Reichenhall zog, machte sie sich nicht nur auf die Suche nach dem passenden Job, sondern auch nach einem Ort, um mit Menschen zusammenzukommen, sich auszutauschen, gemeinsame Projekte zu verwirklichen und dabei Körper, Geist und Seele etwas Gutes zu tun. „Durch Covid-19 war das natürlich eher schwierig. Dann entstand die Idee, einen solchen Ort selbst zu schaffen. Und nachdem die passende Immobilie gefunden war, konnte es im Dezember 2020 losgehen“, erzählt Lisa Burr. 

Gründerin Lisa Burr – Yogastudio

Mountainflow Yoga verfolgt einen ganzheitlichen, nachhaltigen Ansatz. Neben den klassischen Yogastunden gibt es auch Angebote, die z.B. Klettern, Ski-Langlauf, Mountainbike oder Wanderungen mit einbeziehen. Anfangs mussten die Kurse jedoch online abgehalten werden: „Das war so nicht geplant, lief aber erstaunlich gut. Und tatsächlich unterrichten wir bis heute fast alle Stunden hybrid, so dass man sowohl vor Ort im Studio als auch online teilnehmen kann“, berichtet Lisa Burr. „Trotzdem sind die Planungen schwierig: Kurse, die in der einen Woche ausgebucht sind, können in der nächsten Woche ausfallen, weil sich niemand anmeldet. Zum Glück stehe ich nicht alleine da: Wir sind ein tolles Team aus Yogalehrer/innen, die sich gegenseitig unterstützen.“ 

Koch dich fit

Auch bei Daniela Schröfl dreht sich alles rund um das Thema Gesundheit. Seit 2011 betreibt die ausgebildete Physiotherapeutin in Bad Reichenhall eine eigene Praxis: „Bei meiner Arbeit hat jedoch immer etwas gefehlt“, erzählt die 41-Jährige. Deshalb absolvierte sie Zusatzausbildungen als Ernährungsberaterin und Gesundheitscoach und gründete im Januar 2020 mit „Koch dich fit“ ein zweites Unternehmen, mit dem sie Ernährungsberatungen, Kochworkshops, Vorträge und Seminare anbietet. „Dabei möchte ich den Leuten mit Freude und Spaß helfen, frische Lebensmittel in ihren Speiseplan aufzunehmen und zu lernen, wie man damit lecker und vollwertig kocht“, erklärt sie. 

Gründerin Daniela Schröfl – Koch-dich-fit

Nur zwei Monate nach der Gründung machte ihr jedoch die Pandemie einen Strich durch die Rechnung: „Die Zusammenarbeit mit den Firmen vor Ort wurde stark ausgebremst, und auch die Workshops haben unter der Pandemie sehr gelitten“, berichtet Daniela Schröfl. In dieser Situation war die Physio- und Gesundheitspraxis der rettende Anker: „Ohne sie hätte ich meinen Laden vermutlich nicht mehr. Allerdings war es mir schon immer wichtig, ein Backup zu haben, falls es nicht so läuft wie geplant. Das würde ich auch anderen raten, die sich selbstständig machen möchten“, verrät sie.

Für die Zukunft hat Daniela Schröfl auf jeden Fall schon einige Ideen: „Ernährungsbildung in Kindergärten und Schulen ist beispielsweise ein spannendes Thema. Außerdem würde ich gerne noch stärker im Rahmen von Gesundheitsförderprogrammen mit den ansässigen Firmen zusammenarbeiten: Durch meine Arbeit als Physiotherapeutin und Gesundheitscoach kann ich ganzheitlich auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen.“ 

Smoothies aus der Region

Die Gesundheit stand auch für Svenja Hoffmann im Mittelpunkt, als sie im November 2021 ihre Smoothie-Bar „Vitamin Boom“ eröffnete. Sie selbst litt lange unter Vitaminmangel, auch Vitaminpillen halfen kaum weiter. „Eigentlich sollte jeder pro Tag fünf Hände voll Obst oder Gemüse essen. Aber das schaffe ich nicht – und auch sonst niemand den ich kenne“, erzählt sie. „Deshalb habe ich es mit Smoothies versucht; und tatsächlich habe ich schnell gemerkt, dass ich fitter wurde.“ 

Allerdings stellte die 28-Jährige schnell fest, wie schwierig es ist, frische Smoothies in Bioqualität zu finden. So entstand die Idee einer eigenen Smoothie-Bar: „Ich wollte mich sowieso gerne selbstständig machen. Und ich bin überzeugt, dass jetzt die richtige Zeit dafür ist: Wir haben zwar im Moment nur wenig Laufkundschaft und kaum Touristen; die Leute denken aber immer mehr um und achten verstärkt darauf, hochwertige Lebensmittel zu kaufen.“ Deshalb gibt es im „Vitamin Boom“ nicht nur Smoothies, sondern auch Avocado-Brot, Brot mit vegetarischen bzw. veganen Aufstrichen, „Energy-Balls“ aus Feigen, Nüssen, Chiasamen und Honig sowie Suppen, Eintöpfe oder Milchreis. Regionale Firmen können zudem Smoothies und Energy Balls bestellen, wenn sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas Gutes tun möchten. 

Die etwas andere Cocktail-Bar

Moritz Buschmann (22) absolviert gerade eine Ausbildung an der Steigenberger Akademie, zu der auch ein einjähriges Praktikum gehört. „Eigentlich wollte ich in einen Betrieb gehen, noch mehr Erfahrung sammeln und mich erst später selbstständig machen. Aber dann bot es sich an, das Praxisjahr gleich für die Unternehmensgründung zu nutzen“, erzählt er. Highlight seiner „Robotik Bar“ ist der „Cocktail-Joe“, den seine Cousins gemeinsam mit seinem Onkel erfunden haben und der das Mixen der Getränke übernimmt. „Sobald die Maschine programmiert ist, liefert sie auf Knopfdruck immer wieder perfekte Ergebnisse“, berichtet Moritz Buschmann. 

Gründer Moritz Buschmann – Robotik-Bar

Noch vor der Pandemie konnte Moritz Buschmann den „Cocktail-Joe“ ausgiebig auf verschiedenen Veranstaltungen testen – und das mit großem Erfolg. Also kaufte er eine eigene Maschine und eröffnete am 15. Oktober 2021 gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin die Bar in Bad Reichenhall. „Das ist super angelaufen, unser ‚Joe‘ ist in der Umgebung einzigartig“, freut sich Moritz Buschmann. Allerdings wartet auch das Bar-Team sehnsüchtig auf ein Ende der Pandemie: „Als Gastronomiebetrieb mit Schank- und Speiselizenz darf ich zwar öffnen. Aber wir leiden sehr unter der Sperrstunde: Normalerweise haben wir täglich bis 0 Uhr geöffnet, am Wochenende teilweise noch bis spät in der Nacht; und tatsächlich kommen die meisten Kunden erst relativ spät. Im Moment dürfen wir aber nur bis 22 Uhr öffnen; das lohnt sich leider höchstens am Wochenende.“ 

Unterstützung für Gründerinnen und Gründer

Gründer im Wirtschaftsraum Berchtesgadener Land werden von der BGLW-Gründerlotsin Jasmin Klünsner langfristig, persönlich und kostenfrei betreut: von der Unternehmensgründung bis zum etablierten Unternehmen. Geschäftsplan, Markteinstieg, Kundennutzen, Tipps zu Förderung und Finanzierung und zahlreiche andere Themen werden von ihr gemeinsam mit dem BGLW-Expertennetzwerk geklärt.

Pressemitteilung des Berchtesgadener Land

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