Hubschrauber-Suche in der Nacht

Schleuser springt aus fahrendem Auto

Berchtesgadener Land - Zur Zeit erlebt die Polizei Szenen, die einem sonst nur in Filmen begegnen. Allein diese Woche wurden 15 Schleuser bei Verfolgungsjagden festgenommen:

Innerhalb einer Woche sind im Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd rund 2600 Menschen irregulär eingereist. Davon wurden knapp 700 Männer, Frauen und Kinder, überwiegend im Landkreis Berchtesgadener Land, durch skrupellose Schleuser ausgesetzt und von den Schleierfahndern sowie den regionalen Dienststellen aufgegriffen.

In diesem Zeitraum konnten 15 Schleuser festgenommen werden, die teilweise leichtfertig das Leben der transportierten Menschen aufs Spiel setzten.

Schleuser verlässt fahrendes Auto - nächtliche Fahndung

Dies verdeutlicht ein Beispiel vom vergangenen Samstag, dem 8. August, als ein Kleintransporter mit deutschem Kennzeichen kurz nach der Einreise am Autobahngrenzübergang Bad Reichenhall, gegen 2 Uhr, zur Kontrolle angehalten werden sollte. Als der Fahrer die Signale der Schleierfahnder bemerkte, verringerte er zunächst die Geschwindigkeit um anschließend wieder zu beschleunigen.

Als sich das Polizeifahrzeug nach ca. 750 Metern auf Höhe des Kleintransporters befand, wechselte der Fahrer auf die Beifahrerseite und verließ den ausrollenden Kleintransporter noch während der Fahrt. Anschließend flüchtete der Mann über den Wildzaun an der Autobahn in ein angrenzendes Waldstück und konnte trotz Großfahndung mit Polizeihubschrauber nicht mehr aufgefunden werden. 

Der Kleintransporter, ein Citroen Jumper, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und blieb im angrenzenden Graben stehen. Auf der überfüllten Ladefläche des führerlosen Kleintransporters befanden sich zu diesem Zeitpunkt 20 ausweislose männliche pakistanische Staatsangehörige, die glücklicherweise unverletzt das Fahrzeug verlassen konnten.

Schleuser lassen sich von Polizeipräsenz nicht abschrecken

Dass auch offene und verstärkte Polizeipräsenz die Schleuser nicht abschreckt, ihre "Passagiere" in Deutschland ihrem Schicksal zu überlassen, zeigt ein Fall im Stadtgebiet von Freilassing.

Gerade als die Schleierfahnder am frühen Mittwochmorgen, dem 5. August, zwei rumänische Staatsangehörige an der Kreuzung Salzburger Straße / Laufener Straße festgenommen hatten, die mit einem bulgarischen Audi A6 und einem rumänischen BMW 320i insgesamt zehn syrische Staatsangehörige eingeschleust hatten, wendeten auf dieser Kreuzung zwei rumänische Fahrzeuge und fuhren mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Salzburg davon.

Ein Blick in die angrenzende Bushaltestelle brachte Licht ins Dunkel. Eine Gruppe von zehn syrischen Staatsangehörigen, darunter eine Frau mit drei Kleinkindern, wurde offensichtlich von den beiden flüchtigen Fahrzeugen über die Grenze geschleust  und in Freilassing abgesetzt.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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