Innenstadtsterben verhindern

SPD gegen Söder-Plan: Kein Gewerbe an der Autobahn!

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Berchtesgadener Land - Die SPD-Kreistagsfraktion lehnt die Pläne von Heimatminister Söder bezüglich Gewerbeansiedlungen an Autobahnen ab. Der Grund:

Klare Zustimmung signalisierte die SPD-Kreistagsfraktion gegenüber den Zielsetzungen des Markenbildungsprozesses für das Berchtesgadener Land. „Wir halten es für eine ehrgeizige, aber notwendige Aufgabe, die gewerbliche Wirtschaft und den Tourismus nicht weiter als Gegensätze zu betrachten, sondern den gesamten Landkreis als unverwechselbare Marke neu zu positionieren“, so der Fraktionssprecher Hans Metzenleitner. Eine deutliche Absage erteilten die Sozialdemokraten allerdings den Plänen von Heimatminister Söder, Gewerbeansiedlungen an Autobahnen zu erleichtern. Dies stärke nicht den ländlichen Raum, sondern führe vor allem zu weiterer Zersiedelung und Verödung der Märkte und Innenstädte.

„Wir brauchen stattdessen eine nachhaltige Strategie zur Stärkung der Infrastruktur außerhalb der großen Ballungszentren“, forderte der stellvertretende Fraktionssprecher Roman Niederberger. Um die zunehmende Ungleichheit der Arbeits- und Lebensverhältnisse innerhalb Bayerns wirksam zu bekämpfen, bedürfe es intelligenterer Lösungsansätze. Der stellvertretende Landrat Helmut Fürle wies auf die Geschwindigkeit der Flächenversiegelung in Bayern hin: „Jeden Tag werden 18 Hektar freie Landschaftsfläche überbaut und zubetoniert: Das entspricht gut 25 Fußballfeldern pro Tag in Bayern“, verdeutlichte er. Gerade im Berchtesgadener Land müsse man daher andere Wege gehen, waren sich die SPD-Kreisräte einig. In diesem Zusammenhang kündigte Roman Niederberger eine große Veranstaltung zu diesem Themenbereich für den Herbst mit den drei SPD-Abgeordneten aus der Enquete-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ des Bayerischen Landtags an.

Positiv werteten die Sozialdemokraten die gemeinsame Flächennutzungsplanung der fünf südlichen Landkreisgemeinden. Dort werden derzeit die künftigen Entwicklungswünsche und -möglichkeiten harmonisiert und mit den Erfordernissen des sparsamen Umgangs mit den natürlichen Flächen in Einklang gebracht. Die SPD-Fraktion sprach sich für eine solche Entwicklung auch in den anderen Teilen des Landkreises aus. Von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft verlange man immer wieder gewerbliche Neuansiedlungen, ohne in ausreichendem Maße Gewerbeflächen anbieten zu können. Niemand müsse sich wundern, wenn interessierte Unternehmer dann ihre Investitionen in Nachbarlandkreise verlagerten. Abhilfe könne hier nur eine abgestimmte landkreisweite Regionalplanung schaffen, die über die Gemeindegrenzen hinweg Grundlagen für potentielle Investoren schafft.

Einig war man sich in der SPD-Fraktion, den Markenbildungsprozess für das Berchtesgadener Land konstruktiv zu begleiten. Hans Metzenleitner erinnerte an die schwierige Entstehungsphase vor über zehn Jahren, gegen erhebliche Widerstände eine gemeinsame Tourismusmarke aus der Taufe zu heben, die BGLT. Es sei nun an der Zeit, aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre die richtigen Schlüsse zu ziehen, das eigene Profil zu schärfen, um sich auf dem globalisierten Markt richtig zu positionieren und als unverwechselbare Marke optimal wahrgenommen zu werden. Als eindeutig richtig bezeichnete er dabei die Absicht, eine Gesamtmarke zu kreieren, die den kompletten Wirtschafts-Standort BGL beinhaltet und somit nicht einseitig nur auf das touristische Gewerbe abzielt. So wichtig der Tourismus in verschiedenen Gemeinden auch sei, insgesamt erwirtschafte er als Tourismuszweig nur wenig mehr als zehn Prozent vom Gesamtbruttoumsatz im Landkreis. Die SPD befürworte daher einen Markenbildungsprozess, der den Landkreis für die verschiedenen Wirtschaftszweige noch attraktiver erscheinen lässt.

Pressemitteilung der SPD - Ortsgruppe Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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