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Der Schatz in der Restabfalltonne

Sammelmenge an Bioabfällen im Berchtesgadener Lad steigt ­– dennoch ist noch Luft nach oben

Stadtreiniger kontrollieren Biotonnen
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Zwei Biomülltonnen stehen in einem Müllheizkraftwerk. (Symbolbild)

Die Bioabfälle aus der Biotonne haben sich innerhalb der vergangenen 25 Jahren deutschlandweit verdoppelt. Ein Anlass, allen Bürgerinnen und Bürgern einmal Danke zu sagen. In Bioabfall steckt viel Potential, eine Verbrennung zusammen mit dem Restabfall sollte deshalb unbedingt vermieden werden.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Berchtesgadener Land - In manchen Biotonnen ist zudem noch viel Luft nach oben. Noch bis zum 15. November besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an der Verlosung von 100 Vorsortierbehältern.

Deutschlandweit hat sich die Menge in Biotonnen in den vergangenen 25 Jahren verdoppelt. Eine großartige Leistung von Millionen engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Das sind 5 Millionen Tonnen Kartoffel-, Bananen-, Eierschalen und viele andere Küchen- und Gartenabfälle, die zu rund 2,5 Mio. Tonnen Kompost verarbeitet werden. Damit kann eine landwirtschaftliche Fläche halb so groß wie das Saarland gedüngt werden. Das spart große Mengen an energieintensivem Kunstdünger. Oft findet sogar eine Doppelnutzung statt. Das heißt: Im ersten Schritt wird aus den Bioabfällen Strom und Wärme erzeugt, dann endet die Reise als frische Komposterde.

Die nachfolgenden Zahlen für den Landkreis Berchtesgadener Land zeigen diesen Erfolg direkt in der Region: Seit etwa 2,5 Jahren, also seit Einführung der Biotonne im April 2019, wurden über die rund 16.000 Biotonnen im Landkreis 10.500 Tonnen biologisch abbaubare Abfälle in der Biogas- und Kompostierungsanlage bei Eiselfing, Landkreis Rosenheim, behandelt.

Aus den Abfällen in der Biotonne wurden in dieser Zeit circa 2.070.000 kWh Strom erzeugt, das entspricht einem jährlichen Strombedarf von ungefähr 580 Vier-Personen-Haushalten. Darüber hinaus wurden noch circa 2.480.000 kWh Wärme produziert, die zu 50 Prozent für die Beheizung von Produktion, Büro, Werkstatt und Häusern sinnvoll genutzt wurde. Über die Verstromung und Nutzung der Wärme konnten circa 170.000 Liter Heizöl bzw. rund 500.000 kg CO2 eingespart werden.

Neben Strom und Wärme wurden nach Durchlaufen der Biogasanlage aus den Gärresten im zweiten Schritt ca. 6.200 Tonnen Kompost erzeugt. Durch diesen Schritt konnten ca. 4.150 m³ Torf eingespart werden. Dies entspricht einer jährlichen, nicht abgebauten Torffläche von ungefähr 15 Hektar.

Zusätzlich kann eine Menge von circa 4,5 Tonnen Phosphat und 18 Tonnen Kalium zurück in den Kreislauf gebracht werden, wodurch die natürlichen Ressourcen geschont werden. „Gerade Phosphor ist ein wichtiger Pflanzennährstoff. Ohne Phosphor funktioniert kein biologisches Leben, jede Zelle benötigt Phosphor für ihren Stoffwechsel. Phosphor gibt es aber nur begrenzt auf der Erde, gebunden in mineralischen Phosphaterzen. Diese können durch den Einsatz des Komposts aus der Biotonne geschont werden“, betont Thomas Hartenberger, Fachbereichsleiter der Kommunalen Abfallwirtschaft.

In manchen Biotonnen noch zu viel Luft nach oben

Bioabfälle werden deutschlandweit bereits in großen Mengen getrennt erfasst und verwertet, aber es gibt in vielen Biotonnen noch deutlich Luft nach oben. Denn viele kompostierbare Küchenabfälle landen in der Restabfalltonne, und deren Inhalt wird verbrannt. Eine Studie des Umweltbundesamtes aus dem Sommer 2020 zeigt, dass Restabfall noch immer zu fast 40 Prozent aus Bioabfällen besteht; das sind jährlich 50 Kilogramm pro Kopf verschwendete Biomasse. Bioabfall ist somit der größte ungenutzte Rohstoff in der Restabfalltonne.

Im Detail handelt es sich dabei um:

  • 45 Prozent ungekochte Küchenabfälle, wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeefilter, Kartoffeln und Eierschalen,
  • rund 25 Prozent gekochte und zubereitete Nahrungsabfälle wie zum Beispiel Speisereste, Fisch, Fleisch und Milchprodukte,
  • rund 18 Prozent verpackte Lebensmittel, die vor einem Wurf in die Biotonne von Plastik- und anderen Verpackungen befreit werden müssen, und
  • knapp 10 Prozent Gartenabfälle.

Der Abfallberater des Landkreises Berchtesgadener Land, Andreas Wurm rät deshalb: „Eigenkompostierung im Garten ist eine wichtige Sache, erfolgt diese sachgerecht und hat die Gartenfläche eine ausreichende Größe, kann auf Antrag auf die Biotonne verzichtet werden.“

Abfälle aus der Küche, die nicht für den Komposthaufen im Garten geeignet sind (z. B. Gekochte Lebensmittel, Brot, Wurst), landen dann aber weiterhin im Restabfall. Die ökologisch sinnvollste Nutzung ist daher eine Kombination aus Biotonne und Komposthaufen. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen jetzt schon beide Möglichkeiten kombiniert, die Rückmeldungen sind durchwegs positiv.

Vorsortierbehälter zu gewinnen

Noch bis zum 15. November 2021 ist eine Teilnahme an der Verlosung von 100 Vorsortierbehältern als Danke für die erfolgreiche Benutzung der Biotonne möglich. Wer mitmachen will, schickt bitte bis zum 15. November 2021 eine E-Mail an dankebiotonne@lra-bgl.de. Natürlich ist auch eine Teilnahme per Postkarte oder Brief an „Landratsamt Berchtesgadener Land, Kommunale Abfallwirtschaft, Salzburger Str. 64, 83435 Bad Reichenhall, Stichwort DankeBiotonne“ möglich, Einsendeschluss ist hier ebenfalls der 15. November 2021. Die Voraussetzungen und Bedingen zur Teilnahme finden Interessierte auf der Internetseite der Kommunalen Abfallwirtschaft www.abfallwirtschaft-bgl.de unter der Rubrik „Aktuelles“.

Fragen rund um das Thema Abfall, Kreislaufwirtschaft und Recycling beantwortet die Abfallberatung: telefonisch unter 0049 8651 773-503 oder per E-Mail abfallberatung@lra-bgl.de.

Weitere Infos zur Abfallwirtschaft im Landkreis Berchtesgadener Land gibt es online unter www.abfallwirtschaft-bgl.de.

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgadener Land

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