Rückgang der Ausbildungsverträge im Berchtesgadener Land

Immer weniger Bewerber für IHK-Ausbildungsplätze

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Berchtesgadener Land - Immer weniger Schulabgänger bewerben sich um einen Ausbildungsplatz. Die Vorsitzende der IHK im Berchtesgadener Land, Irene Wagner, findet die Entwicklung besorgniserregend:

Das Berchtesgadener Land verzeichnet einen Rückgang der Ausbildungsverträge. Wie die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern zeigen, wurden 341 Lehrverträge in Industrie, Handel und Dienstleistungen neu abgeschlossen. Das bedeutet einen Rückgang von 7,6 Prozent. 247 Verträge wurden in kaufmännischen und 94 in gewerblichen Ausbildungsberufen abgeschlossen. Somit ist der Rückgang an neuen Azubis ist in der Region ausgeprägter als der oberbayernweite Durchschnitt von Minus 0,6 Prozent

Sicherung des Fachkräftenachwuchses schwierig

„Für unsere Betriebe ist und bleibt die Sicherung ihres Fachkräftenachwuchses sehr schwierig. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über. Allen künftigen Schulabgängern empfehle ich unsere Ausbildungsmesse IHK jobfit! am 20. Mai. Im Kuko in Rosenheim können sie bei über 100 Unternehmen in rund 200 Ausbildungsberufen hineinschnuppern – ein große Chance für die eigene Zukunft“, erklärt Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land. 

Im vergangenen Jahr wurden der Agentur für Arbeit aus dem Landkreis insgesamt über 860 freie Lehrstellen in allen Ausbildungsbereichen gemeldet – darunter auch in Handwerk und freien Berufen. Mehr als 100 davon sind nach Beginn des Lehrjahres im September 2016 unbesetzt geblieben, gleichzeitig konnten nur sechs Bewerber nicht versorgt werden. 

Immer weniger Bewerber

„Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, erhalten aber zu wenige Bewerber“, so die Unternehmerin aus Marktschellenberg weiter. Hauptgründe dafür seien rückläufige Schulabgängerzahlen in Mittel- und Realschulen sowie der Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium.

Wagner fordert in diesem Zusammenhang mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Eine Ausbildung ist für viele Schulabgänger eine bessere Wahl als ein abgebrochenes Studium.“ Ebenfalls geringfügig gesunken ist die Anzahl aktiver IHK-Ausbildungsbetriebe. In diesem Jahr bilden im Landkreis 232 Firmen aus, fünf weniger als im Vorjahr. Seit 2008 haben sich aber insgesamt nahezu 50 Betriebe aus der dualen Ausbildung verabschiedet.

Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © picture alliance / Hendrik Schmi

Zurück zur Übersicht: Landkreis BGL

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser