Bundesamt für Strahlenschutz

Pilze im Berchtesgadener Land noch immer radioaktiv belastet

+
Je nach Pilzart und Standort ist die radioaktive Belastung unterschiedlich hoch
  • schließen

Berchtesgadener Land - Das Bundesamt für Strahlenschutz hat Pilze in der Region untersucht. Die Ergebnisse fallen gemischt aus.

33 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Chernobyl sind die Nachwirkungen des Unglücks auch in unserer Region noch zu spüren. Laut des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sind Wildpilze im Berchtesgadener Land mit einer aussergewöhnlich hohen Menge des radioaktiven Cäsium belastet. Dies liegt daran, dass über dem Berchtesgadener Land nach der Reaktorkatastrophe von Chernobyl im Mai 1986 ein Gewitter niederging.

Das im Niederschlag enthaltene Cäsium konnte sich im Waldboden festsetzen und wurde von den Pilzen aufgenommen. Zu den besonders stark radioaktiv belasteten Pilzarten zählen unter anderem Semmelstoppelpilze, Elfenbein- und Braunscheibige Schnecklinge und Maronenröhrlinge. 

Da Cäsium eine Halbwertszeit von 30 Jahren besitzt, ist es nach wie vor in den Pilzen nachweisbar. "Wer seine persönliche Strahlenbelastung so gering wie möglich halten möchte, sollte darum keine stark belasteten Pilzarten aus höher belasteten Regionen essen", so Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz. "Aus Sicht des Strahlenschutzes sollte jede zusätzliche Strahlenbelastung minimiert werden."

Aber: Gefährlich ist der Verzehr von selbst gesammelten Pilzen nicht. Zumindest nicht, solange der Verzehr in üblichen Mengen (circa 250 Gramm pro Woche) erfolgt. Wildpilze, die im Handel verkauft werden, dürfen den Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse nicht überschreiten.

Seine Einhaltung wird von der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Stichproben kontrolliert. Zuchtpilze wie der Austernseitling oder der Zuchtchampignon sind nicht radioaktiv belastet und können bedenkenlos gegessen werden.

fgr/BfS

Zurück zur Übersicht: Landkreis BGL

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT