Pressemitteilung Biosphärenregion Berchtesgadener Land 

Naturnahe Gestaltung von Betriebsflächen 

Blick von oben auf das naturnah gestaltete Betriebsgelände der Firma Hörl
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Blick von oben auf das naturnah gestaltete Betriebsgelände der Firma Hörl

Berchtesgadener Land - Eine Vielzahl unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten sind in ihrem Fortbestand bedroht, denn zahlreiche der über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen einer Kulturlandschaft sind in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen.

Auch im Berchtesgadener Land verschwanden viele Hecken, Trockensteinmauern, Blumenwiesen oder Einzelbäume aus dem Landschaftsbild. Zu jenen Tieren, die den Rückgang der Strukturvielfalt zu spüren bekommen haben, zählt unter anderem die Wildbiene. Im Berchtesgadener Land gibt es derzeit ca. 280 Wildbienenarten, die in ihrem langfristigen Überleben unterstützt werden müssen. Mit dem Wildbienenprojekt im Berchtesgadener Land betreibt die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion eine Initiative zum Schutz bestehender und zur Gestaltung neuer Wildbienenlebensräume. Auch in der Stadt Laufen haben sich bereits zahlreiche Akteure, darunter die Kommune, eine Schule sowie Vereine und Privatleute engagiert und arten- und strukturreiche Bereiche angelegt. Immer mehr Unternehmen möchten ebenfalls bewusst nachhaltig agieren und dabei auch auf ihren Betriebsflächen einen Beitrag für die Artenvielfalt leisten. Dabei entstand unter anderem bei der Firma Hörl in Laufen eine wertvolle Fläche, die sich den Strukturreichtum einer traditionellen Kulturlandschaft zum Vorbild nahm.  


Auf Basis eines Gestaltungsplans der Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Berchtesgadener Land hat Landschaftsgärtnerin Kerstin Tusl die naturnahe Umgestaltung einer ca. 500 m2 großen Fläche auf dem Firmengelände umgesetzt. Auch die Mitarbeiter*innen des Betriebes sollen davon profitieren, weshalb der Erlebniswert durch möglichst vielfältige Sinneseindrücke gesteigert wurde. Eine Bank am Teich beispielsweise lädt zum Verweilen und beobachten ein, aber auch Natursteinmauern und Findlinge können als Sitzplätze inmitten der Natur genutzt werden. 

Franz Praxenthaler, Kaufmännischer Leiter der Firma Hörl, schildert die Beweggründe für die Umgestaltung der Außenfläche: „Wir alle verbringen täglich viel Zeit im Unternehmen. Es ist uns daher wichtig, nicht nur die Arbeitswelt technisch optimal zu gestalten, sondern auch für unsere Mitarbeiter*innen einen ansprechenden Lebensraum zu schaffen und unsere Kulturlandschaft für unsere Kinder zu erhalten. Die Herstellung von Kunststoffspritzgusserzeugnissen und ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber unserer Umwelt ist für uns daher auch kein Widerspruch! Neben einer Vielzahl wirkungsvoller technischer Maßnahmen zur CO2-Reduktion wollen wir unsere Freiflächen zur Förderung und zum Erhalt der Biodiversität nutzen und sehen dies auch als ökonomische und ökologische Verpflichtung.“


Auf der Außenfläche des Unternehmens sind daher diverse Lebensräume entstanden: Wasser in Form eines Teichs, Trockensteinmauern, Totholz, Lesesteinhaufen, eine Mager- sowie eine Fettwiese und ein Schotterrasen. Alle Bereiche erfüllen wichtige Aufgaben für die Tier- und Pflanzenwelt. Bei der Umsetzung legte die Firma auch besonderen Wert auf regionale Aspekte. So erfolgte die Projektierung über die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Berchtesgadener Land und die Umsetzung durch ein regionales Gartenbauunternehmen. Auch bei der Pflanzenauswahl wurde darauf geachtet, hauptsächlich heimische Arten zu verwenden. Diese können am besten von der Tierwelt genutzt werden und sind zudem besser an die vorherrschenden Klimaverhältnisse angepasst. Somit fand auch das autochthone BiosphärenSaatgut bei der Anlage einer Blühwiese seinen Platz. Ebenso bei der Auswahl der verbauten Materialien lag der Fokus auf Regionalität, um lange Transportwege zu vermeiden. 

Die Anlage der arten- und strukturreichen Fläche ist geschafft. Wie geht es jetzt weiter? Die Firma Hörl verzichtet bereits seit Bestehen des Betriebsgeländes auf jeglichen Einsatz von Pestiziden und Dünger. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Eingewachsene naturnahe Anlagen sind dankenswerterweise eher pflegeleicht. Die Wiesen werden jedes Jahr ein- bis zweimal gemäht, die Staudenflächen müssen zweimal jährlich durch einen Kenner begutachtet werden, der gezielt unerwünschten Aufwuchs entfernt. So kann diese wertvolle Landschaft gut gedeihen. Sabine Pinterits von der Biosphären-Verwaltungsstelle über das Projekt: „Ich freue mich sehr über die gelungene Umsetzung unserer Planungsideen. Dank dem hohen Engagement der Firma Hörl und dem fachlichen Know-How des Gartenbaubetriebes ist eine Fläche mit Vorbildwirkung für die Region entstanden. Es wird spannend, die Fläche über die kommenden Jahre in ihrer Entwicklung zu begleiten.“ 

Pressemitteilung Biosphärenregion Berchtesgadener Land 

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