Mehr Naturschutz – statt weniger!

Keine Liftanlagen in Berchtesgadener Alpen

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Landkreis Berchtesgadener Land - Die Änderung des Alpenplans am Riedberger Horn hat zu einer Vielzahl an Reaktionen geführt, die schlichtweg falsch sind. Der Stimmkreisabgeordneten für das Berchtesgadener Land und den Rupertiwinkel ist es deshalb ein Anliegen, die Fakten noch einmal klar und deutlich darzustellen:

Der Alpenplan ist Teil des Landesentwicklungsplans (LEP), der seit 1972 die Zulässigkeit von Erschließungen der Alpen in drei Zonen regelt. Die strikteste Schutzkategorie, die Zone C, deckt 42 Prozent des bayerischen Alpenraumes ab, hier sind neue Verkehrserschließungen unzulässig. Diese Zone wird mit dem Landtagsbeschluss um 304 Hektar erweitert. 80 Hektar werden der Zone im Gegenzug entnommen, um eine durchgehende Liftverbindung am Riedberger Horn im Landkreis Oberallgäu zu ermöglichen.

Tourismus als Lebensgrundlage für viele Familien

„So etwas ist nur in diesem Einzelfall möglich“, betont Kaniber mit Nachdruck. Die Entscheidung habe man lange Zeit und sorgfältig abgewogen. „Uns ist selbstverständlich am Erhalt der einzigartigen Naturlandschaft in unseren bayerischen Alpen sehr gelegen. Bedenken muss man aber, dass der Tourismus im Allgemeinen und der Wintertourismus im Besonderen gerade für viele Gemeinden im südlichen Landkreis Oberallgäu vor existenzieller Bedeutung – und Lebensgrundlage vieler Familien ist.“ Eine durchgehende Liftverbindung verbessere dort das touristische Angebot am Riedberger Horn wesentlich – und zwar ohne dass die Landschaft dabei großflächig umgestaltet werden müsse. Die Behauptung, für die dortige Natur entstehe eine erhebliche Gefahr, sei schlichtweg falsch.

Es stimme außerdem nicht, dass die Politik am Riedberger Horn ein Projekt gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen wolle. „Der Bürgerentscheid vor Ort habe klar gezeigt, dass die Menschen vor Ort mit großer Mehrheit für eine Änderung der Zonenabgrenzung sind. Im Einzelnen haben sich die Bürger in Baderschwang mit 85% und in Obermaislstein mit 68% für dieses Projekt ausgesprochen. Es liegt jetzt an den örtlichen Kommunen hier die Bauanträge abzuarbeiten Gemeinden und Landratsamt haben hier die Beschlusskraft – nicht der Bayerische Landtag. Unsere Aufgabe ist es Möglichkeiten der Entwicklung zu schaffen und die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Entscheiden müssen es aber immer die Menschen vor Ort.

"Besondere Verhältnisse am Riedberger Horn"

Kritiker behaupten nun, die Änderung des Alpenplanes öffne Tür und Tor für jede Liftanlage im Berchtesgadener Land, dass nun auch Bergbahnen am Watzmann möglich seien und generell jede Skischaukel. „Das ist schlichtweg falsch“, betont Michaela Kaniber. Sowohl im Chiemgau und Berchtesgadener Land als auch anderswo in Bayern seien keinerlei Änderungen zu befürchten, sie stehen nicht zur Debatte. „Der Alpenplan ist und bleibt ein wichtiges und notwendiges Instrument zum Schutze unserer Alpen. Aber der Alpenplan ist eben auch Lebensraum von Menschen, die über Zukunftsperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten in ihrer Heimat verfügen sollen“, erklärt die Stimmkreisabgeordnete. Weder eignen sich die besonderen Verhältnisse am Riedberger Horn als Bezugsfall noch haben wir irgendwelche Absichten, dieser Änderung eine Präzedenzwirkung für andere Gebiete des Alpenplans zuzumessen.

„Man hätte die Grenzen des Alpenplans vor 40 Jahren auch von vornherein anders festlegen können. Wir haben jetzt eine deutliche Erweiterung um 304 Hektar beschlossen – und entnehmen der bisherigen Zone C lediglich 80 Hektar. „Wer sich die örtlichen Gegebenheiten näher ansieht, muss meines Erachtens zu dem Ergebnis kommen, dass es hier absolut nicht um einen derart gravierenden Eingriff in Natur und Landschaft handelt, dass er im Interesse der Alpen nicht vertretbar wäre.“ Angedacht ist am Riedberger Horn eine 1,5 Kilometer lange Bergbahn und eine drei Kilometer lange Skipiste. Die Fläche entspreche lediglich 0,04 Prozent der Gesamtfläche der Zone C. Als Kompensation für die Herausnahme dieser 80 Hektar werden im Gegenzug 304 Hektar naturschutzfachlich wertvolle Flächen im Gemeindegebiet von Balderschwang in Zone C gestuft. „Damit ergeben sich nach der Änderung des Alpenplans rund 224 Hektar mehr Flächen in der höchsten Schutzzone“, so Kaniber.

Pressemitteilung Abgeordnetenbüro Michaela Kaniber, MdL

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