Regionaler „Lockdown“ im Berchtesgadener Land

„Etwas übertrieben“ und „unumgänglich!“ - Das sagen unsere Leser zur Allgemeinverfügung

Ein Schild an einem Wanderparkplatz weist auf die Sperre von Wanderwegen und Parkplätzen durch die Verfügung des Landratsamtes hin. Unsere Leserin Ariane Eberherr aus Berchtesgaden äußert ihre Meinung zum regionalen „Lockdown“ im Berchtesgadener Land.
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Im Landkreis Berchtesgadener Land gilt wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen nun für zwei Wochen ein weitreichender „Lockdown“. Auch unsere Leserin Ariane Eberherr aus Berchtesgaden äußert ihre Meinung dazu.

Berchtesgadener Land - Wegen der enorm hohen Corona-Zahlen im Berchtesgadener Land wurde am Dienstag eine Allgemeinverfügung erlassen. Doch was haltet ihr davon? Zahlreiche Leser haben uns ihre Meinungen zum regionalen „Lockdown“ geschildert: 

Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in Bayern steigt weiter stark an. Auch in unserer Region gehen die Zahlen nach oben. So hat der Landkreis Berchtesgadener Land laut RKI eine 7-Tage-Inzidenz von 292,6 (Stand: 22. Oktober) - das ist der höchste Wert für Bayern. Markus Söder ergänzte die bestehende Corona-Ampel am Mittwoch, 21. Oktober, sogar um die Farbe dunkelrot - hier gibt es alle Regelungen und Details zur Corona-Ampel.


Wegen dieser Zahlen traten am Dienstag, 20. Oktober, um 14 Uhr umfangreiche Corona-Maßnahmen in Kraft. In der erlassenen Allgemeinverfügung werden eine allgemeine Ausgangsbeschränkung, ein Veranstaltungsverbot, Betriebsuntersagungen, Besuchsverbote, Schulen und KiTas, Maskenpflicht, Bußgelder und so weiter behandelt. Wir haben Euch gefragt, was Ihr von den aktuellen Maßnahmen haltet. Haltet ihr den „Lockdown“ im Berchtesgadener Land für überzogen oder ist es die einzig richtige Maßnahme?

Das sind eure Meinungen zum regionalen „Lockdown“ im Berchtesgadener Land:


Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und spiegelt nicht die Ansicht(en) der Redaktion wieder.

Peter Renoth aus Berchtesgaden:

Aus meiner Sicht war die Ausgangsbeschränkung unumgänglich. Die Bevölkerung, insbesondere deren jüngerer Anteil, haben diese ja geradezu provoziert. Bestraft werden jetzt diejenigen, die sich streng an Hygienekonzepte gehalten haben, während die Provokateure im Nichts untertauchen. Eine Riesensauerei. Söder statuiert übrigens kein Exempel. Seine Aufgabe ist es, das Land aus der Krise zu führen.

Das Berchtesgadener Land wird nicht die einzige Region bleiben, die mit einer strengen Beschränkung überzogen werden wird. Wir können nur hoffen, dass die Maßnahme wirkt und sich die Mitbürger jetzt endlich verantwortungsvoll an die Regeln halten. Alles andere wäre pure Dummheit. Konrad Adenauer sagte sinngemäß: „Der Herrgott hat der Klugheit Grenzen gesetzt, leider aber nicht der Dummheit.“

Volker Herbst aus Ainring:

Ja, es ist richtig, wie das Ganze gehandhabt wird! Gerade im BGL-Loch, umgeben von Österreich, muss eben noch mehr aufgepasst werden und eine Schließung der Grenzen wäre meines Erachtens nicht so falsch. Allerdings muss ich zugeben, dass ich kein Grenzgänger bin und es so etwas „einfacher“ habe, Stellung zu beziehen. Wenn ich allerdings sehe, wie stark z.B. der Globus-Markt in Freilassing von österreichischer Seite besucht wird, mache ich mir schon etwas Sorgen betreffs „Virenaustausch“, ohne allerdings dem Markt selbst einen Vorwurf machen zu können/wollen. Er wird halt von Österreichern gut angenommen.

Magdalena Brunner aus dem Berchtesgadener Land:

Also man kann diese Maßnahmen nicht mehr nachvollziehen. Es wird ohne Rücksicht auf Verluste alles kaputtgemacht, wofür die Menschen ihr Leben lang gearbeitet haben - bezieht sich auf Gastronomie/Hotellerie - im Besonderen auf die Familienbetriebe und Kleinbetriebe, welche mein vollstes Mitleid haben.

Die Menschen im Berchtesgadener Land werden eingeschränkt - dürfen nur mehr mit Begründung aus dem Haus gehen und in keine anderen Landkreise fahren - und anderseits kommen von Österreich die Menschen in Scharen zum Einkaufen? Ist das Virus nur bei uns? Wenn ich einen wichtigen Arzttermin in einem anderen Landkreis habe, bin ich schon verunsichert, ob ich überhaupt dann noch angenommen werde, wenn ich aus einem Hotspot komme. Man traut sich ja gar nicht mehr zu husten oder zu niesen vor Angst, dass man schief angeguckt wird.

Das grenzt langsam, aber sicher an Wahnsinn und man hat eigentlich Angst, was den Politikern sonst noch alles einfällt, um das Volk zu verunsichern? Und warum wurden die über 2000 Urlauber ohne Test aus dem Landkreis Berchtesgadener Land vertrieben? Diese Urlauber könnten sich ja theoretisch den Virus hier eingefangen haben und in ihren Heimatorten ausbreiten. Ich verstehe das nicht.

Ariane Eberherr aus Berchtesgaden:

Unsere Leserin Ariane Eberherr aus Berchtesgaden äußert ihre Meinung zum regionalen „Lockdown“ im Berchtesgadener Land.

Ich persönlich finde es jetzt in erster Linie wieder mal etwas zu spät für solch glorreiche Ideen vom Herrn Söder. Und auch wieder etwas übertrieben. Aber er hört sich selber einfach ganz gerne reden, glaube ich! Seine Worte im Juli waren ja, dass doch bitte „alle“ Urlaub im eigenen Land machen sollen. Naja, und gefühlt war das ganze Land bei uns in Berchtesgaden seit Juli/August.  Klar absolut egoistisch und rücksichtslos, dass diverse Partys stattfinden. Kein Thema! Nur sind wir mal ehrlich. Wir sind nun mal auf dem Land. Da fällt so was natürlich mehr auf als in einer Großstadt, wo sowas wesentlich häufiger vorkommt und sich nicht kontrollieren lässt. Ich arbeite und lebe in der Buchenhöhe und sogar unsere Jugendlichen versuchen sich mit aller Disziplin seit dem März an die Auflagen zu halten. Meinen Respekt allen hier oben! Bisher ist hier jeder negativ getestet worden! Und gerade für chronisch-kranke Kinder und Jugendliche, die auch besondere Bedürfnisse haben, ist das eine Glanzleistung! Hut ab! Da kann sich hier so mancher Erwachsene eine Scheibe von abschneiden! In diesem Sinne, bleibts gesund!

Die nächsten Leserbriefe werden am Freitag, 22. Oktober, in einem neuen Artikel veröffentlicht.  

Regionaler „Lockdown“ im Berchtesgadener Land: Schickt uns eure Leserbriefe

Die steigenden Corona-Zahlen im Berchtesgadener Land führten dazu, dass eine Allgemeinverfügung erlassen wurde. Doch was haltet Ihr von den aktuellen Maßnahmen? Haltet Ihr den „Lockdown“ im Berchtesgadener Land für überzogen oder ist es die einzig richtige Maßnahme? Erwartet Ihr weitere Lockdowns in der Region und findet ihr die Corona-Politik der Regierung noch nachvollziehbar? Wir sind auf Eure Meinungen gespannt. Schickt uns eueren Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Lockdown im Berchtesgadener Land“ im Betreff).

Bitte sendet uns neben euren Zeilen auch unbedingt euren Namen und euren Wohnort; auch ein Foto von Euch könnt Ihr gerne mitschicken. Wir veröffentlichen eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

Massive Beschränkungen im Berchtesgadener Land

Landrat Bernhard Kern (CSU) und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) sehen durch die neue Allgemeinverfügung eine Chance, der Corona-Pandemie die Stirn zu bieten, Infektionsketten zu unterbrechen und bald wieder einen geregelten Ablauf im Landkreis möglich zu machen. Die Allgemeinverfügung gilt vorerst bis Montag, 2. November um 24 Uhr.

Auch zahlreiche Veranstaltungen mussten nun im Berchtesgadener Land abgesagt werden. Eine Liste mit allen abgesagten Events und geschlossenen Einrichtungen findet Ihr hier.

jg

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