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Knappe Rohstoffe in Bayern

Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden: „Holz ist ein Luxusgut”

Daniel Müller sagt: „Holz wird aber bis auf Weiteres zu angemessenen Preisen für alle verfügbar bleiben.”
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Daniel Müller sagt: „Holz wird aber bis auf Weiteres zu angemessenen Preisen für alle verfügbar bleiben.”

Berchtesgadener Land/ Traunstein - „Der Holzmarkt hat sich wieder deutlich beruhigt”, sagt Daniel Müller, Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforste im Interview. Die seit Monaten bestehende Knappheit am Holzmarkt hatte auch im Zuständigkeitsgebiet des Forstbetriebs, der sich über das Berchtesgadener Land, den Rupertiwinkel und das östliche Chiemgau erstreckt, hohe Kostensteigerungen für den Rohstoff nach sich gezogen. 
 

Seit Jahresbeginn hat sich die Situation rund um Einkaufspreise von Holz zugespitzt. Kam das alles überraschend?

Daniel Müller: Die Knappheit am Holzmarkt kam im Frühjahr so überraschend, wie die Knappheit beim Klopapier ein Jahr zuvor. Beides hatte ähnliche Ursachen und ist Folge der Corona-Pandemie. Beim Klopapier führte die Unsicherheit künftiger Verfügbarkeit zu Hamsterkäufen. Beim Schnittholz führten die wegen Corona ausgefallenen Urlaubsreisen zu einem höheren Bedarf, da plötzlich Zeit und Geld für Renovierungen, Um- und Ausbauten vorhanden war. Als die höhere Nachfrage die Preise stark steigen ließ, setzten Hamsterkäufe ein, die vor allem in den USA und in Europa zu explodierenden Preisen und Lieferengpässen führte. Ich konnte mich seit Juni dieses Jahres kaum noch vor Nachfragen retten.

Was sind die entscheidenden Gründe für die hohen Preise? Würde ein Exportstopp helfen?

Müller: Die Preise für Dachlatten hatten sich beispielsweise innerhalb weniger Monate etwa verfünffacht. Die meisten Zimmerer-Betriebe kauften gleichzeitig große Mengen, um ihre Baustellen nicht schließen zu müssen. Diese Preissteigerung musste aber spätestens wieder kollabieren, sobald alle Betriebe ausreichend Dachlatten für die nächsten Monate am Hof hatten. Vor einer neuen Bestellung muss der Bestand erst verarbeitet werden. Inzwischen haben sich die Schnittholzpreise in den USA aber wieder normalisiert, so dass ein Exportstopp auch nicht weiterhelfen würde. Ich halte Einschränkungen beim grenzüberschreitenden Handel ohnehin für problematisch, da die gut 700.000 bayerischen Waldbesitzer vom Export profitieren.

Wie würden Sie die Nachfragesituation nach Holz im eigenen Zuständigkeitsbereich beschreiben? Könnten Sie aktuell mehr verkaufen als auf dem Markt zur Verfügung steht?

Müller: Im Logo der Bayerischen Staatsforsten steht unser Motto: Nachhaltig wirtschaften. In unserer langfristigen Forstbetriebsplanung wurde festgelegt, dass der Forstbetrieb Berchtesgaden jährlich etwa 100.000 Festmeter Holz einschlagen soll, um alle waldgesetzlichen Ziele optimal zu erreichen. Die Nachhaltigkeit ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Daher machen wir im Staatswald auch in Zeiten größter Nachfrage keine zusätzlichen Einschläge und verkaufen weit weniger Holz als wir könnten.

Die Erntemengen sind begrenzt. An wen verkaufen Sie das Holz vorwiegend?

Müller: Die Bayerischen Staatsforsten versuchen immer das Holz möglichst regional zu vermarkten. Das gilt im Speziellen auch für den Forstbetrieb Berchtesgaden, der seit Jahrzehnten partnerschaftlich mit den holzverarbeitenden Betrieben in der Region zusammenarbeitet. Auch in den zurückliegenden Monaten der Holzknappheit wurde das Holz für die Stammkunden reserviert. Neukunden kommen nur dann zum Zug, wenn die regionale Stammkundschaft anderweitig versorgt ist. Die Bayerischen Staatsforsten haben auch durch eine verantwortliche Preisgestaltung zu einer Marktberuhigung beigetragen.

Hat sich der Markt wieder beruhigt? Oder wird Holz dauerhaft teuer bleiben oder gar zum Luxusgut werden?

Müller: Auch in unserer Region, damit meine ich das südöstliche Bayern und das benachbarte Österreich, hat sich der Markt wieder deutlich beruhigt. Holz ist ein ökologisch unvergleichbarer Rohstoff. Schon aus Gründen des Klimaschutzes wird Holz in seiner Beliebtheit weiter steigen. Aus meiner Sicht ist Holz ein Luxusgut. Es wird aber bis auf Weiteres zu angemessenen Preisen für alle verfügbar bleiben.

Der Winter steht vor der Tür: Was raten Sie Nutzern von Brennholz, sofern diese nicht selbst Waldbesitzer sind?

Müller: Man sollte an die Zukunft denken, aber vermeiden, sich unnötig zu bevorraten. Wenn das Brennholz Gas oder Öl ersetzt, leistet man einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. Wichtig ist in jedem Fall ein regionaler Bezug. Holz aus dem Bayerischen Staatswald ist nachhaltig im Rahmen der Waldpflege erzeugt und kommt daher auf dem kurzen Weg in die Öfen.

kp

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