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Kreisbrandmeister aus dem BGL im Interview

Bisher keine großen Waldbrände in der Region - Einfach Glück gehabt?

Freiwillige Feuerwehr Berchtesgadener Land Kreisbrandmeister Michael Brandl Ausbilder Atemschutzgeräte
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Michael Brandl ist Kreisbrandmeister beim Kreisfeuerwehrverband Berchtesgadener Land.

„Es ist nicht so, dass alles völlig entspannt wäre“, sagt Kreisbrandmeister Brandl aus dem Berchtesgadener Land im Interview. Bisher ist die Region von größeren Waldbränden verschont geblieben. Doch die Saison ist noch nicht vorbei. Wo der nächste Vegetationsbrand entstehen könnte, lässt sich kaum vorhersagen.

Berchtesgadener Land - Bordeaux, Costa Blanca, Sächsische und Böhmische Schweiz, Unterfranken, Berlin. Egal wohin man diesen Sommer in Europa blickt, Waldbrände dominieren das Tagesgeschehen. Zu trocken, zu wenig Niederschlag, zu viel Wind. In der Region führt die Luftrettungsstaffel Bayern bei erhöhter Waldbrandgefahr auf Anordnung der Regierung von Oberbayern Überwachungsflüge durch. In den Sommermonaten fliegen die Piloten auch mal auf Eigeninitiative - und eigene Kosten. Werden Brandstellen gesichtet, geht eine Meldung an die Integrierte Leitstelle, die wiederum die zuständigen Feuerwehren alarmiert.

Region bisher von großen Waldbränden verschont - Glück gehabt?

Bisher ist die Region größtenteils noch von größeren Vegetationsbränden verschont geblieben. Am Donnerstag (18. August) lag der Waldbrandgefahrenindex des DWD am Messstandort in Piding noch bei drei, einer mittleren Gefahr. Ab Freitag soll es in der Region wieder regnen. Für große Teile Bayerns gibt der Index dann nur noch die niedrigste Stufe an. Doch die Saison ist noch nicht vorbei, meint Kreisbrandmeister Michael Brandl vom Kreisfeuerwehrverband Berchtesgadener Land im Interview mit BGLand24.de.

Woran es denn liegt, dass es im Landkreis bisher noch zu keinen größeren Vegetationsbränden kam? „Glück gehabt, würde ich sagen“, meint Brandl. „Was die Trockenheit betrifft, sind wir momentan noch relativ gut dabei. Es ist aber nicht so, dass alles völlig entspannt wäre. Wir haben es durchaus auf dem Schirm, bislang ist einfach noch nichts gewesen.“

Nichts Größeres zumindest. Vor ein paar Wochen kam es zu einem Brandgeschehen im Bereich Königssee, erinnert sich Brandl. Am verlängerten Wochenende um den 15. August sorgten Lagerfeuer am Hintersee und Abtsdorfer See für Feuerwehreinsätze. „Das sind aber keine klassischen Waldbrände, sondern Wahrnehmungen von Bürgern. Meist geht es um Lagerfeuer. Die waren auch gut zum handhaben.“ In Laufen habe ein Landwirt Stroh und Abfälle verbrennt. Den Rauch haben dann Bürger aus der Entfernung wahrgenommen. All das könne aber auch außerhalb der Saison geschehen.

Ende Juli rückte die Feuerwehr zu einem Brand bei Freilassing neben der B20 aus. Eine Heuballenpresse ging dabei vollständig in Flammen auf. „Da war es glücklicherweise so, dass rundum nichts gefehlt hat“, so Brandl. Wäre das Feld trockener gewesen, hätten sich die Flammen ausbreiten können.

Unvorhersehbar: Vegetationsbrände kommen überall vor

Wo der nächste Vegetationsbrand geschehen könnte, lässt sich nicht fix sagen. „Wir hatten schon am Thumsee Brände, genauso wie im Ainringer Moor.“ Vorbereitet sind die heimischen Feuerwehren allemal. Vegetationsbrände lassen sich auf zwei Arten bekämpfen: vom Boden und aus der Luft. Für die Brandbekämpfung aus der Luft ist ein Außenlastbehälter bei der Feuerwehr in Bad Reichenhall stationiert. Genauso wie Waldbrandsätze, „die man auf den Berg fliegen kann, wo wiederum die Kräfte am Berg das Material für die Handarbeit verwenden können“, so Brandl. Teile davon stehen außerdem in Berchtesgaden. Den entsprechenden Hubschrauber, der die Materialien zum Brandort fliegt, stellt die Polizei oder private Anbieter, je nach Verfügbarkeit.

Das bodengebundene Material besteht aus den verschiedenen Löschgeräten der Feuerwehr, ob Strahlrohre, kleinere Pumpen als sie gewöhnlicherweise bei einem Gebäudebrand verwendet werden oder auch Auffangbehälter für das Wasser. „Die wasserführenden Fahrzeuge sind zum Teil geländegängig“, so Brandl. Auch die klassischen Feuerpatschen zum Ausschlagen der Flammen kämen zum Einsatz - sowie Werkzeuge zum Bodenöffnen, um Glutnester zu bekämpfen.

Das Wasser führen die Feuerwehren in den Tanklöschfahrzeugen mit. Nachschub wird aus nahegelegenen Seen bezogen oder auch - wenn möglich - mit Fahrzeugen direkt an den Brandort gebracht.

Dass sich auch die Kommunen im Landkreis auf immer trockenere Sommer und eine höhere Waldbrandgefahr einstellen, zeigt sich bereits, erklärt Brandl. So würden etwa Tanklöschfahrzeuge mit einer gewissen Geländegängigkeit beschafft. „Wir haben nicht nur die Berge, den Königssee und den Nationalpark, sondern auch relativ flache Gebiete, etwa das Ainringer Moor. Da braucht man eine abgewogene Ausrüstung.“

ce

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