Jugendliche aus aller Welt zu Gast in der Biosphärenregion BGL

Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verbindet die Menschen weltweit!

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Berchtesgadener Land - Schülerinnen und Schüler aus Bolivien, den Niederlanden, der Slowakischen Republik, Israel, Frankreich und Polen verbringen auf Einladung des Pädagogischen Austauschdienstes der deutschen Kultusministerkonferenz derzeit einen Monat in Deutschland.

Sie lernen verschiedene Gegenden Deutschlands, die Natur, Kultur und die Menschen kennen. Nun besuchten sie für einen Tag gemeinsam mit ihrem Betreuer Reinhard Thußbas vom Annette-Kolb-Gymnasium Traunstein die Biosphärenregion Berchtesgadener Land.

Beim Treffpunkt an der Kugelmühle begrüßte die Bildungsreferentin der Biosphärenregion Dr. Lucia Jochner-Freitag die Jugendlichen. Sie lud dazu ein, die Augen zu schließen und zwei Gegenstände zu ertasten. Der erste war schnell als harter, kantiger Stein entlarvt. Der zweite Gegenstand fühlte sich völlig anders an und ließ sich schwieriger zuordnen: Es war ein Stück der gleichen Gesteinsart, des „Untersberger Marmors“, jedoch in der Kugelmühle zu einer glatten Kugel geschliffen.

Vom Betreiber der Kugelmühle erfuhren die Jugendlichen die historische Verwendung und die Funktionsweise der Kugelmühle. Dann begann die Wanderung durch die Almbachklamm nach Ettenberg.

Mancher Jugendliche hatte noch nie ein solches Naturphänomen durchwandert. Andere kannten ähnliche Landschaften aus ihrer Heimat. Beispielsweise erzählten Nicole und Hila von vergleichbaren Schluchten in Israel. Vieles gab es zu entdecken in der Klamm: wunderbare Felsformationen, Wasserfälle und Gumpen mit glasklarem Bergwasser, das zu einem Fußbad einlud; das Fettkraut, eine fleischfressende Pflanze; die Wasseramseln, die unter Wasser nach Insekten jagen, und zahlreiche andere seltene Pflanzen und Tiere.

Dass manche Pflanzen direkt für uns Menschen nützlich sind, konnte eine Teilnehmerin erleben, als sie von einer Bremse gebissen wurde. Mit dem Presssaft von Spitzwegerich behandelt, ließen Juckreiz und Schwellung schnell nach.

Die ebenfalls in der Almbachklamm vorkommenden Feuersalamander hatten sich aufgrund des sonnigen Wetters in Erdlöcher zurückgezogen. Auf dem Weg erfuhren die Jugendlichen auch die Ziele, die die UNESCO mit der Ausweisung des Weltnetzes der Biosphärenreservate verfolgt.

In allen Heimatländern der Jugendlichen hat die UNESCO ebenfalls besondere Landstriche als solche Modellregionen für nachhaltige Entwicklung ausgewiesen.

Was Bedeutet eigentlich "Nachhaltigkeit"?

Doch was bedeutet der Begriff `Nachhaltigkeit´? Was hat er mit uns und unserem Leben, was hat er mit dem Leben von Jugendlichen aus aller Welt zu tun? Dazu stellte die Referentin folgende einfache Frage: „Ihr möchtet euch eine Tafel Schokolade kaufen und steht im Supermarkt vor dem Regal mit verschiedenen Tafeln – nach welchen Kriterien wählt ihr die Schokolade aus?“

Als erstes antworteten die Jugendlichen: nach Geschmack, nach der Marke, nach dem Preis. Elsa aus den Niederlanden fügte hinzu, dass sie – wie fast alle in ihrer Heimat – zu einer fair gehandelten Schokolade greifen würde. Und ein Jugendlicher aus Frankreich ergänzte, dass er eine ökologische Schokolade wählen würde.

Dazu passte, dass die von der Referentin mitgebrachte Schokolade mit dem Bio- und dem Fair-Trade-Siegel ausgezeichnet war. Bei der Verpackung wurde zudem auf Aluminium verzichtet. Christian aus Bolivien war bei der anschließenden Verkostung ganz begeistert vom leckeren Geschmack der Fair-Trade-Bio-Schokolade.

Und es war sicher gestellt, dass bei der Produktion die Umwelt möglichst wenig belastet wurde und die beteiligten Bauern einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit erhielten. So wurde deutlich, dass jede und jeder von uns mit jedem Einkauf und seinem/ihrem gesamten Lebensstil mitentscheidet, wie nachhaltig oder eben nicht nachhaltig unser Umgang mit der Welt ist.

Die Jugendlichen notierten in ihren Muttersprachen die entsprechenden Begriffe für Nachhaltigkeit: Cuida er medioambiente, םייק , przyiozny srodowisku, developement durable, isvalo uclrzatelny rozvoj… Sie alle drücken in verschiedenen Sprachen die Zielsetzung aus, eine nachhaltige Lebens und Wirtschaftsweise zu etablieren, damit alle Menschen und auch die nachfolgenden Generationen gut auf unserem Planeten leben können.

Derzeit leiden viele arme Länder unter dem Lebensstil und der Wirtschaftsform der reichen Nationen. Die UNESCO erkannte schon im letzten Jahrhundert, dass die großen Aufgaben wie die Ernährung der Weltbevölkerung, der Rückgang der biologischen Vielfalt oder der Klimawandel nur durch eine solidarische Weltgemeinschaft gemeistert werden können.

Auf der Exkursion mit den Jugendlichen wurde deutlich: Vor uns liegen herausfordernde Aufgaben, die schwierig zu lösen sind. Es wurde aber auch deutlich: Jede und jeder von uns kann bei der Lösung mithelfen und: Die Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung kann alle Menschen dieser Erde in einem gemeinsamen Anliegen verbinden!

Pressemitteilung Biosphärenregion Berchtesgadener Land

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