Tod von Luchs im BGL jährt sich zum ersten Mal

Hohe Belohnung: Wer hat Luchs Alus so grausam zugerichtet?

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So wurde Luchs Alus aufgefunden.

Berchtesgadener Land/München - Am Donnerstag jährt sich der grauenvolle Tod von Luchs Alus zum ersten Mal: Das Tier war damals tot ohne Kopf und Vorderläufe aus dem Saalachsee gezogen worden. Mittlerweile liegen neue Erkenntnisse zur Straftat vor:

Es konnten im Zuge aufwändiger Ermittlungen der Polizeiinspektion und des Bayerischen Landeskriminalamtes Munitionsreste identifiziert und sogar das Kaliber und der Geschosstyp bestimmt werden. Der Kopf wurde abgetrennt und ist bis jetzt verschollen. Es wird neben einer Straftat in Deutschland nach wie vor auch ein Tathergang in Österreich nicht ausgeschlossen. 


Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung, zog jetzt in einer Presseerklärung Bilanz: "Polizei und Staatsanwaltschaft haben bisher hohen Ermittlungsaufwand betrieben, professionell gearbeitet und konnten so trotz schwierigster Ausgangsbedingungen eine Straftat und sogar Details zur Waffe ermittelt."

15.000 Euro Belohnung ausgesetzt


Für Zeugenhinweise loben der WWF und die Bayerische Gregor Louisoder Umweltstiftung 15.000 Euro für Hinweise, die zur Verurteilung des Täters führen, aus. In diesem Zusammenhang wurde jetzt das Foto der Auffindung veröffentlicht. Hinweise sind in Deutschland an die Polizeiinspektion Bad Reichenhall (Telefon 08651/ 9700), die Staatsanwaltschaft Traunstein oder per E-Mail an bayern-wild@umweltstiftung.com erbeten. In Österreich bittet der WWF, Hinweise an das Landeskriminalamt Salzburg (+43 (0)59/133503333) oder den WWF zu richten.

Bei dem toten "Alus" handelt es sich um einen Luchs aus einem Artenschutzprojekt des WWF Österreich in Zusammenarbeit mit Wildbiologen und Wissenschaftlern aus Italien. Alus war im April 2014 im Friaul ausgewildert worden, verlor kurz nach der Aussiedlung seinen Sender und tauchte 2015 im Salzburg-Bayerischen Alpenraum auf. Zuletzt konnte die Münchner Gregor Louisoder Umweltstiftung ihn im Mai 2017 per Fotofalle nachweisen.

Fall sorgte für Aufsehen

"Alus" und ein gleichzeitig ausgewildertes Weibchen sollten gemeinsam mit den ein bis zwei im Friaul ansässigen Luchsen dazu beitragen, einen kleinen Luchsbestand im Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien aufzubauen. Das teilte die Gregor Louisoder Umweltstiftung mit.

Der Fall hatte im letzten Jahr für großes Aufsehen gesorgt. Der Kadaver von Alus war am 6. September in einem Gebiet außerhalb des Nationalparks Berchtesgaden tot und verstümmelt aufgefunden worden. Anschließend wurde eine pathologische Untersuchung veranlasst. Zudem gab es viele Spekulationen über das Motiv der Tat. Vermutet wurde unter anderem, dass ein Trophäensammler dem Tier erst das Fell abziehen wollte, was allerdings misslang. Anschließend hatte vermutlich dieser Täter Kopf und Vorderpfoten des Tieres abgetrennt.

Gregor Louisoder Umweltstiftung/mw

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