Pressemitteilung ARGE

Grundsätze der Arbeitsgemeinschaft Wild-Mensch-Natur

Ein Reh flüchtet auf einem Feld vor einem freilaufenden Hund.
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Symbolbild: Nach der Verabschiedung der Grundsätze möchte sich die ARGE im nächsten Schritt zur Verwendung bleifreier Munition positionieren.

Berchtesgadener Land - Die im Juli gegründete „Arbeitsgemeinschaft Wild-Mensch-Natur“ (ARGE) hat inzwischen nach intensiver, aber sehr konstruktiver Diskussion zwölf Grundsätze als Leitschnur für die gemeinsame Arbeit verabschiedet.

Im Zentrum stehen dabei neben der ganzheitlichen Betrachtung der Natur vor allem der Respekt gegenüber Mensch, Tier und Pflanze und ihren Bedürfnissen, die Aufklärung über die biologischen Zusammenhänge und die Suche nach Kompromisslösungen im Spannungsfeld von Naturschutz, Forstwirtschaft, Jagd sowie Tourismus und Erholung.


Die ARGE bekennt sich klar zur Jagd sowie zum Verzehr von Wildbret als legitime und notwendige Nutzung unserer natürlichen heimischen Ressource und will sich für Wildpopulationen einsetzen, die einerseits artenreich, gesund und arttypisch strukturiert sind, andererseits aber auch in einem ausgewogenen Verhältnis zu deren Lebensgrundlagen stehen. Einig ist man sich in der ARGE auch, dass es eine zentrale Aufgabe der Jagd ist, Beeinträchtigungen und Schäden im Wald und auf landwirtschaftlichen Flächen möglichst gering zu halten. So soll der unschätzbar wichtige Bergwald in seiner standorttypischen natürlichen Mischung im Wesentlichen ohne Schutz aufwachsen und seine vielfältigen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen möglichst optimal erfüllen können. Dabei will man darauf hinwirken, dass in der Praxis Jagdmethoden zum Einsatz kommen, die störungsarm, effizient und tierschutzgerecht sind.

Die beiden gleichberechtigten Sprecher der ARGE, Hans Berger und Alfons Leitenbacher, stellten nach der Sitzung die gute Diskussionskultur und die große Einigkeit bei der Beratung der grundsätzlichen Ausrichtung der ARGE besonders heraus. Daher könne man für die Arbeit und die Erfolgsaussichten der ARGE optimistisch in die Zukunft blicken. „Wir wissen aber, dass in der Detailarbeit aufgrund der oft weit auseinandergehenden Interessen noch sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet und Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden müssen“, so die beiden Sprecher. „Doch der herrliche Natur- und Lebensraum in den Berchtesgadener Tälern ist es wert, für praxistaugliche Kompromisse zu kämpfen.“


Die Grundsätze im Wortlaut können von den Sprechern der ARGE angefordert werden.

Nach der Verabschiedung der Grundsätze möchte sich die ARGE im nächsten Schritt zur Verwendung bleifreier Munition positionieren und das komplexe Thema Schalenwildmanagement im Berchtesgadener Talkessel in Angriff nehmen.

In der „Arbeitsgemeinschaft Wild-Mensch-Natur im Berchtesgadener Land“ haben sich das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein, die Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Landkreis Berchtesgadener Land (BGL), die Kreisgruppe BGL des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), der Kreisverband BGL des Bund Naturschutz, der staatliche Forstbetrieb Berchtesgaden, die Hochwildhegegemeinschaft BGL, die Kreisgruppe BGL des Landesbund für Vogelschutz, das Landratsamt BGL, die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden und die Niederwildhegegemeinschaft BGD zusammengeschlossen mit dem Ziel, den Wildlebensraum im Berchtesgadener Land zu erhalten und - unter angemessener Berücksichtigung berechtigter anderer Interessen an der Nutzung diese Lebens- und Wirtschaftsraumes - weiterzuentwickeln. Gleichberechtigte Sprecher sind Hans Berger, BJV BGL, und Alfons Leitenbacher, AELF Traunstein.

Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft Wild-Mensch-Natur im Berchtesgadener Land

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