Pressemitteilung Die Grünen Kreisverband BGL

Grüne informieren sich über "Neues Wohnen"

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Eine Delegation von Bündnis 90/Die Grünen Berchtesgadener Land besichtigt das Hauus der Begegnung in Kirchanschöring: Kreis- und Gemeinderat Edwin Hertlein aus Teisendorf, Kirchanschöring's Grünen-Gemeinderat Dr. Michael Hüller, Grünen-Ortsvorsitzende Dr. Pia Heberer aus Bad Reichenhall, Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner, Kreis- und Stadtrat Franz Eder aus Laufen und seine Frau Katharina (von links nach rechts).

Berchtesgadener Land - Seit Jahrzehnten schon macht man sich in Kirchanschöring viele Gedanken um die Themen Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

War früher der Ökopionier und Bürgermeister Hans Straßer die treibende Kraft bei diesen Themen, so ist dies seit nunmehr etwas mehr als einem Jahrzehnt der aktuelle Bürgermeister Hans-Jörg Birner. Für ihre Aktivitäten in diesen Bereichen hat die Rupertiwinkler Gemeinde auch schon viele Auszeichnungen bekommen, ebenso wie Rathauschef Birner persönlich. 

Grund genug für den Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Berchtesgadener Land, sich über bereits umgesetzte Projekte und weitere Planungen beim derzeit hochaktuellen Thema Bauen und Wohnen zu erkundigen. Bereits verwirklicht ist das sogenannte Haus der Begegnung, ein Wohnhaus für ältere Mitmenschen. Wie Birner in seinem Vortrag ausführte, fanden erste Vorüberlegungen zu diesem Projekt bereits im Jahr 2002 statt. Im Jahr 2013 wurde dann ein umfassender Bürgerbeteiligungsprozeß durchgeführt. Gebaut wurde auf dem Gelände des ehemaligen "Caritashauses" und Pfarrhauses, das der Gemeinde per Erbpacht zur Verfügung gestellt wurde. Untergebracht sind in dem Haus 10 Appartements mit jeweils 21 Quadratmetern Wohnfläche, die um einen großen Gemeinschaftsraum gruppiert sind. Weiters fünf größere Wohnungen mit 42 Quadratmetern Wohnfläche. Drei weitere Wohnungen bieten 62 Quadratmeter Wohnfläche. Auch diesen Mietern stehen die großzügigen Gemeinschaftsflächen zur Verfügung. Eine Arztpraxis, ein Sozialbüro und ein Begegnungsraum ergänzen das Raumangebot. Das Haus der Begegnung bietet vielfältige Möglichkeiten rund um das Thema Wohnen im Alter. Vom barrierefreien Wohnen, über betreutes Wohnen, eine Wohngemeinschaft mit Pflegeangeboten bis hin zur optionalen Tagesbetreuung reichen die unterstützenden Maßnahmen. 

Errichtet hat die Gemeinde das Gebäude über eine eigene Wohnbaugesellschaft. Dank einer ganzen Reihe von Zuschüssen aus den unterschiedlichsten Töpfen und eines günstigen Kredites musste die Gemeinde selber nur rund ein Viertel der Baukosten in Höhe von knapp 4 Millionen Euro aufbringen. Wie Bürgermeister Birner berichtete, haben sich rund um das Haus der Begegnung inzwischen viele Aktivitäten von außen und von innen etabliert. Rüstigere Bewohner helfen weniger mobilen Bewohnern. Jeder trägt seinen Leidenschaften und Neigungen entsprechend zur Gemeinschaft bei. 

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erläuterte Birner die Überlegungen der Gemeinde zur Flächenentwicklung. Flächensparendes Bauen erfordere kreative Ansätze. So wies Birner darauf hin, dass die heute im ländlichen Raum favorisierte Einfamilienhaussiedlung keineswegs die tradierte Form des Bauens auf dem Land sei. Vielmehr sei diese Bauform in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in den Randlagen Städte entstanden und im Laufe der Zeit in die ländlichen Regionen "exportiert" worden. Traditionelles Bauen auf dem Dorf wären Bauernhof artige Strukturen mit viel größere Baudichte als beim Einfamilienhaus. Deshalb plane man in Kirchanschöring an geeigneten Stellen auf solche Bauformen zurückzugreifen. Birner rechnete vor, dass der Flächenverbrauch bei einer solchen traditionellen Bauweise mit 110 Quadratmetern pro Einwohner deutlich Flächen sparender sei als bei der Einfamilienhaussiedlung mit 233 Quadratmetern pro Einwohner. 

Noch ein weiteres Baumodell wird zur Zeit in Kirchanschöring umgesetzt: Mehrere Bauwerber mit unterschiedlichem Raumbedarf schließen sich zu sogenannten Baugruppen zusammen.

Nachdrücklich warb Birner dafür, den Wohnungsbau als kommunale Aufgabe zu begreifen.

Die Grünen-Delegation zeigte sich ob der gezeigten Beispiele beeindruckt. Die Ortsvorsitzende von Bündnis 90/ Grünen in Bad Reichenhall, die Architektin Pia Heberer zeigte sich überzeugt, dass der in Kirchanschöring verfolgte Ansatz richtugsweisend für die ganze Region und weit darüber hinaus sei.

Pressemitteilung Bündnis 90 / Die Grünen Kreisverband BGL

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