Fachkräftemangel trifft eher kleinere Firmen

Grüne sprechen über Fachkräftemangel

Berchtesgadener Land - Nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land behindert der Fachkräftemangel die wirtschaftlichen Entwicklungschancen auch in der Region Südostoberbayern massiv.

Bei einem Fachgespräch diskutierten Mitglieder des Grünen-Ortsverbandes Teisendorf und der Grünen-Kreistagsfraktion Berchtesgadener Land, wie diesem Problem begegnet werden könnte. Wie Teisendorf's Grünen-Ortsvorstandsmitglied Hans Eisenbichler ausführte, suche sein Betrieb, ein Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitern, das hauptsächlich im Bereich Anlagenbau tätig ist, händeringend nach Fachkräften. Viele interessante und lukrative Aufträge könnten nicht ausgeführt werden, weil schlicht das nötigen Fachpersonal fehle. So gebe es eine konkrete Anfrage von einem internationalen Konzern, der im großen Stil Anlagen zur Oberflächenbehandlung von HandyDisplays brauche. Diesen Auftrag könne seine Firma aber derzeit nicht ausführen, weil er dazu die Mitarbeiterzahl mehr als verdoppeln müsste. Er wisse von vielen Unternehmerkollegen aus der Region, dass es ihnen ähnlich gehe.

Fachkräftemangel trifft eher kleinere Firmen

Der Fachkräftemangel in der Region beschränke die unternehmerischen Entfaltungsmöglichkeiten ganz enorm, so Eisenbichler. Dabei sei das weniger ein Problem für die großen bekannten Firmen, als vielmehr für die eher kleineren Firmen, die aber nichtsdestotrotz auch höchst interessante Tätigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter bieten könnten. Sein Unternehmen sei Weltmarktführer bei Säurepolieranlagen zur Oberflächenbehandlung von Glas.

Unter anderem gebe es eine jahrelange gute Zusammenarbeit mit Firmen, die in der Raumfahrtindustrie tätig wären. So würden mit Hilfe seiner Anlagen Linsen für Weltraumteleskope der letzte "Schliff" verpasst. Auch eine spezielle Form der Oberflächenbehandlung von Aluminium, das sogenannte Eloxieren, gehöre zum Spektrum seines Betriebes. Auch hier gebe es eine Zusammenarbeit mit regionalen High-Tech-Firmen.Weil sein Betrieb aber nicht die Größe anderer in der Region bekannter Unternehmen habe, sei die Suche nach Auszubildenden schwieriger. 

Grünen-Kreisrat Franz Eder lobte die Zusammenarbeit der Schulen und der Betriebe durch Betriebspraktika, Betriebserkundungen und Einladungen der Betriebe in Schulen. Aus seiner Erfahrung in der Schulleitung einer Mittelschule im Berchtesgadener Land wisse er aber auch, dass vor allem kleinere Betriebe mit spezialisierter Ausbildung Probleme hätten Auszubildende zu gewinnen.Dabei böten gerade solch innovative Betriebe viel Entwicklungspotential für Auszubildende. Von entscheidender Bedeutung ist nach Ansicht Eders dass Lehrerinnen und Lehrer die vielen interessanten Betriebe kennen und auch die Betriebe sich direkt an die Schulen und deren Lehrer der 8. bis 10. Klassen wenden. Auch im Rahmen der Bildungsregion könnten Impulse gesetzt werden.Schülerinnen und Schüler sollten schon lange vor ihrem Schulabschluss auf interessante Berufsbilder und Firmen aufmerksam gemacht werden. Das erleichtere seiner Meinung nach einerseits die Berufswahl der Schülerinnen und Schüler und verbessere andererseits die Chancen für kleinere Firmen künftige Fachkräfte zu bekommen.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Teisendorf

Rubriklistenbild: © Die Grünen Ortsverband Teisendorf

Zurück zur Übersicht: Landkreis BGL

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser