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Nachgefragt beim Landratsamt

Genügend Corona-Impfstoff für das Berchtesgadener Land? Wer jetzt geimpft wird

Im Impfzentrum des Berchtesgadener Landes in Ainring-Mitterfelden werden derzeit hauptsächlich Personen der Priogruppe drei geimpft.
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Im Impfzentrum des Berchtesgadener Landes in Ainring-Mitterfelden werden derzeit hauptsächlich Personen der Priogruppe drei geimpft.

Impfstofflieferungen im Freistaat sind derzeit knapp bemessen, auch in der Region werden im Juni vielerorts nur Zweitimpfungen durchgeführt. BGLand24.de hat nachgefragt, wie das Impfzentrum in Ainring davon betroffen ist, wer denn gerade geimpft wird und ob die Impfstoffverteilung in Bayern derzeit gerecht abläuft.

Landkreis Berchtesgadener Land - In den Impfzentren Rosenheim und Traunstein sieht es nicht sonderlich rosig aus, wenn man derzeit auf einen Erst-Impftermin hofft. Rosenheim verimpft im Juni nur Impfstoff für Zweitimpfungen, Traunstein verwendet einen minimalen Teil der Corona-Impfdosen für Erstimpfungen (Rosenheim24.de berichtete). Grund sind die geringen Lieferungen an Impfdosen. Auch im Berchtesgadener Land sieht es derzeit schlecht aus.

Auf Nachfrage von BGLand24.de stellt sich heraus, dass auch das Impfzentrum in Ainring nur Impfstoff für Zweitimpfungen erhält. „Wie lange dieser Zustand anhalten wird, ist derzeit nicht bekannt“, so Pressesprecherin Alexandra Rothenbuchner. Im Zeitraum vom 1. Juni bis 15. Juni erhielt das Impfzentrum etwa 4532 Impfdosen - ausschließlich für Zweitimpfungen. Dadurch finden auch keine „geplanten“ Erstimpfungen statt: „Ausschließlich zur Vermeidung eines möglichen Verwurfs“ werden Erstimpfungen durchgeführt, so Rothenbuchner, „dies sind maximal vier bis acht Impfungen an einem Betriebstag.“

Terminvergabe weiterhin nach Priorisierung?

Auch im Berchtesgadener Land wird derzeit vor allem die Priorisierungsgruppe drei geimpft, vereinzelt auch noch Prio zwei. Für Impfwillige gilt nach wie vor, dass eine Anmeldung über das Registrierungssystem BayIMCO notwendig ist. Und während bei Hausärzten die Priorisierung bereits aufgehoben wurde, soll sie bei den bayerischen Impfzentren noch weitergeführt werden - zumindest bis alle Angemeldeten aus den Prioritätsgruppen eins bis drei einen Impftermin erhalten haben.

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Doch wie geht es danach weiter? „Im Anschluss soll dann in BayIMCO für die Prio-Gruppe 4 eine automatisierte Einladung nach Anmeldereihenfolge erfolgen. Damit soll impfzentrums-individuell sichergestellt werden, dass zunächst alle Angehörigen von Prio-Gruppen eins bis drei - auch nachträglich Angemeldete - geimpft werden“, so Rothenbuchner. Das heißt für Impfwillige ab der Prio-Gruppe vier ‚wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘.

Impfstoffverteilung in Bayern gerecht?

Ein Großteil der Impfzentren in der Region impft derzeit hauptsächlich die Priogruppe drei. Manche, wie das Impfzentrum Mühldorf, sind laut Pressesprecherin Simone Kopf bereits schwerpunktmäßig bei der Priogruppe vier angekommen. Grundsätzlich werden die Impfstofflieferungen nach dem Bevölkerungsanteil in den Landkreisen verteilt. Vom Corona-Virus besonders betroffene Regionen haben in der Vergangenheit zusätzliche Impfdosen erhalten. Doch wie kann es dann sein, dass manche Landkreise bei den Impfungen weiter hinterherhinken als andere?

Eine mögliche Ursache sind wohl die Impfstofflieferungen an Haus- und Betriebsärzte, denn die Zuteilung für den jeweiligen Landkreis hänge viel davon ab, „ob sich eine hohe oder niedrige Anzahl an Hausärzten an der Impfkampagne beteiligt“, so Rothenbuchner, „die Impfstoffmengen richten sich wohl nach Anzahl der Besteller und nicht nach dem Proporz der Bevölkerung. So können in manchen Landkreisen bezogen auf die Bevölkerungszahl über die Hausärzte erheblich weniger Impfungen stattfinden als in anderen Landkreisen.“

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Auch von den Corona-Impfungen bei den Betriebsärzten sei Ähnliches zu erwarten, meint die Pressesprecherin weiter: „hier werden voraussichtlich vor allem Landkreise mit großen Betrieben, die sich eine eigene Betriebsmedizin leisten können, prozentual mehr profitieren. Auch hier ist zu erwarten, dass ländliche Regionen noch weiter ins Abseits geraten werden. Landrat Bernhard Kern hat sich diesbezüglich schon mehrfach an den Bayerischen Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek gewandt und einen entsprechenden Ausgleichsmechanismus gefordert. Hier besteht aus Sicht des Landratsamts dringender Handlungsbedarf.“ Ob bei der Impfstoffverteilung künftig mehr auf die Situation ländlicher und kleinerer Landkreise eingegangen wird, bleibt abzuwarten.

Mit Stand 8. Juni wurden im Impfzentrum Berchtesgadener Land insgesamt 51.499 Impfdosen verabreicht, davon 31.054 als Erstimpfung und 20.445 als Zweitimpfung. Die Hausärzte im Landkreis haben insgesamt 13.687 Impfungen gespritzt, davon 10.390 als Erstimpfung und 3.297 als Zweitimpfung.

ce

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