Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

BRK fertigt mit aktuell 292 Näherinnen Masken

+
Rotes Kreuz fertigt seit 24 Tagen mit aktuell 292 Näherinnen Masken für medizinische und pflegerische Einrichtungen

Berchtesgadener Land - Das heimische Rote Kreuz fertigt aufgrund der COVID-19-Krise seit mittlerweile 24 Tagen im Auftrag der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) mit einem Netzwerk aus derzeit 292 ehrenamtlichen Näherinnen und Nähern Masken für medizinische und pflegerische Einrichtungen im Landkreis.

Aus den ersten beiden Rollen des Aiwanger-Vlies-Stoffs sind 5500 Einweg-Masken entstanden; danach stellte das Team auf die Produktion von nachhaltigeren und desinfizierend waschbaren Baumwoll-Mehrweg-Masken um, die auch unter körperlicher Belastung über längere Zeit wesentlich angenehmer zu tragen sind und ein Fach haben, in das ein zugeschnittener Vlies-Filter aus der Aiwanger-Rolle eingelegt werden kann.Rund 10.000 solcher Baumwoll-Masken sollen in den nächsten Tagen fertig werden. Bis Montag (20. April) hat das Rote Kreuz bereits 5500 fertige Einweg-Masken, rund 3800 fertige Mehrweg-Masken und 21.000 Vlies-Filter an das Zentrallager geliefert und weitere 2100 Mehrweg-Masken zur Reinigung in die Wäscherei gebracht.


Die Vlies-Filter und die Baumwoll-Stoffteile für die Mehrweg-Masken schneiden die Rotkreuzler mittlerweile in Nachtschichten mit Unterstützung der Marzoller Firma BMK sehr effektiv und sauber per Laser zu, damit so gut wie kein Verschnitt mehr anfällt und die Näherinnen ohne Zeitverlust loslegen können. Rund 8000 Filter entstehen aus einer 400-Meter-Aiwanger-Rolle. Diese nicht zertifizierten Baumwoll-Masken mit Filter sind sehr angenehm zu tragen, für den stundenlangen Alltag in Medizin und Pflege gedacht und nicht für die direkte Arbeit am COVID-19-Patienten. "Die besten FFP2-Masken bringen nichts, wenn sie die Einsatzkräfte und Pfleger wegen des großen Atem-Widerstands bei längerer Tragezeit abnehmen, um Luft zu bekommen. Wenn sie Patienten umlagern oder bei Einsätzen im Gelände kräftezehrend über weitere Strecken transportieren müssen, kommen die Helfer mit der sehr dichten FFP2-Maske rasch an die Grenzen ihrer körperlichen Belastbarkeit", berichtet BRK-Pressesprecher Markus Leitner.

Zeitweise bestand das heimische Netzwerk aus rund 350 Näherinnen aus mehreren oberbayerischen Landkreisen, die das Rote Kreuz dann aber an ähnliche Initiativen in den jeweiligen Regionen weitervermittelt hat, damit keine langen Anfahrtstrecken oder Portokosten für den Versand der Zuschnitte und Masken anfallen. Das Rote Kreuz sammelt Materialspenden aus der Bevölkerung und von heimischen Unternehmen, kommuniziert laufend mit den Näherinnen, liefert zugeschnittenen Stoff, Gummis und Anleitungen portioniert verpackt in mehreren Touren und auch per Post an die Näherinnen zu Hause aus und holt die fertig genähten Masken ab."Da jeder zu Hause näht, vermeiden wir die in dieser Lage so kritische Gruppenbildung und das damit verbundene hohe Ansteckungsrisiko", erklärt der Abschnittsleiter für die Masken-Herstellung, Marcel Kutz, der die Produktion von Beginn an mit aufgebaut und kontinuierlich verbessert hat.


Die Masken werden nach einer Qualitätskontrolle in der zentralen Produktionsstraße des Roten Kreuzes bei einer heimischen Wäscherei desinfizierend gewaschen und getrocknet, dann portioniert und mit den ebenfalls portionierten Vlies-Filtern an das durch das Technische Hilfswerk (THW) betriebene Zentrallager des Landkreises übergeben. Von dort aus erfolgt mit Feuerwehr und THW die Auslieferung an die Einrichtungen. Neben der Wäscherei Abel unterstützen auch die Pidinger Werkstätten GmbH der Lebenshilfe BGL, indem sie die Baumwoll-Stoffspenden vorab waschen. "Dadurch geht der Stoff sauber in den Zuschnitt und läuft beim Waschen nicht mehr ein", erklärt Tim Janßen, der die Masken-Produktion von Beginn an mit aufgebaut und einige wichtige Kontakte hergestellt hat.

"Ich hätte nie gedacht, dass so viele Frauen aller Altersstufen so gut nähen können. Wir sind nach wie vor überwältigt, da fast 300 Menschen mit Feuer und Flamme zusammenhelfen und auch in der vierten Woche ungebrochen hoch motiviert mit ihrer Näh-Maschine zu Hause im Corona-Einsatz sind. Jeder will aktiv mithelfen, seinen Beitrag leisten und die Bewältigung der Krise nicht nur dem Staat und den Organisationen überlassen. Jeder macht das, was er besonders gut kann - mit einer derart solidarischen Einstellung funktioniert unsere Gesellschaft auch in schwierigen Zeiten!", freut sich Leitner, der vor allem Marcel Kutz, Julia Wedel, Tim Janßen, Lejlije Hoxha, Elena Kratzl, Katrin Kieser, Andreas Siesmann, Sven Gansauge und weitere Helfer des Betreuten Fahrdienstes für ihre bisher bereits vielen hundert ehrenamtlich geleisteten Stunden und ihr investiertes Herzblut lobt.

Pressemitteilung BRK Berchtesgadener Land

Kommentare